Kurt Mäder, LLB und Francisco Fernandez, Avaloq

Kurt Mäder und Francisco Fernandez

Francisco Fernandez, CEO Avaloq Evolution AG (links) und Dr. Kurt Mäder, Leiter Corporate Service Center & Mitglied der Gruppen- und Geschäftsleitung der Liechtensteinischen Landesbank AG (LLB)

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Herr Mäder, auf welcher strategischen Grundlage wurde das Projekt zur Erneuerung der Banking-Plattform lanciert?

Kurt Mäder, LLB: Wir hatten in der LLB-Gruppe eine sehr heterogene IT-Landschaft und wollten diese vor dem Hintergrund des angestrebten Wachstums vereinheitlichen. Um international wachsen zu können, haben wir eine Plattform gesucht, die mehrsprachig ist, die mehrere Währungen abwickeln kann und die mandantenfähig ist. Die bisherige Plattform konnte diese Bedingungen nicht erfüllen.

War die von Ihnen angesprochene, mittlerweile abgelöste Plattform eine Eigenentwicklung oder waren darin bereits Fremdprodukte involviert?

Kurt Mäder, LLB: In der LLB selbst war seit über 20 Jahren eine Eigenentwicklung in Betrieb. Durch die Übernahme der Bank Linth hatten wir dann ab 2007 eine Bank in der LLB-Gruppe, bei der das Avaloq Banking System im Einsatz stand. Insofern waren bereits Erfahrungen mit Avaloq vorhanden, und wir haben gewusst, dass es sich um ein System handelt, das die genannten Bedürfnisse abdeckt.

“Das wichtigste Kriterium war die Erfüllung der Anforderungen hinsichtlich Wachstum und Mandantenfähigkeit, damit wir in Vaduz in einem zentralen IT-Service-Center unsere IT-Dienstleistungen konzentrieren konnten.” Dr. Kurt Mäder, LLB

Haben Sie verschiedene Systeme evaluiert und welches waren die wichtigsten Entscheidungskriterien?

Kurt Mäder, LLB: Wir haben das Avaloq Banking System als integrierte Lösung einer Modernisierung unserer Eigenlösung gegenübergestellt. Weitere Systeme haben wir nicht in die Evaluation einbezogen, hauptsächlich weil wir das Avaloq Banking System wie angesprochen bereits bei der Bank Linth und somit in der LLB-Gruppe in Betrieb hatten. Seit der Implementierung bei der Bank Linth hatte sich bezüglich neuer Anbieter nicht viel verändert.

Das wichtigste Kriterium war die Erfüllung der Anforderungen hinsichtlich Wachstum und Mandantenfähigkeit, damit wir in Vaduz in einem zentralen IT-Service-Center unsere IT-Dienstleistungen konzentrieren konnten.

“Die Führung des Projekts war immer bei der Bank. Dies ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, weil ein solches Projekt eben meistens nicht ein IT-Projekt ist, sondern ein gewaltiges Change-Projekt.” Francisco Fernandez, Avaloq Evolution AG

Die Entscheidungskriterien waren ja auch mit Erwartungen verbunden. Haben Sie zum heutigen Zeitpunkt bereits einen Überblick, inwieweit diese Erwartungen erfüllt worden sind?

Kurt Mäder, LLB: Wir können heute bereits sagen, dass sich die Erwartungen an den Betrieb einer einheitlichen Plattform erfüllt haben. Wir haben jetzt drei Banken in der sogenannten MESI-Architektur (Multiple Entities, Single Instance), also mehrere Entitäten auf der gleichen Datenbankinstanz. Zudem ist die Plattform mehrsprachig und wir können den Betrieb in unserem IT-Service-Center konzentrieren. Dies führt zu einer Vereinfachung der operativen Abläufe und der Produktion. Vor allem im Back Office-Bereich gehen wir jetzt schrittweise in Richtung Shared Services. Hier ist es für eine Bilanz aber noch zu früh, weil wir noch mitten in diesem Prozess stecken.

Herr Fernandez, was hat der Entscheid zugunsten von Avaloq für Ihr Unternehmen bedeutet? Liechtenstein ist ja jetzt so etwas wie „Avaloq country“.

