Unilever macht Schwäche in China weiter zu schaffen

Paul Polman
Unilever-CEO Paul Polman.

Unilever-CEO Paul Polman.

London – Die anhaltende Schwäche im Hoffnungsmarkt China hat den Konsumgüterkonzern Unilever auch im vierten Quartal stark belastet. Für das laufende Jahr erwartet Konzernchef Paul Polman ebenfalls keine deutliche Verbesserung der Marktbedingungen. Die Entwicklung 2015 dürfte ähnlich wie im abgelaufenen Jahr sein, räumte der Manager des britisch-niederländischen Konzerns bei Vorlage der Bilanz am Dienstag ein. Dabei sei ein schwächeres erstes Quartal zu erwarten. Im Verlauf des Jahres dürfte sich das Wachstum aber verbessern. Im frühen Handel standen die Aktien unter Druck.

Dank positiver Währungseffekte legte der Umsatz im vierten Quartal konzernweit um 2,4 Prozent auf knapp 12,1 Milliarden Euro zu. Ohne Berücksichtigung von Währungsschwankungen sowie Zu- oder Verkäufen stiegen die Erlöse aber lediglich um 2,1 Prozent und damit weniger stark als die meisten Analysen erwartet hatten. Im Gesamtjahr sank der Umsatz insgesamt um 2,7 Prozent auf 48,4 Milliarden Euro, während der Gewinn um fünf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zulegte. Hier machten sich vor allem Preiserhöhungen bemerkbar.

Abgeschwächtes Wachstum in Schwellenländern
Insbesondere in China läuft das Geschäft nicht rund. Der Hersteller von Dove-Seife, Langnese-Eis und Knorr-Suppen macht mehr als die Hälfte seines Geschäfts in Schwellenländern. Dort schwächt sich das Wachstum derzeit ab. Vor allem China macht Probleme, wo Unilever aufgrund einer schwachen Nachfrage und voller Lager auch im Schlussquartal einen Einbruch bei den Umsätzen hinnehmen musste. Die Erlöse sanken dort um rund ein Fünftel. Auch spürt der Konzern die schwache Konjunktur in weiten Teilen Europas. In vielen Regionen sei der Wettbewerbsdruck weiterhin hoch.

Aktie unter Druck
Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten nicht gut an. Nach den kräftigen Kursgewinnen seit Mitte Oktober standen die Titel am Dienstag zur Eröffnung mit Abschlägen von rund 1,5 Prozent unter Druck. Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen eher enttäuscht. Der Konzern habe zwar in der zweiten Jahreshälfte dank höherer Preise und Kosteneinsparungen seine Profitabilität gesteigert, hiess es in einer Studie von Liberum. Doch die Bewertung sei inzwischen hoch. Der Ausblick sei wie erwartet ausgefallen. (awp/mc/upd/ps)

 

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