Daniel Manser, Geschäftsführer Derivative Partners Media AG

Daniel Manser, Geschäftsführer Derivative Partners Media AG

Daniel Manser, Geschäftsführer Derivative Partners Media AG (Foto: payoff)

Von Dieter Haas, Derivative Partners Media AG, www.payoff.ch.

payoff im Gespräch mit Daniel Manser, Geschäftsführer Derivative Partners Media AG, über die erste virtuelle Anlegermesse der Schweiz, die neuen Möglichkeiten des digitalen Austausches, hohe Ziele, Kinderkrankheiten und künftige Pläne.

payoff: Wie lautet das Fazit zur ersten anlagewelt.ch?

Daniel Manser: Ich freue mich sagen zu können, dass das Experiment gelungen ist. Wir haben sehr viel positives Feedback erhalten, die Mehrheit der Teilnehmer ist vom grossen Potenzial dieses Formats überzeugt. Selbstverständlich gibt es aber wie bei jedem Pilotprojekt auch noch Einiges, was verbessert werden muss. Die Reise ist noch lange, wir haben aber die ersten Schritte getan.

Was stand im Vorfeld besonders im Fokus?

Der wohl grösste Teil der Vorbereitungen wurde in Erklärarbeit bei den Ausstellern und Partnern investiert – wie immer wenn man etwas das erste Mal tut – sowie in die Erarbeitung des audiovisuellen Rahmenprogramms. So wurde eine Filmcrew in den exotischen Norden Thailands zu Marc Faber geschickt, parallel wurden u.a. in London und New York Videos für das Auditorium der anlagewelt/Virtual FinFair gedreht. Doch sämtliche Mühen haben sich gelohnt.

Wie sind die Aussteller mit der neuartigen Technik umgegangen?

Wirklich neuartig war die Technik nicht, dass haben die Aussteller dann schnell realisiert. Nach kleiner Hilfestellung durch uns, ging es relativ einfach. Man kann es vergleichen mit dem Erstellen eines LinkedIn-Profils, wo Bilder und Daten sauber und vollständig hochgeladen werden. Die Mehrheit der Aussteller haben letztendlich mit einer extrem professionellen Aussenwirkung an ihren Ständen geglänzt.

Wie viele Besucher hatte die Messe an den zwei Tagen?

Wir hatten insgesamt knapp 2‘700 Registrierungen und an den beiden Messetagen insgesamt 1‘400 Besucher. Damit haben wir unsere hochgesteckten Besucherziele noch nicht erreicht, aber der Bedarf nach neuen Formen der Interaktion hat sich erfolgreich bestätigt. Es hat sich gezeigt, dass professionelle Besucher den Zugang zur Messe einfacher fanden als Privatanleger. Hier liegt noch Aufklärungsarbeit vor uns.

Was wurde von den Teilnehmern besonders gelobt?

Die Besucher zeigten sich beeindruckt und überwältigt von der Plattform an sich, vom digitalen Messeerlebnis und den damit verbundenen Möglichkeiten. Die meisten haben viel weniger erwartet als schlussendlich geboten wurde, daher war wohl die durchschnittliche Verweildauer auch sehr hoch. Vielen ist erst mit dem eigentlichen Onlinebesuch bewusst geworden, was eine virtuelle Messe alles bieten kann.

«Vielen ist erst mit dem eigentlichen Onlinebesuch bewusst geworden, was eine virtuelle Messe alles bieten kann.»

Wo lagen die grössten Schwierigkeiten?

Anfangs hatten wir einige technische Probleme, welche dann aber grösstenteils behoben werden konnten. Einige der Personen welche sich registriert hatten konnten zudem nicht wie gewünscht auf die Plattform zugreifen, da dies die eigene, bankinterne Firewall nicht zuliess. Im Bereich der Technik muss sicher noch nachgelegt werden — dort werden wir das Komfortlevel weiter erhöhen.

Was läuft virtuell anders ab als im realen Leben?

Es ist so, dass Personen in einer virtuellen Welt anders miteinander kommunizieren und interagieren als in der realen Welt. Hier gilt es für uns als Veranstalter, die Vorteile der virtuellen Welt wie Effizienz, Schnelligkeit oder die tieferen Hemmschwellen noch besser zu unterstützen und zu fördern.

Wie verlief die Kontaktanbahnung konkret?

Nach allem was uns an Feedbacks herangetragen wurde, ist der wohl grösste Unterschied, dass in der virtuellen Welt viel unkomplizierter aber teilweise auch unverbindlicher miteinander umgegangen wird. Insbesondere die Chat-Funktion wurde sehr rege genutzt.

Welche Funktionen wurden am häufigsten genutzt?

Wir sahen grosse Aktivitäten beim Austausch der Visitenkarten und natürlich den gerade erwähnten Chats. So wurden ingesamt rund 12‘400 Business Cards getauscht und 6‘375 Chats geführt. Auch die Broschüren-Downloads und Videos wurden rege nachgefragt.

«Es wurden rund 12‘400 Business Cards getauscht und 6‘375 Chats geführt.»

Gibt es bereits Ideen für die nächste Auflage?

Diese gibt es ganz sicher. Wir erörtern in den kommenden Wochen zusammen mit unseren Partnern die Details und weitere Planungen. Die spannende Reise in die virtuelle Messewelt hat eben erst begonnen, ist aber sehr vielversprechend und es macht Freude und Mut, nun weitere grosse Schritte zu gehen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung.

Herzlichen Dank für das Interview.

 Der Gesprächspartner:
Daniel Manser ist Geschäftsführer von Derivative Partners. Der bekannte Finanzmarktexperte ist seit 2001 in der Schweizer  Investmentbranche tätig. Manser konzipierte während seiner Tätigkeit als Produktmanager bei der St. Galler Kantonalbank u.a. das erste Strukturierte Produkt für die Säule 3a. Er ist seit dem Jahr 2007 in der Geschäftsführung von Derivative Partners und in dieser Funktion in vielfältige Projekte wie das Anlegermagazin «payoff», das Investors Panel (vormals «Friends of  Strukis») und die Swiss Derivative Awards eingebunden. Der Betriebsökonom HWV ist Co-Autor des Fachbuchs «Die Welt der Strukturierten
Produkte» und Absolvent des Executive Programms des Swiss Finance Institutes.

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