Francisco Fernandez, Avaloq: Was mich besonders freut, ist, wenn wir über eine Tochtergesellschaft mit der Muttergesellschaft ins Geschäft kommen. Dies war auch zuvor schon der Fall. Zum Beispiel wurde die Bank von Ernst von der Royal Bank of Scotland Coutts gekauft: so kam zuerst die Muttergesellschaft in der Schweiz zu uns, dann kam das ganze Auslandsgeschäft dazu, inklusive des Hauptsitzes in London. Üblicherweise verläuft der Prozess ja umgekehrt, nämlich dass der Käufer die akquirierte Bank auf seine Systeme umstellt. Der liechtensteinische Markt hat drei grosse Finanzinstitute, und alle drei sind jetzt unsere Kunden. Wir werden alles daran setzen, diese drei Banken heute und in Zukunft optimal bedienen zu können. Der Markt bleibt nicht stehen, insofern gibt es so etwas wie eine Sättigung in unserem Markt praktisch nicht. Finanzmärkte sind sehr dynamisch und die Kombination von Finanzmärkten und IT ist so etwas wie die Quadratur des Kreises.

Herr Mäder, könnten Sie etwas zu den Wachstumsplänen der LLB sagen und welche Rolle Avaloq dabei spielt?

Kurt Mäder, LLB: Unsere Wachstumsstrategie beruht mit der Festigung des Heimmarktes Liechtenstein, dem Ausbau der Aktivitäten in der Schweiz und dem Aufbau neuer Märkte auf drei Säulen. Im grenzübergreifenden Private Banking wachsen wir in der jetzigen Struktur mit den Buchungszentren Schweiz, Liechtenstein und Österreich. Ein nächster Schritt im internationalen Wachstum bezogen auf das Avaloq Banking System wird somit sicherlich die LLB Österreich sein. Diese betreibt derzeit eine andere Lösung, aber unsere IT-Strategie besagt ganz klar, dass wir innerhalb der LLB-Gruppe für alle Banken eine einheitliche IT-Plattform wollen, um Synergien optimal nutzen sowie Kosten und Komplexität senken zu können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um weiterhin erfolgreich wachsen zu können, ohne dabei von der IT-Seite her gebremst zu werden.

“Wir können heute bereits sagen, dass sich die Erwartungen hinsichtlich des Betriebs dreier Banken auf einer Plattform erfüllt haben.” Dr. Kurt Mäder, LLB

Es sind nun alle drei grossen liechtensteinischen Banken auf dem Avaloq Banking System. Gibt es noch Synergien im IT-Bereich für den Betrieb der Plattform, die noch verstärkt genutzt werden könnten? Eine erste Zusammenarbeit besteht ja mit der VP Bank. Wäre zum Beispiel ein gemeinsames Dienstleistungszentrum für Liechtenstein denkbar?

Kurt Mäder, LLB: Wir haben seit einem Jahr eine Kooperation mit der VP Bank, bei der wir verschiedene Bereiche angeschaut und auch einzelne Projekte schon umgesetzt haben, wie zum Beispiel das gemeinsame Outsourcing an ein Druck- und Versandzentrum. Ein weiteres Projekt ist die Zusammenarbeit bei den Rechenzentren. Künftig werden beide Banken jeweils ein Rechenzentrum an einem gemeinsamen Standort betreiben, um beispielsweise in Bereichen wie Energieversorgung, Klimatisierung oder Sicherheit Synergien zu nutzen. Ausserdem haben wir für den gemeinsamen Einkauf von Finanzinformationen ein Joint Venture gegründet und prüfen laufend weitere Möglichkeiten. Ein gemeinsames IT-Dienstleistungszentrum ist derzeit aber kein Thema.

Wie war die Projektaufteilung zwischen der LLB und Avaloq geregelt? Waren noch weitere Partner involviert?

Francisco Fernandez, Avaloq: Die Implementierung hat über unser klassisches Geschäftsmodell stattgefunden. So hatte die LLB einerseits Monex als Hauptimplementationspartner zur Verfügung und andererseits die Spezialisten von Avaloq als Softwareprovider und High End-Berater bei komplexen Problemstellungen.

