Thyssenkrupp trennt sich von Aufzug-Sparte

Thyssenkrupp trennt sich von Aufzug-Sparte
Martin Merz, Vorstandsvorsitzende Thyssenkrupp. (Foto: ThyssenKrupp)

Essen – Der in Finanznöten steckende Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp hat einen Käufer für seine Aufzugsparte gefunden. Mit den Milliarden von den Finanzinvestoren Advent, Cinven sowie dem Ruhrkonzern RAG-Stiftung will Thyssenkrupp nun seine Bilanz sanieren und dann dringend notwendigen Umbau mit einer Konzentration auf das Stahl- und Werkstoffgeschäft vorantreiben. Details zu den Plänen will Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz dabei wie bekannt im Mai vorstellen.

Thyssenkrupp hatte sich am Vorabend mit den beiden Finanzinvestoren sowie der RAG-Stiftung auf den Verkauf des Aufzuggeschäft für 17,2 Milliarden Euro geeinigt. Die Essener werden sich mit 1,25 Milliarden Euro an dem ertragreichen Geschäft rückbeteiligen und dabei einen „substanziellen Minderheitenanteil“ übernehmen, erklärte die Käuferseite am Donnerstagabend.

Sitz bleibt in Deutschland
Die Käufer hätten sich zu weitreichenden Standort- und Beschäftigungsgarantien verpflichtet, hiess es von Thyssenkrupp. Der Unternehmenssitz bleibe in Deutschland, die Arbeitnehmermitbestimmung werde fortgeführt. Advent, Cinven und RAG-Stifung sind eigenen Angaben zufolge langfristig engagiert. Das Aufzuggeschäft sei ein attraktives Investment. Das Wachstum der Sparte soll beschleunigt werden. Dazu kündigte der für die deutschsprachige Region sowie die Schwellenländer verantwortliche Cinven-Partner Bruno Schick Investitionen an, etwa auch in Zukäufe oder auch Produktentwicklung. Das Konsortium sieht wegen des fragmentierten Marktes „attraktive Akquisitions- und Konsolidierungsmöglichkeiten“.

Geld für Sanierung
Merz sprach von einer „vorteilhaften Lösung“ sowohl für Thyssenkrupp als auch für das Aufzuggeschäft selber. Mit den Erlösen will sie die Sanierung Thyssenkrupps finanzieren. So will der Konzern seine Schulden senken. Konkret ist geplant, die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens zum Teil auszufinanzieren. Dazu soll neben Barmitteln auch die Rückbeteiligung am Aufzuggeschäft eingesetzt werden. Nach dem Vollzug werde die Eigenkapitalbasis deutlich gestärkt. Thyssenkrupp strebe eine Bonitätsbewertung im Investment-Grade-Bereich an. Innerhalb von zwei Jahren soll es wieder einen positiven freien Mittelzufluss vor Akquisitionen geben, derzeit ist diese Kennziffer im tiefroten Bereich. Thyssenkrupp verbrennt also Geld.

Mit dem Verkauf der Aufzüge könne Thyssenkrupp wieder Fahrt aufnehmen, erklärte Konzernchefin Merz. „Wir werden das Unternehmen so weit wie nötig entschulden und gleichzeitig sinnvoll in seine Entwicklung investieren.“ Die Transaktion soll bis Ende September abgeschlossen werden. Bis dann soll auch der Kaufpreis fliessen. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen, wobei Thyssenkrupp keine Bedenken erwartet. (awp/mc/pg)

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