Poroschenko bestätigt Truppenabzug aus Debalzewo

Petro Poroschenko

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gesteht Kapitulation in Debalzewo ein.

Debalzewo – Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Abzug von Regierungseinheiten aus der umkämpften Stadt Debalzewo bestätigt. Er räumte damit ein, dass das ukrainische Militär die Schlacht um Debalzewo verloren hat.

Poroschenko, der nun in die Konfliktregion reisen will, erklärte, 80 Prozent der Regierungssoldaten hätten die Stadt verlassen, weitere Truppeneinheiten würden folgen. Die ukrainischen Einheiten hätten mit der Verteidigung Debalzewes ihre Pflicht erfüllt und der Welt «das wahre Gesicht der Banditen und Separatisten gezeigt, die von Russland unterstützt werden», sagte Poroschenko.

Minsker Abkommen de facto hinfälllig
Debalzewo ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region. Auch nach dem Inkrafttreten der Feuerpause in der Nacht auf Sonntag tobten dort Kämpfe. Tausende ukrainische Soldaten sollen eingekreist sein. Ukrainische Truppen und prorussische Separatisten warfen sich gegenseitig Verstösse gegen die Waffenruhe vor. Am Dienstag nahmen die Aufständischen Debalzewo nach erbitterten Gefechten weitgehend ein. Damit gab es knapp eine Woche nach dem Minsker Gipfel nur noch wenig Hoffnung auf baldigen Frieden.

Kremlchef Wladimir Putin hatte die Ukraine am Dienstag Abend zur Kapitulation in der im Osten des Landes umkämpften Stadt aufgerufen. “Die ukrainischen Offiziellen sollten ihre Soldaten nicht daran hindern, die Waffen niederzulegen”, sagte Putin bei einem Ungarn-Besuch. Dann würde die vergangene Woche vereinbarte Waffenruhe auch Bestand haben. Putin betonte zugleich, zur Beilegung des Konflikts könne es “keine militärische Lösung” geben. Dem Westen warf der russische Präsident vor, der Ukraine bereits Waffen zu liefern. (awp/mc/pg)

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