Roth & Rau rutscht noch tiefer in die roten Zahlen

Dietmar Roth

Dietmar Roth, Vorstandsvorsitzender Roth & Rau.

Hohenstein-Ernstthal – Der mehrheitlich von Meyer Burger gehaltene Solarzulieferer Roth & Rau ist im ersten Halbjahr mangels Aufträgen und wegen Umsatzverschiebungen wie erwartet tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich betrug das Minus 18 Mio EUR, nach 5 Mio Gewinn ein Jahr zuvor. Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr traut sich das Unternehmen nicht zu. Die Ertragslage werde sich im zweiten Halbjahr voraussichtlich verbessern, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit.

In den ersten sechs Monaten ging der Umsatz um 22% auf 93 Mio EUR zurück. Zu verzögerten Umsätzen kamen Abschreibungen auf den Bestand, sodass der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei rund 24 Mio lag. Vor einem Jahr hatte an dieser Stelle noch ein Gewinn von gut 6 Mio gestanden. Die Aktie stieg am Vormittag in einem schwachen Marktumfeld leicht. Eine belastbare Prognose könne noch nicht gegeben werden, teilte Roth & Rau mit. Der Ausblick sei von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Verzögerte Geschäfte aus dem ersten Halbjahr will das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte realisieren und damit zum Teil Verluste ausgleichen. Die Auftragslage hatte sich im ersten Halbjahr äusserst mager entwickelt. Es waren so viele Bestellungen storniert worden, dass netto nur ein Auftragseingang 616’000 Euro übrig blieb.

Jahresprognose ersatzlos gestrichen
Das Unternehmen hatte seine Jahresprognose im Juli ersatzlos gestrichen. Gründe waren wenige neue sowie Stornierungen bei alten Aufträgen. Bis dahin hatten sich die Sachsen einen Umsatz von 300 bis 325 Mio EUR bei einer operativen Marge (EBIT) von 4 bis 7% vorgenommen. Im vergangenen Jahr hatte der Maschinenbauer einen Verlust verbucht. Meyer Burger hält derzeit 82% der Stimmrechte und will den Rest nach und nach im freien Markt zukaufen. Letztendlich soll Roth & Rau dann von der Börse genommen und in das Mutterunternehmen integriert werden. (awp/mc/ps)

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