Kurt Mäder, LLB: In der hausinternen Informatik beschäftigen wir über 80 Personen, von denen haben sich 40 sehr früh im Projekt von Avaloq zertifizieren lassen und anschliessend mit Monex zusammen die verschiedenen Projektteams gebildet. So konnte auch ein Know-How-Transfer von den Monex-Spezialisten zu unseren Informatikern gewährleistet werden. Ende März wird das Projekt offiziell beendet und zu diesem Zeitpunkt werden unsere eigenen Informatiker in der Lage sein, das System zu betreiben, zu warten und auch selbst zu parametrieren.

Francisco Fernandez, Avaloq: Die Führung des Projekts war immer bei der Bank. Dies ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, weil ein solches Projekt eben meistens nicht ein IT-Projekt ist, sondern ein gewaltiges Change-Projekt. Wenn die Bank den Lead hat, kommt das auch gut. Eine Veränderung dieser Art kann einfach nicht “outsourced” werden.

Kurt Mäder, LLB: Ich kann diese Aussage nur unterstützen. Insgesamt waren über 300 Mitarbeitende unserer Gruppe in das Projekt involviert, darunter auch um die 200 sogenannte Schlüsselbenutzer aus den Geschäftsbereichen, die ihren Fachbereich im Projekt vertreten haben. Wir hatten Personen, die praktisch Vollzeit im Projekt involviert waren, obschon sie eigentlich Banker sind. Sie konnten mitgestalten und mitwirken und dies hat auch in der gesamten LLB-Gruppe den Zusammenhalt gefördert. Ich habe immer wieder erfreut zur Kenntnis genommen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Teams der Bank Linth und den Teams in Vaduz, Lugano oder Zürich funktioniert hat.

Können Sie uns etwas über Ihre Erwartungen hinsichtlich des Returns on Investment (ROI) sagen?

Kurt Mäder, LLB: Natürlich hatten wir mit dem während rund 20 Jahren selbst entwickelten und gepflegten Hostsystem auf der Kostenseite eine sehr günstige Lösung. Der Grund für den Wechsel war, uns für die Zukunft und weiteres Wachstum fit zu machen.Wie eingangs erwähnt, war der Entscheid für Avaloq also insbesondere ein strategischer. Die Plattform hilft uns mittel- und langfristig, im Bereich der Operations die Komplexität und damit auch die Kosten zu senken sowie Shared Services einzurichten.

“Die meisten schauen sich ja nur die Total Cost of Ownership (TCO) und nicht den Total Value of Ownership an.” Francisco Fernandez, Avaloq Evolution AG

Francisco Fernandez: Beim ROI fokussieren die meisten nur auf die Total Cost of Ownership und nicht auf den Total Value of Ownership. Bei der Total Cost of Ownership kann man sich einerseits fragen, wie sich die IT-Kosten vor und nach der Implementierung entwickelt haben: eher positiv oder eher negativ? Viel wichtiger ist aber die Frage, wie sich das IT Investment auf die „Total Operating Costs“ der Bank, also die gesamten Kosten der Verarbeitungs- und Verwaltungsprozesse dadurch verändert haben. Die massive Komplexitätsreduktion der Prozess- oder Systemlandschaft und die Harmonisierung wirken sich schliesslich auf die Operating Costs der Bank aus. Das ist ein erster wichtiger Effekt. Der zweite wichtige Effekt, und den quantifiziert bei der Berechnung des ROI praktisch niemand, ist die Ertragsseite. Es ist zwar schwer zu quantifizieren, aber man ist durch eine einheitliche Plattform fit für Akquisitionen, hat Agilität gewonnen, um neue Produkte und Services am Markt zu lancieren, hat zusätzliche Reaktivität gegenüber dem Kunden, usw. Das gilt es bei der ROI-Berechnung auch zu beachten.

Wie lange hat das ganze Projekt gedauert?

