S&P: Weltwirtschaft kommt trotz China-Flaute stärker in Schwung

Standard & Poor's S&P

London – Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) blickt optimistisch auf die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft. Nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise nehme die Weltwirtschaft weiter an Fahrt auf, hiess es in einer am Montag veröffentlichten Studie. Für das laufende Jahr rechnen die S&P-Experten mit einem globalen Wachstum von 3,5 Prozent und im kommenden Jahr von 3,9 Prozent.

Als Wachstumsregionen sieht die Ratingagentur die USA, die Eurozone, Japan und Indien. Vor allem zur Eurozone äusserten sich die S&P-Experten positiv: «Das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ein signifikanter Politikwechsel, der den überraschend starken Aufschwung verstärken sollte», kommentierte der Chefvolkswirt von S&P, Paul Sheard.

Unter anderem spiele auch EZB-Chef Mario Draghi eine wesentliche Rolle für die positive Entwicklung in der Eurozone. «Man kann sagen, dass die mutigen Massnahmen von Herrn Draghi – nicht zum ersten Mal – die Situation gerettet haben», sagte Sheard weiter.

China-Konjunktur vor weiterer Abkühlung
Während die Geldpolitik in der Eurozone mit dem breitangelegten Kaufprogramm von Anleihen immer lockerer wird, sieht S&P keine Gefahr durch die anstehende Straffung der Geldpolitik in den USA. Nach Einschätzung der Agentur ist die Sorge einer möglichen Destabilisierung übertrieben, sollte die US-Notenbank auslaufende Staatsanleihen, die sie im Rahmen ihrer Kaufprogramme erworben hat, nicht mehr durch neu erworbene Papiere ersetzen.

Dagegen dürfte sich die Konjunktur im Boomland China nach Einschätzung der S&P-Experten weiter abkühlen. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wird voraussichtlich kontinuierlich an Schwung verlieren. Die Kreditblase bleibe ein Risiko für China, hiess es. Allerdings zeigte sich die Agentur überzeugt: Sollte die Gefahr deutlicher zu Tage treten, werde die Regierung in Peking entschieden gegensteuern. (awp/mc/ps)

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