Eric Vauthey, Mitglied Geschäftsleitung Banque Cantonale Vaudoise

Eric Vauthey, Mitglied Geschäftsleitung Banque Cantonale Vaudoise

Eric Vauthey, Mitglied der Geschäftsleitung der Banque Cantonale Vaudoise. (Foto: payoff)

Von Martin Raab, Derivative Partners Media AG, www.payoff.ch.

payoff im Gespräch mit Eric Vauthey, Mitglied der Geschäftsleitung der Banque Cantonale Vaudoise, über Top-Service-Qualität, neue Schwerpunkte, aktuelle Lösungsansätze für Vermögensverwalter und den Sympathiebonus in der Deutschschweiz.

payoff: Herr Vauthey, Ihre Bank hat das erste Mal einen Swiss Derivative Award erhalten in der Kategorie Top-Service. Wo lagen ihre Stärken?

Eric Vauthey: Wir wissen diese erste Auszeichnung zu schätzen und sind selbstverständlich sehr stolz darauf. Der Award ist die Belohnung für die ganze Arbeit, die wir in den letzten drei Jahren in die Verbesserung unserer Website, unserer Unterlagen und unserer Market-Making-Qualität am Sekundärmarkt gesteckt haben.

Welche Pläne hat die BCV, um ihr das Niveau weiter zu verbessern?

Wir sind uns durchaus bewusst, dass unsere Bonität mit dem AA-Rating allein nicht ausreicht. Daher müssen auch einen Top-Service erbringen, der den Ansprüchen unserer Kundinnen und Kunden gerecht wird. Wir werden alles daransetzen, unserer Kundschaft nutzbringende Lösungen anzubieten.

«Wir sind auch in Zürich vor Ort und damit für unsere Deutschschweizer Kundschaft sehr nahe.»
Eric Vauthey, GL-Mitglied der Banque Cantonale Vaudoise

Wie halten Sie ihre Anlagekunden regelmässig informiert?

Zum besseren Verständnis der Bedürfnisse haben wir 2013 bei allen unseren Kundinnen und Kunden eine Befragung durchgeführt. Daraufhin haben wir das Layout und den Inhalt unserer Newsletter angepasst, um einfache, kurze und nützliche Informationen bereitzustellen. Diese Newsletter wurden bereits von rund 2‘000 Kundinnen und Kunden abonniert und kann bequem auf www.bcv.ch/invest abonniert werden.

Wo setzt Ihr Team im laufenden Jahr die Schwerpunkte im Bereich der strukturierten Produkte?

Hier sind zwei Schwerpunkte gesetzt worden: Erstens die Optimierung unserer gesamten Produktionskette: Wir werden die Prozesse, wenn immer möglich, vereinfachen und automatisieren. So soll trotz des starken Anstiegs der Nachfrage und des Volumens stets ein Service höchster Qualität sichergestellt werden. Zweitens möchten wir den Anlegerinnen und Anlegern in der Deutschschweiz und in der Romandie eine erstklassige Alternative bieten.

Wie sehen Sie das Thema Regulierung und den zu erwartenden Aufwand (Stichwort Fidleg, KIID etc.)?

Wir wären sicherlich alle ohne diesen zusätzlichen Aufwand und diese neuen Auflagen ausgekommen. Dennoch bleiben wir positiv und optimistisch. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag: Dies alles kann auch eine Chance sein. Dank unserer Grösse und unserer strikten Ausrichtung auf den Schweizer Markt können wir die erforderlichen Anpassungen rasch vornehmen. In den kommenden Monaten möchten wir weitere Schritte in die richtige Richtung unternehmen und die Klarheit und Transparenz weiter verbessern – noch bevor die betreffenden Gesetze umgesetzt werden.

Welche Produkte werden bei Ihnen derzeit besonders stark nachgefragt?

Mehr und mehr stellen wir fest, dass der Regulierungsdruck den externen Vermögensverwaltern zu schaffen macht. Sie würden lieber mehr Zeit damit verbringen, ihren Beruf auszuüben als sich einen Weg durch diesen Dschungel zu bahnen. Der zusätzliche Aufwand zwingt sie, ihre Prozesse zu optimieren. Aus diesem Grund bieten wir zahlreiche massgeschneiderte Actively Managed Certificates an.

«Der Regulierungsdruck macht externen Vermögensverwaltern zu schaffen.»

Dass heisst AMC-Lösungen sind für die BCV ein Wachstumsfeld?

Ja, wir sehen dort grosses Potenzial und Nutzen für externe Vermögensverwalter. Diese können damit das Management ihrer Kundenportfolios rationalisieren.

Sie haben als einer der wenigen Emittenten inverse BRCs (u.a. BCV31G) lanciert. Gibt es Überlegungen, weitere Produkte dieser Art einzuführen?

Wir haben dieses Produkt emittiert, um ganz spezifischen Wünschen einiger Kundinnen und Kunden entgegenzukommen. Es ist nicht geplant, diese Art Produkte systematisch und in grossem Umfang anzubieten, auch wenn dies unter bestimmten Marktbedingungen sinnvoll sein könnte.

Bei der Strukturierung setzt die BCV häufig auf europäische Barrieren, im Unterschied zu manchem Mitbewerber. Welches sind die Gründe hierfür?

Die BCV gehörte zu den ersten Emittenten, die diese Art Barriere anboten. Auf diese Weise können wir Investoren, die im Gegenzug dazu bereit sind, auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten, zusätzlichen Schutz bieten. Dies ist sehr beliebt bei Kundinnen und Kunden, die das Risiko, den Basiswert entgegennehmen zu müssen, verringern möchten.

Gibt es deutliche Unterschiede bezüglich Strukturierten Produkten  zwischen der Romandie und der Deutschschweiz?

Ich muss gestehen, dass wir in der Deutschschweiz einen grossen Sympathiebonus geniessen. Der Grossteil unseres Salesteams ist zweisprachig. Dank unserer Geschäftsstelle in Zürich, die für das Asset Management und den Vertrieb unserer Fonds in der Deutschschweiz zuständig ist, sind wir auch unserer Deutschschweizer Kundschaft sehr nahe. Was die Produkte betrifft, so gibt es keine grossen Unterschiede – mit Ausnahme der Sprache, in der die Unterlagen verfasst sind!

Herzlichen Dank für das Interview.

Der Gesprächspartner:
Eric Vauthey (Jahrgang 1965) ist Handelschef und Mitglied der Geschäftsleitung der BCV. Er kann als «Kind der BCV» bezeichnet werden. Nach seiner Banklehre beim welschen Staatsinstitut war er, abgesehen von kurzen Unterbrüchen, stets für die Waadtländer tätig. Er war dort für verschiedene Bereiche im Trading verantwortlich, bevor er 2009 die Leitung des gesamten Handels (55 Mitarbeitende) übernahm. Vauthey ist Absolvent des Executive Programms der Swiss Banking School und hat ein MBA der IMD Lausanne. In seiner Freizeit frönt der ehemalige Gebirgsinfanteriest Skiwanderungen mit den dazugehörenden Freerides. Im Sommer ist Vauthey oft als Jogger oder Wanderer unterwegs.

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