US-Wirtschaft startet besser ins Jahr als bisher gedacht

USA Konjunktur
(Foto: Eisenhans / Fotolia)

Washington – Die US-Wirtschaft ist nicht ganz so schwach in das Jahr gestartet wie bisher gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe im ersten Quartal um annualisiert 1,2 Prozent zum Vorquartal zugelegt, teilte das Handelsministeriums am Freitag in Washington nach einer zweiten Schätzung mit. In einer ersten Erhebung war nur ein Zuwachs um 0,7 Prozent ermittelt worden. Volkswirte hatten für die zweite Schätzung ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet.

Trotz der Aufwärtsrevision hat die grösste Volkswirtschaft der Welt in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich an Schwung verloren. Im Schlussquartal 2016 war die amerikanische Wirtschaft noch annualisiert 2,1 Prozent gewachsen. Seit einigen Jahren ist zum Jahresauftakt ein vergleichsweise schwaches Wachstum in den USA zu beobachten. In den Folgequartalen zeigte sich regelmässig ein spürbares Anziehen der Konjunktur. Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Die annualisierten Raten geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Deshalb sind die europäischen Wachstumsraten geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Werten vergleichbar.

Privater Konsum und Lagerbestände  bremsten
Trotz Aufwärtsrevision bleibe das amerikanische Wachstum in den ersten drei Monaten enttäuschend, kommentierte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Seiner Einschätzung nach liegt die Ursache unter anderem bei einem vergleichsweise schwachen Konsum. Der private Verbrauch zählt traditionell zu den stärksten Triebfedern der amerikanischen Wirtschaft.Ausserdem habe sich die Entwicklung der Lagerbestände bremsend auf die Konjunktur ausgewirkt. Experte Wortberg sprach von einem „negativen Lagerbeitrag“. Allerdings liessen jüngste Frühindikatoren wieder auf eine stärkere konjunkturelle Dynamik in den USA hoffen, sagte Wortberg weiter.

Euro nach Daten schwächer
Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Die annualisierten Raten geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Deshalb sind die europäischen Wachstumsraten geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Werten vergleichbar. Am Devisenmarkt gaben die Daten dem Dollar Auftrieb. Der Eurokurs fiel im Gegenzug auf ein Tagestief bei 1,1161 Dollar. An der Frankfurter Börse reduzierte der DAX seine Kursverluste. (awp/mc/cs)

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