Swisslife: Finanzmarkt- und Volkswirtschaftsausblick Januar 2015

Konjunktur
(Foto: Minerva Studio - Fotolia.com)

Zürich – Einschätzungen der Swisslife bezüglich Zinesen/Obligationen, Aktien, Währungen, USA, Eurozone und Schweiz. Abweichungen zum Konsesus und Vergleiche zu vorhergehenden Einschätzungen.

Von Swisslife Asset Management, Economics Department

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Änderungen seit dem letzten Monat (ursprüngliche Prognose in Klammern)

USA – Die Wachstumsmaschine springt wieder an
Eine Vielzahl von Entwicklungen sorgt dafür, dass das Wachstum bis weit ins nächste Jahr Aufwind bekommt. Der starke Rückgang der Energiepreise, nicht zuletzt begünstigt durch das Zusatzangebot durch US Förderung, übersetzt sich in deutlich höheres verfügbares Einkommen der Privathaushalte, welches für andere Konsumgüter ausgegeben werden kann. Dank der tiefen Steuern auf Benzin, schlägt sich der Preiszerfall fast eins zu eins an der Tanksäule nieder. Der deutliche Anstieg der Autoverkäufe, hier insbesondere von SUVs, ist ein Vorgeschmack auf den Gesamteffekt.

Eine weitere wichtige Stütze für die ausgabefreudigen Haushalte ist die deutliche Erholung des Arbeitsmarktes, welche bereits im Jahr 2009 mit dem Anstieg der Beschäftigung begann. Das Stellenwachstum von über 300‘000 im November war nur eine positive Überraschung im letzten Arbeitsmarktbericht. Darüber hinaus arbeiten die Beschäftigten auch länger und beziehen im Schnitt einen höheren Stundenlohn. Weiter gilt zu berücksichtigen, dass der Entschuldungsprozess der Haushalte abgeschlossen ist und die Kreditaufnahme schon deutlich angezogen hat. Die Historie lehrt uns, dass dieses Geld über die kommenden Monate ausgegeben wird. Schliesslich sind die Amerikaner über die vergangenen Quartale reicher geworden, denn sowohl Finanzanlagen als auch Immobilienbesitz haben an Wert zugenommen, während sich die Schuldenlast bei Tiefstzinsen durchaus erträglich gestaltet. Auch wenn die Notenbank nächsten Sommer eine erste Erhöhung des Leitzinses vornimmt, bleiben die finanziellen Rahmenbedingungen locker genug, um die Wachstumsdynamik zu unterstützen.

Inflationsdruck aus dem Arbeitsmarkt muss im Auge behalten werden
Die US Wirtschaft wird somit weiterhin über Potenzial wachsen, so dass die Produktionslücke auch über die kommenden Quartale enger wird. Inflationsdruck aus dem Arbeitsmarkt muss im Auge behalten werden, da die Arbeitslosenrate bereits nahe an der NAIRU (inflationsneutrale Arbeitslosenrate) liegt und KMUs gewillt sind, Lohnerhöhungen zu geben, um Arbeitssuchende anzuziehen oder ihre Belegschaft zu halten. Die „quits rate“, ein Mass für freiwillige Abgänge, ist substanziell angestiegen und signalisiert, dass immer mehr Arbeitnehmer davon ausgehen, andernorts einen besser bezahlten Job zu finden. Die Kapazitätsauslastung der Industrie liegt über dem langjährigen Mittel, so dass Zusatzinvestitionen nötig werden, insbesondere in einem Umfeld starker Güternachfrage. Im Jahr 2016 kommen in unserer Prognose dann die straffere Geldpolitik und der stärkere Dollar zum Tragen, so dass wir im Vergleich eine eher vorsichtige Wachstumsprognose pflegen.

Eurozone – Öl ist ein zweischneidiges Schwert
Der substanzielle Verfall der Energiepreise wird auch im Wachstumspfad der Eurozone über die kommenden Quartale positive Spuren hinterlassen, auch wenn die Wachstumsdynamik noch verhalten bleibt. Die Unternehmensstimmung ist angesichts anhaltender Spannungen mit Russland eher eingetrübt. Sollte sich die EZB schliesslich doch noch auf eine ausgewachsene quantitative Geldlockerung einlassen, dann wird der primäre Transmissionsmechanismus ein schwächerer Euro sein. Dies sollte die Exportindustrie beflügeln. Darüber hinaus wird sich die Fiskallast etwas abschwächen. Dies dürfte in einigen Mitgliedsländern, die sich eine Lockerung der Zwangsjacke leisten können, sogar zur Wachstumsstütze werden. Die Besorgnis um Deutschlands Industrie, die im Oktober noch zu den Turbulenzen an den Finanzmärkten beitrug, hat sich dank starker Bestellungseingänge und ordentlichen Produktionszahlen wieder gelegt.

Bescheidene Fortschritte in Italien und Frankreich
Die Strukturreformen in den anderen zwei Schwergewichten der Währungsunion, Frankreich und Italien, machen bescheidene Fortschritte. Französische Firmen kommen ab 2015 in den Genuss tieferer Steuern, während in Italien der Kündigungsschutz gelockert wird. Erste Schritte in Richtung einer höheren internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Schliesslich sind die Präsidentschaftswahlen in Griechenland nur der Auftakt zu einem Jahr der politischen Risiken: Unter anderem finden Wahlen in Spanien, Finnland und Grossbritannien statt, die potenziell Anti-EU Parteien befördern.

Angesichte des Rückgangs der Energie- als auch Nahrungsmittelpreise wird die allgemeine Teuerungsrate mit der Nulllinie flirten. Zur grossen Sorge der EZB folgen die Inflationserwartungen diesem Trend, auch wenn sich die Kerninflation auf dem Niveau von 0.7% halten konnte. Der schwächere Euro kann nur einen Teil dieser Belastung kompensieren.

Den ausführlichen Bericht mit weiteren Analysen zu Japan, UK und der Schweiz finden Sie hier…

Erstellt und verabschiedet durch das Economics Department Swiss Life Asset Management AG Zürich
Swiss Life Asset Managers hält fest, dass die oben stehend erläuterten Empfehlungen möglicherweise vor der Publikation dieses Dokuments durch Swiss Life Asset Managers umgesetzt worden sind. Wir stützen uns in der Erstellung unserer Prognosen auf Quellen, welche wir für vertrauenswürdig halten, lehnen jedoch jede Garantie betreffend Richtigkeit oder Vollständigkeit der verwendeten Informationen ab. Dieses Dokument beinhaltet Aussagen zu in der Zukunft liegenden Entwicklungen. Wir übernehmen keinerlei Verpflichtung, diese Annahmen später zu aktualisieren oder zu revidieren. Die tatsächlichen Entwicklungen können im Ergebnis von unseren ursprünglichen Erwartungen deutlich abweichen.

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