US-Autoverkäufe brummen: VW fährt vorne mit

Martin Winterkorn
Martin Winterkorn, ehemaliger VW-Konzernchef.

VW-Konzernchef Martin Winterkorn kann sich über gute Verkäufe in den USA freuen.

Detroit – Während die Europäer beim Autokauf zögern, schlagen die Amerikaner ungebremst zu. Die Hersteller vermeldeten für den September fast durch die Bank Zuwächse. Besonders gut läuft es weiterhin für Volkswagen , deren US-Passat reissenden Absatz findet. Die Wolfsburger wollen auch im restlichen Jahr die Konkurrenz abhängen, wie Landeschef Jonathan Browning am Dienstag erklärte.

VW setzte im vergangenen Monat gut 36.300 Wagen in den Vereinigten Staaten ab, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einen noch stärken Zuwachs erreichte Toyota mit plus 42 Prozent auf 172’000 Wagen. Die Japaner erholen sich damit anhaltend vom schweren Erdbeben und Tsunami im vergangenen Jahr. Damals standen die Fabriken teils still.

Auch Audi mit markant höherem Absatz
Audi knackte bereits nach neun Monaten in den USA in diesem Jahr die Marke von 100.000 verkauften Autos. Im Vergleich zu 2011 stieg der Absatz zwischen Januar und September um 18,5 Prozent. Allein im September steigerte die VW-Tochter ihre Neuwagen-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 Prozent auf 12.302 Neuwagen. Dies sei der drittbeste Verkaufsmonat in den USA überhaupt gewesen, hiess es. Die wachsende Nachfrage nach den neu aufgelegten Modellen deute auf ein Rekordjahr 2012 und weitere Zuwächse im nächsten Jahr hin, sagte Audis Amerika-Chef Mark del Rosso.

Chrysler legt zu, Ford und GM stabil
Bei den drei grossen US-Herstellern fielen die Sprünge kleiner aus: Ford stagnierte bei rund 175.000 verkauften Neuwagen, die Opel-Mutter General Motors wurde 210.200 Autos und damit 2 Prozent mehr los, Chrysler legte um 12 Prozent auf 142.000 Fahrzeuge zu. Für die Chrysler-Mutter Fiat ist das ein Glücksfall: In Europa bleiben die Wagen derzeit auf den Höfen der Händler stehen.

Experten hatten bereits im Vorfeld gute Verkäufe für den September vorausgesagt. Das Autoportal Edmunds.com schätzt, dass in den USA bis zum Ende des Jahres insgesamt 14,4 Millionen Autos abgesetzt werden. Das wäre das beste Ergebnis seit vier Jahren, als die Krise losbrach und der Markt einfror. Für 2013 gehen die Branchenkenner von rund 15 Millionen verkauften Autos aus. (awp/mc/pg)

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