ThyssenKrupp prüft Fusion bei Edelstahl-Sparte

Heinrich Hiesinger
Heinrich Hiesinger, ehemaliger Vorstandsvorsitzender Thyssenkrupp.

Essen – Deutschlands grösster Stahlkonzern ThyssenKrupp prüft einen Zusammenschluss seiner Edelstahlsparte mit der finnischen Outokumpu-Gruppe. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Montag in Essen mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «Rheinischen Post». Nach wie vor würden aber weiterhin alle Optionen für eine «Verselbständigung» der Edelstahlsparte Inoxum geprüft. Dazu gehörten ein Börsengang, eine Ausgründung und auch der Verkauf an einen Investor.

«Wir halten es derzeit für angemessen, uns alle drei Optionen offenzuhalten», heisst es in der Mitteilung des Stahlkonzerns. Die Thyssen-Krupp-Aktien gaben vorbörslich um gut zwei Prozent nach. Händler sagten, am Markt sei auf einen Verkauf des Geschäfts spekuliert worden.

Milliardenverlust im Konzern
Im Dezember hatte der Konzern wegen des Debakels im Stahlgeschäft einen Milliardenverlust erlitten. Die Abwertung bei der Edelstahlsparte Inoxum hatte mit 800 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Laut nun bekräftigten Angaben will sich der Konzern bis Ende diesen Jahres von diesem Geschäft trennen. Angesichts des laufenden Prozesses könnten zurzeit aber keine weiteren Details genannt werden, hiess es. Die Verselbständigung sei ein wesentlicher Baustein zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns.

Lediglich Minderheitsanteil angestrebt?
Die «Rheinische Post» hatte am Morgen unter Berufung auf ranghohe Konzernkreise gemeldet, dass ThyssenKrupp beim neuen Edelstahl-Giganten nur einen Minderheitsanteil anstrebt. Der neue Edelstahl-Weltmarktführer käme auf 18.000 Mitarbeiter und mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz, berichtet das Blatt. Auf das Edelstahl-Geschäftes von ThyssenKrupp entfallen dabei 11.000 Mitarbeiter. Bisher war die ThyssenKrupp-Tochter mit 6,7 Milliarden Euro Umsatz der Marktführer. (awp/mc/ps)

Outokumpu

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