Reederei der Costa Concordia laufen die Gäste davon

Costa Concordia

Gekenterte «Costa Concordia» vor Giglio.

Miami – Der US-Reedereikonzern Carnival spürt die Auswirkungen der Schiffskatastrophe vor der italienischen Küste. Seitdem die «Costa Concordia» gekentert ist, bleiben viele Passagiere weg. Vor allem bei der italienischen Tochtergesellschaft Costa Crociere, dem direkten Eigner des Unglücksschiffs, lägen die Buchungen «deutlich» hinter dem Vorjahr und zudem seien die Preise gefallen. Erschwerend komme im europäischen Kreuzfahrtgeschäft die Schuldenkrise hinzu, erklärte Carnival am Freitag in Miami.

Zur weltweiten Nummer eins der Branche gehört auch die deutsche AIDA. Die deutsche Kreuzfahrtbranche selbst hatte demonstrativen Optimismus verbreitet. Beim US-Multi Carnival, der börsennotiert ist und damit rechenschaftspflichtig gegenüber seinen Aktionären, lassen sich die Ausfälle in Zahlen fassen: Im ersten Geschäftsquartal (Dezember bis Februar) fiel ein Verlust von unterm Strich 139 Millionen Dollar an (106 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Carnival noch 152 Millionen Dollar verdient. Auch fürs Gesamtjahr geht der Konzern von deutlich weniger Gewinn aus.

Noch sieben Vermisste
Allerdings lasteten nicht nur zurückgehende Buchungen und fallende Preise auf dem Geschäft. Auch der Sprit wurde deutlich teurer und es fielen Abschreibungen an, etwa für das zweite Unglücksschiff der Reederei, die liegengebliebene «Costa Allegra». Die gekenterte «Costa Concordia» war versichert. Bei dem riesigen Kreuzfahrtschiff werde ein Totalverlust angenommen, erklärte Carnival. Nach dem Unglück vor der Insel Giglio wurden bislang 25 Leichen geborgen, sieben Menschen werden noch vermisst. (awp/mc/ps)

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