Spanien: Regierung plant Finanzspritzen an hochverschuldete Regionen

Cristóbal Montoro

Spaniens Finanzminister Cristóbal Montoro.

Madrid – Die spanische Regierung hat den hoch verschuldeten Regionen des Landes zu einem Weihnachtsgeschenk verholfen: Finanzminister Cristóbal Montoro will den Regionalverwaltungen mit einer Finanzspritze von rund 40 Milliarden Euro zu neuer Liquidität verhelfen. Nach dem Plan des Ministers sollen Regionen wie Katalonien, Andalusien oder die Balearen, die die Sparvorgaben der Zentralregierung nicht eingehalten haben, im Jahr 2015 die Zinsen erlassen werden.

Die übrigen Regionen, darunter Madrid, Galicien oder das Baskenland, sollen nach Medienberichten vom Mittwoch in den kommenden drei Jahren bei einem Sonderfonds Kredite mit einem Zinssatz von 0,0 Prozent aufnehmen können. Nach Schätzungen der Zeitung «El País» entstehen den Regionen dadurch Einsparungen von insgesamt 5,5 Milliarden Euro.

«Bestialische Differenzen»
Die Madrider Regionalregierung zeigte jedoch wenig Freude über das Weihnachtsgeschenk. Die Regionen, die ihre Sparverpflichtungen eingehalten hätten, würden drastisch benachteiligt, sagte der Madrider Finanzminister Enrique Ossorio. Madrid werde deutlich schlechter behandelt als Katalonien. «Bei der Behandlung der Regionen gibt es bestialische Differenzen», sagte er. Dagegen reagierte Katalonien, die am höchsten verschuldete Region des Landes, positiv auf das Vorhaben. (awp/mc/pg)

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