VW stockt Investitionsprogramm auf

VW stockt Investitionsprogramm auf

VW-Konzernchef Martin Winterkorn.

Wolfsburg – Europas grösster Autobauer Volkswagen (VW) will künftig noch mehr Geld für die Zukunftssicherung ausgeben. In den fünf Jahren zwischen 2012 und 2016 würden weltweit 62,4 Milliarden Euro investiert, teilte der Konzern am Freitag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit. «Der Volkswagen Konzern investiert zukunftsorientiert eine Rekordsumme, um sein Ziel zu erreichen, der ökonomisch und ökologisch beste Automobilhersteller der Welt zu werden», sagte Vorstandschef Martin Winterkorn in Wolfsburg.

Damit stockt der Volkswagen Konzern im Vergleich zum bisherigen Fünf-Jahres-Plan sein Budget um rund ein Fünftel auf. Von der jetzt genannten Gesamtsumme entfallen 49,8 Milliarden Euro auf Sachinvestitionen. 57 Prozent davon fliessen in die deutschen Standorte. 11,6 Milliarden Euro gehen auf das Konto von Entwicklungskosten. Die Niedersachsen investieren auch in erneuerbare Energien, um die Fabriken mit Strom zu versorgen. Die Investitionsquote bewege sich insgesamt durchschnittlich bei rund sechs Prozent vom Umsatz, hiess es. Hinzu kommen Ausgaben der Gemeinschaftsunternehmen in China. Zusammen mit den lokalen Partnern investiert VW bis 2016 dort 14 Milliarden Euro.

Betriebsrat zieht mit
Das VW-Management kann auf die Unterstützung der Arbeitnehmer zählen. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratschef Bernd Osterloh sagte: «Volkswagen stärkt mit diesem Investitionspaket einmal mehr die Zukunftsfähigkeit des Konzerns, indem wir auf hohem Niveau in neue, innovative Produkte, Fertigungsverfahren und unsere weltweiten Standorte investieren. Das sichert die Beschäftigung nachhaltig.»

Winterkorn sieht Volkswagen auf Kurs
Nach den Rückschlägen bei der geplanten Fusion mit Porsche und dem Zwist mit Partner Suzuki versucht VW-Chef Martin Winterkorn die Wogen zu glätten: «Bei Volkswagen läuft nichts aus dem Ruder», sagte der Konzernchef im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom Freitag. Dass Suzuki auf eine Auflösung der Partnerschaft dringt, bezeichnete Winterkorn als «kein Beinbruch». Die Wolfsburger wollten ihren 20-prozentigen Anteil an den Japanern behalten. In Bezug auf die Verwerfungen an den Finanzmärkten, die auch die VW-Aktie auf Talfahrt schickten, bliess Winterkorn ins gleiche Horn, wie viele seiner Kollegen aus der Autobranche: «Dieser Kursrutsch hat mit unseren Fundamentaldaten nichts zu tun», sagte der Manager dem Blatt. «Wir sehen in unserem Geschäft derzeit praktisch keine Abschwächung.»

Bald verantwortlich für rund eine halbe Million Mitarbeiter
Eine Überlastung seiner eigenen Position sieht Winterkorn nicht. «Die Dinge, die wichtig sind, bleiben nicht liegen», sagte der Konzernchef. MAN und Porsche hinzugerechnet wird Winterkorn bald die Verantwortung für einen Umsatz von 150 Milliarden Euro und rund eine halbe Million Mitarbeiter tragen. (awp/mc/ps)

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