TNT Express schreibt wegen hohen Abschreibungen tiefrote Zahlen

Tex Gunning

Tex Gunning, CEO TNT Express.

Amsterdam – Immense Abschreibungen in Nord- und Südeuropa haben den angeschlagenen niederländischen Logistikkonzern TNT Express im zweiten Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 304 Millionen Euro, wie der Deutsche-Post-Konkurrent am Montag in Amsterdam mitteilte. Als Gründe für die hohen Abschreibungen führte das Management eine veränderte Bilanzierungsstruktur bei den Geschäftssparten an. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern unter dem Strich noch 39 Millionen Euro verdient. Analysten hatten auch diesmal einen Gewinn erwartet.

Der Nettoverlust fiel noch höher aus als die Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Goodwill), die sich auf 296 Millionen Euro summierten. Für das laufende Jahr erwartet der neue Vorstandschef Tex Gunning weiterhin schwierige Geschäftsbedingungen in Europa und Amerika. Im zweiten Quartal ging der Umsatz um drei Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück. Selbst wenn man die Sonderabschreibungen und andere ungewöhnliche Belastungen herausrechnet, schrumpfte der operative Gewinn um 26 Prozent auf 71 Millionen Euro. Vergangenes Jahr hatte TNT seine Rettung unter dem Dach des US-Konkurrenten UPS gesucht. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Widerstand der EU-Kommission. (awp/mc/ps)

 

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