WEF: Rousseff sieht Brasilien für straffere US-Geldpolitik gerüstet

Dilma Rousseff

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff am diesjährigen WEF. (© WEF/swiss-image.ch)

Davos – Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff erwartet keine Schockwellen für ihr Land aus dem Ende Krisenpolitik der US-Notenbank. Das Auslaufen der massiven Anleihenkäufe könnte kurzfristig zu Schwankungen führen, sagte die Politikerin am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Brasilien sei aber auf das Ende der umfangreichen Anleihenkäufe gut vorbereitet. Sie verwies unter anderem auf die 370 Milliarden US-Dollar schweren Fremdwährungsreserven des Landes.

Nach Jahren rasanten Wachstums schwächelte die brasilianische Wirtschaft seit einiger Zeit. Im vergangenen Jahr legte das Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent zu, 2010 waren es noch 7,5 Prozent. Viele Experten befürchten, dass das Land durch das Auslaufen der lockeren Geldpolitik in vielen Industrieländern den nächsten Schlag bekommen könnte. Hintergrund ist die Annahme, dass Investoren dann weniger in Schwellenändern investieren könnten.

Werben um Vertrauen
Rousseff warb um das Vertrauen von Anlegern. Sie versicherte, dass ihre Regierung für eine stabile Währung kämpfen werde. Das Ziel liegt bei 4,5 Prozent. Vergangene Woche hatte die Zentralbank zum sechsten Mal nacheinander die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 10,50 Prozent angehoben. Mitte Januar lag die Inflationsrate bei 5,63 Prozent, etwas unter den 5,85 Prozent einen Monat zuvor. Rousseff rief Investoren dazu auf, nicht auf die kurzfristige Schwäche, sondern auf die langfristig guten Aussichten zu schauen. (awp/mc/ps)

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