US-Arbeitsmarkt setzt Erholung fort – Lohnauftrieb nimmt zu

US-Arbeitsmarkt setzt Erholung fort – Lohnauftrieb nimmt zu
Angestellte in einem Ford-Werk in Michigan.

Washington – Der US-Arbeitsmarkt ist auch im März auf Erholungskurs geblieben. Die Arbeitslosigkeit ging weiter zurück und nähert sich weiter rapide dem Niveau, das sie vor der Corona-Pandemie hatte. Die Beschäftigung stieg weiter an, wenn auch etwas schwächer als von Analysten erwartet. Kopfzerbrechen dürfte der US-Notenbank Fed der weiter zunehmende Lohnauftrieb bereiten, da er die ohnehin sehr hohe Inflation zusätzlich anfachen kann.

Die Arbeitslosenquote fiel gegenüber dem Vormonat um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 3,7 Prozent gerechnet. Die Quote liegt nur knapp über dem Niveau von 3,5 Prozent, das sie vor der Corona-Pandemie erreicht hatte. Seinerzeit hatten Volkswirte von faktischer Vollbeschäftigung gesprochen.

Derzeit sind nach Angaben des Ministeriums etwa 6 Millionen Menschen ohne Arbeit. Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren rund 5,7 Millionen Menschen ohne Job gewesen. Auch hier nähert sich der Arbeitsmarkt seinem Vor-Corona-Niveau an. In der Pandemie war der Arbeitsmarkt zeitweise dramatisch eingebrochen.

Stellenaufbau unter Erwartungen
Die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft stieg unterdessen um 431’000 Stellen. Das lag zwar unter den Markterwartungen von 490’000 neuen Arbeitsplätzen. Allerdings wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 95’000 Stellen nach oben korrigiert. Arbeitsplätze wurden im März vor allem im Freizeitbereich und im Gastgewerbe geschaffen. Aber auch im Einzelhandel und in der Industrie kamen Stellen hinzu.

Die Lohnentwicklung beschleunigte sich unterdessen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich im Monatsvergleich um 0,4 Prozent und im Jahresvergleich um 5,6 Prozent. Im Vormonat hatten die Zuwächse 0,1 und 5,2 Prozent betragen. Steigende Löhne sind für die Beschäftigten eine gute Sache, für das ohnehin verletzte Notenbankziel der Preisstabilität stellen sie aber eine Gefahr dar. Denn höhere Löhne fachen den Konsum an und stärken damit die Preissetzungsmacht der Unternehmen. Zudem versuchen Unternehmen rasant steigende Lohnkosten auf die Verkaufspreise umzulegen, was die Inflation weiter antreibt.

Die US-Notenbank Fed hat bereits damit begonnen, gegen die hohe Inflation vorzugehen. Von ihr werden im Jahresverlauf deutliche Zinsanhebungen erwartet. Es wird sogar für möglich gehalten, dass die Fed von den üblichen Zinsschritten um einen Viertelprozentpunkt abweicht und grössere Anhebungen ins Auge fasst. (awp/mc/ps)

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