Thyssenkrupp verbessert Ergebnisse – Treibt Umbau voran

Thyssenkrupp verbessert Ergebnisse – Treibt Umbau voran
Miguel Angel Lopez Borrego, CEO Thyssenkrupp AG. (Foto: Thyssenkrupp)

Essen – Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat seine Ergebnisse im dritten Quartal trotz eines verhaltenen Marktumfeldes verbessert. Dabei profitierte das Unternehmen insbesondere von seinem laufenden Effizienzprogramm, welches die Ergebnisse in der Stahlsparte sowie bei seinem vor der Abspaltung stehenden Materialhandelsgeschäft TK Accelis steigen liess. Der Marineschiffbauer TKMS lieferte zudem höhere Gewinnbeiträge. Schwächer entwickelte sich hingegen der Automotive-Bereich. Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Thyssenkrupp mit Blick auf die Ergebnisentwicklung etwas optimistischer. Die Aktie stieg am Donnerstagvormittag um knapp 1 Prozent.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg in den drei Monaten per Ende Juni um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Analysten hatten sich eine stärkere Verbesserung erhofft.

Nach Steuern verdiente Thyssenkrupp 34 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 255 Millionen Euro angefallen war. Dabei profitierte das Unternehmen von einem positiven bilanziellen Effekt von 131 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf seiner Anteile an dem defizitären Stahlhersteller HKM an Salzgitter .

Der Verkauf selbst, der Anfang Juli abgeschlossen wurde, dürfte das Ergebnis im vierten Quartal hingegen mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag belasten, sagte Finanzvorstand Axel Hamann in einer Telefonkonferenz.

Der Umsatz verbesserte sich im abgelaufenen Quartal um acht Prozent auf rund 8,8 Milliarden Euro, der Materialhandel profitierte dabei von steigenden Mengen und Preisen.

«Thyssenkrupp gewinnt weiter an operativer Stärke und an strategischer Klarheit», kommentierte Konzernchef Miguel López. Das Unternehmen befindet sich derzeit im Umbau und soll einmal eine reine Finanzholding werden. «Die geplante Börsennotierung von TK Accelis, die Fortschritte bei der Neuaufstellung von Steel Europe und die starke Position von TKMS zeigen, dass unser Zukunftsmodell nicht nur Gestalt annimmt, sondern auch trägt», zeigte sich der Manager überzeugt.

Vergangene Woche hatten die Aktionäre der Abspaltung von TK Accelis zugestimmt. Die Börsennotierung soll noch in diesem Jahr erfolgen, voraussichtlich Ende Oktober. Thyssenkrupp will dabei wie zuvor schon bei TKMS die Mehrheit behalten.

Dagegen streben die Essener bei ihrem Stahlgeschäft das Abschmelzen auf einen Minderheitsanteil an. Auch Steel Europe soll nach dem gescheiterten Verkauf an die indische Jindal Steel verselbstständigt werden. Einen Zeitplan gibt es laut Finanzvorstand Hamann noch nicht. Ende September soll es jedoch einen Kapitalmarkttag von Steel Europe geben.

Für das laufende Geschäftsjahr grenzte Thyssenkrupp seine Ergebnisprognose nach oben ein. So hob das Unternehmen beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) das untere Ende der Spanne um 100 Millionen Euro an und erwartet nun 600 bis 900 Millionen Euro. Analysten rechnen allerdings bereits mit einem Wert von 833 Millionen Euro. Der Konzernverlust soll höchstens 700 statt 800 Millionen Euro betragen.

Beim Umsatz erwartet das Unternehmen hingegen im besten Fall ein Minus von einem Prozent anstelle des zuvor angepeilten Vorjahresniveaus. (awp/mc/ps)

Thyssenkrupp

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