ZEW-Index sinkt auf tiefsten Stand seit Dezember 2008

Wolfgang Franz

ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Mannheim – Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im September weiter eingetrübt und ist auf den tiefsten Stand seit Dezember 2008 gesunken. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 5,7 Punkte auf minus 43,3 Zähler gefallen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit.

Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem etwas schwächeren Rückgang auf minus 43,1 Punkte gerechnet. Auch die Lagebeurteilung gab weiter nach. Sie sank um 9,9 Punkte auf 43,6 Zähler und lag damit deutlich über den Markterwartungen. Im August – dem Monat heftiger Börsenturbulenzen – hatten beide Indikatoren ungewöhnlich stark nachgegeben.

Siebter Rückgang in Folge
Mit dem abermaligen Rückgang sind die ZEW-Konjunkturerwartungen nun zum sieben Mal in Folge gesunken. Zudem haben sie sich noch weiter von ihrem historischen Mittelwert bei 25,6 Punkten entfernt. Das ZEW führt die Stimmungseintrübung auf die Schuldenkrise im Euroraum und die Angst vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft zurück. Allerdings habe sich die Abwärtsdynamik der Konjunkturperspektiven etwas abgeschwächt, schränkte ZEW-Präsident Wolfgang Franz ein.

Künftige Konjunkturentwicklung von hoher Unsicherheit geprägt
«Gleichwohl ist die künftige Konjunkturentwicklung von hoher Unsicherheit geprägt.» Dies dürfte die Stimmung unter Investoren und Konsumenten eintrüben. Für den Euroraum ergibt sich ein ähnliches Bild wie für Deutschland. Hier gaben die Konjunkturerwartungen um 4,6 Punkte auf minus 44,6 Zähler nach. Die Lageeinschätzung sank um 8,8 Punkte auf minus 27,9 Zähler. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Daten. (awp/mc/pg)

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