Kurt Mäder, LLB: Wir sind im Herbst 2008 gestartet und schliessen das Projekt Ende März 2011 ab. Also rund zweieinhalb Jahre. Im Grunde waren es drei Teilprojekte, zuerst die Implementation bei der Bank Linth und anschliessend die Migration zweier Banken.

Es war wie Sie erwähnt haben eine Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und der IT. Hat man diese Gelegenheit dazu genutzt, Prozesse zu bereinigen und zu vereinfachen?

Kurt Mäder, LLB: Ja, das war ein wichtiges Ziel im Projekt. Die einheitliche IT-Plattform bedingt natürlich auch möglichst einheitliche Bankprozesse. Die LLB-Gruppe ist ja eine Universalbank, wir decken vom Retailbanking bis zum internationalen Private Banking alle Bankprozesse ab und haben parallel zum Projekt in einer frühen Phase die Prozesse gruppenweit harmonisiert. Dies hat es uns erlaubt, überhaupt alles auf eine Plattform zu bringen.

“Wir sind die Ersten, die den Smart Client im Handel nutzen und Avaloq als alleinige Trading-Plattform einsetzen.” Dr. Kurt Mäder, LLB

Wäre für Avaloq nicht eine Art Monitor von Interesse, in dem entsprechende Kennzahlen von Banken mit und ohne Avaloq Banking Systemen ausgewiesen werden könnten und ein Vergleich bezüglich Performance ermöglicht würde?

Francisco Fernandez, Avaloq: Ja durchaus. Wir sind an einem entsprechenden Vorhaben mit der Gartner Group hinsichtlich der Ausweisung der Kostenseite. Allerdings sind diese Daten nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern sie bleiben innerhalb der Community. Zum anderen ist es aber schwierig, denn die Frage ist, ob die Bank dann die vollen potenziellen Effekte wirklich auch nutzt und umsetzt oder nicht. Das liegt in der Entscheidungsmacht der Banken und wir können das nicht beeinflussen.

Welches waren die grössten Hürden des Projekts?

Kurt Mäder, LLB: Das Projekt war sicherlich sehr anspruchsvoll und hat viele Herausforderungen beinhaltet, weil es drei Banken mit unterschiedlichen IT-Plattformen betroffen hat, die wir im gleichen Projekt abgewickelt haben. Ausserdem gab es Abhängigkeiten durch die gleichzeitige Einführung einer neuen, gemeinsamen Onlinebanking-Plattform für die ganze Gruppe. Das hat bedeutet, dass man die Avaloq-Migration nur vornehmen konnte, wenn auch die Onlinebanking-Migration gleichentags erfolgreich verläuft. Mit einem guten Projektmanagement, einem strukturierten Risikomanagement und vor allem einem ausgezeichneten Team aus externen sowie internen Spezialisten haben wir diese Herausforderungen gemeistert.

Um was für eine e-Banking-Plattform handelt es sich?

Kurt Mäder, LLB: Ergon hat für uns eine Individuallösung gebaut, die sich von vielen anderen Lösungen auf dem Markt klar unterscheidet. So setzen wir auf einen lokalen Client und sind somit vor Attacken, wie sie bei Browser-Systemen öfters vorkommen, gefeit. Generell haben wir bei der LLB-Gruppe hinsichtlich IT-Sicherheit einen sehr hohen Standard.

Gibt es aus diesem Projekt für Avaloq Erkenntnisse oder einen Know-How-Zugewinn, die Sie in künftigen Projekten einsetzen können?

Francisco Fernandez, Avaloq: Ein Know-How-Gewinn ergibt sich eigentlich aus jedem Projekt. Unternehmen sind so individuell wie Personen, und keine Konstellation gibt es zweimal. Avaloq hat die ganze Flexibilität quasi wie ein Lego-Baukasten mitgemacht. Wir sammeln diese Erfahrungen, wir dokumentieren sie und versuchen sie so später wieder einsetzen zu können. Unabhängig davon, ob die gleiche Konstellation nochmals eintritt oder nicht, werden wir dadurch das eine oder andere bei einem anderen Projekt wieder verwenden können.

Ein Modul oder eine Schnittstelle, die Sie in die Community einbringen können, hat sich nicht ergeben?

