Wie die Europäer lernten, Milch zu verkraften: 5000 Jahre Durchfall

Wie die Europäer lernten, Milch zu verkraften: 5000 Jahre Durchfall
Litten unsere laktoseintoleranten kupferzeitlichen Vorfahren 5000 Jahre lang an Blähungen, Krämpfen und Durchfall, nur weil unter den frühen Rinderhirten Milchtrinken hip war (und noch niemand Hafermilch erfunden hatte)? (Foto: MiS / IMAGO / SPIEGEL)

Schon vor Tausenden Jahren tranken Menschen Milch – in Epidemien und Hungersnöten wurde das zum tödlichen Problem. Nun haben Forscher untersucht, wie Europäer Laktose zu tolerieren lernten.

Warum trinken wir Menschen überhaupt Milch? Eigentlich ist es kurios: Wir halten weibliche Tiere in einem Zustand ständiger Säugefähigkeit, um ihre Muttermilch industriell abzupumpen und diese dann zu trinken oder verschimmeln zu lassen (und den Schimmel dann zu essen).

Tatsächlich ist Milch sehr nahrhaft, eiweissreich, sie hat mehr Kalorien als Cola, gilt daher als Nahrungsmittel, nicht als Getränk – Pech für die Menschen, denen das Enzym Lactase fehlt, das den Milchzucker aufspaltet. Wenn jemand das nicht hat, übernehmen Bakterien im Darm die Verarbeitung, das führt manchmal zu Blähungen, Krämpfen und Durchfall – Symptome der Laktoseunverträglichkeit.

Unter Menschen verfügen eigentlich nur Babys über Lactase, der Mensch verliert es normalerweise im Alter von fünf Jahren. Doch seit etwa 5000 Jahren hat sich unter den Menschen in Europa eine Verträglichkeit durchgesetzt. Bisher war unklar, wie es dazu kam. Die umfassende Studie »Dairying, diseases and the evolution of lactase persistence in Europe« («Milchwirtschaft, Krankheiten und die Entwicklung der Lactasebeständigkeit in Europa») zeigt nun: Rund 5000 Jahre lang tranken Europäer Milch, ohne sie wirklich zu vertragen.

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