US-Wirtschaft im 1. Quartal nur leicht geschrumpft

Konjunktur USA

Washington – Die US-Wirtschaft ist zum Jahresstart nur leicht geschrumpft. Nach Regierungszahlen vom Mittwoch ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet um 0,2 Prozent zurück. In einer vorherigen Schätzung war noch ein Minus von 0,7 Prozent ermittelt worden. Bankvolkswirte hatten mit der Korrektur gerechnet. Das extrem kalte Wetter und die zahlreichen Hafenstreiks haben die Wirtschaft im Winterquartal belastet.

Den Daten zufolge wurde die Konjunktur vor allem durch die Konsumausgaben gestützt. Sie stiegen mit 2,1 Prozent etwas stärker als zunächst gedacht. Die Investitionen der Unternehmen gingen zwar zurück, allerdings etwas weniger stark als vermutet. Dafür fiel der Lageraufbau etwas kräftiger aus. Der Aussenhandel belastete unter dem Strich das Wachstum, weil die Ausfuhren zurückgingen und die Einfuhren deutlich stiegen.

Auf die Geldpolitik der US-Notenbank dürften die Zahlen eher wenig Auswirkungen haben. Die Fed betrachtet den Durchhänger zum Jahresstart ohnehin als nur übergangsweise Entwicklung. Ausserdem haben jüngste Konjunkturdaten ein günstigeres Bild für das zweite Quartal gezeichnet. Wie schnell in den USA die Zinsen steigen, dürfte vor allem von der Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Teuerung abhängen. Aktuell rechnen viele Beobachter mit einem ersten Zinsschritt nach der Finanz- und Wirtschaftskrise im September oder Dezember.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar. (awp/mc/pg)

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