WTO: Euro-Schuldenkrise drückt Welthandel – Prognosen gesenkt

Pascal Lamy

Pascal Lamy, Generaldirektor WTO

Genf – Die Euro-Schuldenkrise wird den Welthandel nach Einschätzung der WTO bis zum nächsten Jahr spürbar dämpfen. Für 2012 rechnet die Welthandelsorganisation deshalb nur noch mit einem globalen Wachstum von 2,5 Prozent, nach 3,7 Prozent vor fünf Monaten. Auch für 2013 korrigierte WTO-Chef Pascal Lamy am Freitag die Erwartungen. Demnach wird nur noch mit einer weltweiten Zunahme des Handels von 4,5 Prozent gerechnet, nach zuvor 5,6 Prozent.

„In einer zunehmend miteinander verflochtenen Welt drohen sich ökonomische Schocks schnell auszubreiten“, sagte Lamy. Laut WTO hat vor allem die europäische Schuldenkrise die Hoffnung auf eine exportgetriebene Erholung der Weltwirtschaft zunichte gemacht. Für die Korrektur der Prognose habe dies eine grosse Rolle gespielt. Die EU steht immerhin für 60 Prozent der Importe der entwickelten Volkswirtschaften. Gemeinsam mit einer nachlassenden Nachfrage aus China treffe die vor allem die Entwicklungsländer, vor allem in Asien, so die WTO. Die Welthandelsorganisation befürchtet zudem eine wachsende Gefahr, dass die jahrelange Krise die Regierungen verstärkt zu protektionistischen Massnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft veranlassen könnte. (awp/mc/cs)

 

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