VP Bank: Die deutsche Wirtschaft entgeht einer erneuten Rezession

Bernd Hartmann

Vaduz – Die Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent beendet vorerst die Diskussionen um eine mögliche Rezession in Deutschland. Ob die Talsohle damit bereits durchschritten ist, bleibt fraglich. Zwar präsentierten sich die Vorlaufindikatoren zuletzt uneinheitlich. ZEW und Ifo zeichnen aus unserer Sicht ein etwas zu optimistisches Bild.

Analyse von Bernd Hartmann, Leiter Investment Research der VP Bank 

Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes prognostiziert der deutschen Wirtschaft eine erneute Verschlechterung der Wirtschaftslage in den kommenden Monaten. Die Situation in der Eurozone bleibt weiter angespannt und birgt ausreichend Potenzial auch das Wachstum in Deutschland in Mitleidenschaft zu ziehen.

Die politische Uneinigkeit in Griechenland erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Austritts aus dem Währungsraum, mitsamt den kaum abschätzbaren Ansteckungsgefahren für andere Staaten. Die Spanier sehen sich zunehmend mit einer Immobilienkrise konfrontiert, welche die Banken aufgrund einer steigenden Anzahl nicht mehr bedienter Kredite in den Abgrund zu reissen droht. Trotz guter Handelsbeziehungen auch ausserhalb Europas dürfte die Bedeutung der Binnennachfrage in den kommenden Quartalen deutlich zunehmen. Trotz einer soliden Konsumentenstimmung zeichnen die Einzelhandelsumsätze bislang jedoch ein Bild der Zurückhaltung. Es bleibt zu hoffen, dass die sich abzeichnenden Lohnsteigerungen die private Nachfrage stimulieren werden und nicht zu einer weiteren Erhöhung der Sparquote führen. (VP Bank/mc)

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