SHL Telemedicine mit Umsatzeinbruch und Verlust im dritten Quartal

Yariv Alroy

Yariv Alroy, Co-CEO SHL Telemedicine.

Tel Aviv – Die Telemedizingruppe SHL befindet sich mitten in einer Neuausrichtung ihres Geschäfts und weist auch im dritten Quartal 2012 einen deutlichen Umsatzrückgang aus. Unter dem Strich resultierte erneut ein Verlust. Mit der Ausrichtung auf langfristige Verträge mit deutschen Krankenkassen rechnet SHL in Zukunft mit deutlich besseren Ergebnissen und stellt für das nächste Jahr eine Trendwende in Aussicht.

Von Juli bis September sackte der Umsatz von SHL um 36% auf 6,5 Mio USD ab. Auf operativer Stufe wurde ein um 91% tieferer EBITDA von 0,2 Mio und ein operativer Verlust vor Zinsen und Steuern von 0,8 Mio nach einem positiven EBIT von 1,1 Mio im Vorjahr erwirtschaftet. Unter dem Strich blieb ein Reinverlust von 1,1 Mio USD nach einem Gewinn von 1,4 Mio im Vorjahr, teilte SHL am Mittwoch mit.

Insgesamt erwirtschaftete das auf medizinische Fernüberwachungssysteme spezialisierte Unternehmen in den ersten neun Monaten 2012 einen um 40% tieferen Umsatz von 20,0 Mio USD und der EBITDA sank um 84% auf 1,2 Mio. Der EBIT erreicht -2,1 Mio und der Verlust summiert sich auf 3,3 Mio USD. Die Zahlen sind unter den Erwartungen der Bank Vontobel ausgefallen.

Umsatz und Gewinn waren in der Berichtsperiode wegen dem Geschäft in Deutschland und dem Wegfall der Einnahmen von Philips in den USA erwartungsgemäss rückläufig, kommentiert SHL die Ergebnisse.

Tieferer Umsatzanteil von Deutschland
Der Umsatzanteil aus Deutschland sank im dritten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 20,0% von zuvor 34,3%. SHL habe die Kostenbasis an das tiefere Umsatz- und Geschäftsvolumen in Deutschland angepasst und in der Folge in den ersten neun Monaten wieder einen positiven operativen Cashflow von 2,5 Mio CHF erzielt.

Der Anteil des Geschäfts im Heimmarkt Israel stieg um mehr als 25 Prozentpunkte auf 80,0%. Ganz weggefallen sind die Erträge aus den USA und den übrigen Marktgebieten, die vor Jahresfrist noch einen Umsatzanteil von 10,8% beigesteuert hatten. Seit dem Verkauf des US-Geschäftes an Philips sanken die Einnahmen aus dieser Region zusehends, bis sie ganz versandeten.

Trendwende in 2013 erwartet
«Die Ergebnisse des dritten Quartals sind sehr ähnlich zu denjenigen der beiden letzten Quartale. Sie widerspiegeln das Übergangsjahr 2012. Für 2013 erwarten wir eine Trendumkehr und Rückkehr zu Wachstum», wird Co-CEO Erez Alroy in der Meldung des Unternehmens zitiert.

Neben dem angestrebten Abschluss von Verträgen mit grossen Krankenkassen in Deutschland will SHL in neuen Märkten und mit neuen mit Produkten längerfristig wachsen.

Vertrag mit AOK Bayern ein «Meilenstein»
Als «Meilenstein» wird diesbezüglich der Mitte Oktober kommunizierte Vertrag mit der Krankenkasse AOK Bayern über telemedizinische Dienstleistungen für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bezeichnet. Diesem zufolge wird SHL in den nächsten fünf Jahren telemedizinische Dienste für Versicherte erbringen, die an einer schweren Form der COPD (Raucherlunge) leiden.

Daher würden in einem ersten Schritt Patienten mit schwerer COPD in das telemedizinische Programm aufgenommen; die Patientenrekrutierung habe inzwischen begonnen und das Feedback der Versicherten sei positiv. Dank telemedizinischer Überwachung soll sich die Zahl der der Krankenhauseinweisungen und -aufenthalte verringern lassen, so SHL.

Ein an schwerer COPD leidender Patient generiere jährliche Kosten von schätzungsweise 10’000 EUR. SHL erwartet, diese Kosten um 30-50% reduzieren zu können. Das Honorar von SHL basiere auf der Auswertung des wirtschaftlichen Erfolges, vorgenommen durch das Hamburg Center for Health Economics der Universität Hamburg. Die erste Evaluation werde im vierten Quartal 2013 durchgeführt. (awp/mc/ps)

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