US-Pharmakonzern Mylan lehnt 40-Mrd-Dollar-Offerte aus Israel ab

Heather Bresch

Mylan-CEO Heather Bresch. (Foto: Mylan)

Potters Bar – Der Pharmakonzern Mylan setzt sich mit deutlichen Worten gegen eine feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Teva zur Wehr. In einem am Montag veröffentlichten offenen Brief geht Mylan-Verwaltungsratschef Robert Coury das israelische Unternehmen hart an, hält sich bei einem deutlich höheren Angebot aber ein Hintertürchen offen: Mylan werde frühestens ab 100 US-Dollar pro Aktie daran denken, überhaupt in Verhandlungen über einen möglichen Verkauf einzutreten.

Teva hatte in der vergangenen Woche umgerechnet rund 82 Dollar geboten. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtete, will Teva sich direkt an wichtige Mylan-Aktionäre wenden, um das Unternehmen auch gegen den Willen der Konzernspitze zu schlucken.

«Sie behaupten, die ‹Generika-Industrie neu zu definieren'»
Coury hält Teva aber nicht für einen guten Partner, unter anderem weil das Unternehmen seine Strategie ständig ändere. «Sie behaupten, die ‹Generika-Industrie neu zu definieren›, aber welches Vertrauen können wir haben, dass Sie überhaupt irgendeine klare Vorstellung von dieser Industrie haben?», schreibt Coury. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen die Kaufofferte Tevas abgelehnt.

Der Mylan-Verwaltungsratschef kritisiert ausserdem den Ton und das Auftreten des Ratiopharm-Mutterkonzerns. So sei zu Beispiel die polternde Art eines Teva-Managers in Indien Teil einer «dysfunktionalen Kultur» in dem Unternehmen. Diese sei «ein direktes Resultat eines Verwaltungsrats, der sich weigert, sich zu verändern, dem globale Pharma-Erfahrung fehlt und der ständig ins laufende Geschäft des Unternehmens hereinpfuscht», schreibt Coury. Abgesehen davon ergebe ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen strategisch wenig Sinn und die kartellrechtlichen Hürden wären ein hohes Risiko für einen solchen Deal. (awp/mc/upd/ps)

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