Starkes Pfund bleibt Klotz am Bein von Vodafone-Konzern

Vittorio Colao
Vittorio Colao, abtretender Vodafone-CEO.

Vodafone-CEO Vittorio Colao.

Newbury – Das starke britische Pfund vermiest dem britischen Telekomkonzern Vodafone nach wie vor die besseren Aussichten im Kerngeschäft. Während das Unternehmen in Europa immer stärker Morgenluft wittert, sorgte im dritten Geschäftsquartal vor allem die im Jahresvergleich starke britische Währung dafür, dass die Umsätze trotzdem weiter sanken. Auch in seinem grössten Einzelmarkt Deutschland macht das Unternehmen weiter Fortschritte – auch wenn sich das noch nicht in höheren Erlösen auszahlte.

Konzernweit sackte der Umsatz um 5,5 Prozent auf 10,28 Milliarden Pfund (13,57 Mrd Euro) ab, wie Vodafone am Donnerstag im englischen Newbury mitteilte. Auf vergleichbarer Basis hätten die Umsätze im Kerngeschäft – also Telekommunikationsdienstleistungen im Festnetz, Mobilfunk und Kabel – um 1,4 Prozent zugelegt. Damit traf der Konzern die Schätzungen von Analysten. Gewinnkennzahlen berichtet das britische Unternehmen nach dem dritten Quartal traditionell nicht. Das Management um Vittorio Colao bestätigte aber die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr (Ende März).

Trendwende in Europa?
Während das Unternehmen in den Schwellenländern, also vor allem in Indien und Afrika, ohnehin seit langem stärker zulegt, deutet sich für den Konzern auch in Europa langsam die Rückkehr zu Umsatzwachstum an – der Trend zumindest zeigt in diese Richtung. Ohne Wechselkurseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe gingen die Serviceerlöse noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Vorquartal lag das Minus noch bei einem Prozent. Das Umfeld wird nach und nach besser für die Konzerne: In der Europäischen Union zogen die Preise für Telekomdienstleistungen seit dem vergangenen Sommer erstmals seit rund 6 Jahren wieder etwas an.

In Deutschland – dem für die Briten wichtigsten Einzelmarkt – sieht das Unternehmen mit dem neuen Landeschef Hannes Ametsreiter ebenfalls wieder Licht am Horizont. Auch hier bessert sich die Lage bei den Erlösen, wenn auch langsam. «Die Richtung stimmt», sagte Ametsreiter. Erstmals seit sieben Quartalen konnte die Deutschlandtochter im Mobilfunk dank einer Erholung bei Prepaid-Tarifen wieder einen Kundenzuwachs zum Vorquartal verzeichnen. Das Weihnachtsgeschäft habe sich hier gelohnt.

Bei den Umsätzen macht sich das aber weiter nur graduell bemerkbar – insgesamt lag er mit 2,71 Milliarden Euro knapp unter dem Wert aus dem Vorjahr. Die Serviceumsätze in Mobilfunk, Festnetz und Kabel sanken um 0,4 Prozent, wobei der Mobilfunk mit minus 1,7 Prozent weiter das Sorgenkind der Düsseldorfer bleibt. Das Kabelgeschäft der milliardenschwer zugekauften Tochter Kabel Deutschland verläuft dagegen weiter erfreulich. (awp/mc/ps)

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