Trotz Krise: Touristenzahl weltweit auf Rekordwert

Taleb Rifai

UNTWO-Generalsekretär Taleb Rifai.

Madrid – Die Reisebranche trotzt der Wirtschafts- und Finanzkrise: Die Zahl der Touristen stieg im Jahr 2011 weltweit um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von 980 Millionen. Dies geht aus der vorläufigen Jahresbilanz hervor, die die Welttourismusorganisation (UNWTO) am Montag in Madrid vorlegte. «In diesem Jahr wird voraussichtlich die Grenze von einer Milliarde überschritten werden», sagte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai.

Für 2012 rechnet die Organisation erneut mit einem – wenngleich abgeschwächten – Wachstum von drei bis vier Prozent. Im vergangenen Jahr habe die Reisebranche in Europa, das mehr als die Hälfte der Touristen in aller Welt anlockt, sich besonders positiv entwickelt. Dort sei die Urlauberzahl um 6,0 Prozent erstmals auf mehr als eine halbe Milliarde gestiegen, teilte die UNWTO mit. Der Zuwachs sei allerdings teilweise darauf zurückgegangen, dass die europäischen Mittelmeerländern von den politischen Unruhen in Staaten der arabischen Welt profitierten. Der Nahe Osten und Nordafrika waren nach Angaben der UNWTO die einzigen Regionen, in denen die Zahl der Touristen sank. Hohe Zuwachsraten erzielten dagegen Südamerika mit zehn und Südasien mit neun Prozent.

«Ermutigende Bilanz»

«Für einen Sektor, der weltweit fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, ist dies eine ermutigende Bilanz», betonte Rifai. «Dies gilt besonders in einer Zeit, in der wir dringend wirtschaftliche Aktivitäten benötigen, die das Wachstum ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen.» Die UNWTO appellierte an die Regierungen in aller Welt, Ferienreisen zu erleichtern. Die Vergabe von Touristen-Visa solle erleichtert und das Verfahren der Ausstellung beschleunigt werden. Die UNWTO zählt als Touristen alle Reisenden, die wenigstens eine Nacht im Ausland verbringen. (awp/mc/ps)

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