Francisco Fernandez, Avaloq: Doch, zum Beispiel die e-Banking-Schnittstelle. Sollte sich nun ein weiterer Kunde für die Ergon-Lösung entscheiden, könnte man die bei der LLB verwendete Schnittstelle sicher wieder verwenden.

“In den vergangenen zehn Jahren haben wir die Operations einer Bank revolutioniert, jetzt geht es darum, die Interaktion zwischen der Bank und ihrem Kunden und die Beratungs- und Verkaufsprozesse der Bank zu revolutionieren.” Francisco Fernandez, Avaloq Evolution AG

Kurt Mäder, LLB: Erwähnenswert scheint mir zudem, dass wir das Avaloq Banking System auch als Handelssystem und dort konkret den Smart Client einsetzen. Wir sind die Ersten, die den Smart Client in diesem Bereich nutzen und das Avaloq Banking System als alleinige Trading-Plattform einsetzen. Dies war sicher auch für Avaloq eine besondere Erfahrung. So zeigt sich, dass das System nicht nur eine gute Gesamtlösung ist, sondern in verschiedenen Modulen auch als gute Vertikallösung funktioniert.

Wie wichtig war beim Entscheid und bei der Umsetzung die Avaloq-Community?

Kurt Mäder, LLB: Als früheres Geschäftsleitungsmitglied der Bank Linth kenne ich die Avaloq-Community schon seit vielen Jahren als aktives Mitglied. Ausserdem bin ich Präsident der Interest Group Avaloq, die einen offenen und fruchtbaren Austausch pflegt. Wir alle profitieren von den verschiedenen Erfahrungen, welche die Banken mit Avaloq machen. Das ist für alle sehr wertvoll.

Ist es für die LLB ein Thema, über ausländische Avaloq-Standorte international zu profitieren und zu wachsen?

Kurt Mäder, LLB: Wir sind in der Schweiz, Österreich und Liechtenstein mit Buchungszentren aktiv. Unsere Wachstumsmärkte sind unter anderem Osteuropa sowie der Nahe und Mittlere Osten. Natürlich beobachten wir mit grossem Interesse, wie sich Avaloq beziehungsweise andere Banken, die auch Avaloq einsetzen, in diesen Märkten entwickeln. Wir können sicherlich gegenseitig profitieren, wenn sowohl Avaloq als auch wir in diesen Märkten tätig sind.

Francisco Fernandez, Avaloq: Wir verfolgen eine doppelspurige Internationalisierungsstrategie. Einerseits „follow our customer“: wir begleiten also unseren Kunden ins Ausland, wenn es sich um einen Finanzmarkt handelt, den wir abdecken wollen. Andererseits gehen wir in strategische Märkte mit Vorinvestitionen, zum Beispiel Russland oder Asien, wo wir auch unabhängig von der Avaloq-Community Kunden gewinnen konnten: in Asien konnten wir beispielsweise DBS und Nomura akquirieren, die keine Wurzeln in der Schweiz haben. Das Gleiche gilt für Luxemburg mit der Banque de Luxembourg und der Nord LB.

Herr Mäder, wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich von Avaloq wünschen?

Kurt Mäder, LLB: Ich wünsche mir, dass die Innovationsfähigkeit des Unternehmens und des Avaloq Banking Systems trotz Wachstum und Grösse erhalten bleibt, sodass weiterhin eine flexible und schnelle Zusammenarbeit möglich ist. Gleichzeitig erhoffen wir uns, dass dabei auch auf der Kostenseite im Kundeninteresse die Möglichkeiten optimal ausgeschöpft werden..

Herr Fernandez, zwei Wünsche von Avaloq an den Kunden LLB.

Der eine Punkt ist, genau diesen Trade-Off zum Optimum aller managen zu können. Obwohl allen klar ist, dass Flexibilität und Innovation ihren Preis haben, verstehen wir die nachhaltige Reduktion der Betriebskosten bei den Banken als einen Dauerauftrag. Diese Balance in einem Dialog halten zu können, ist uns wichtig. Wenn wir nur noch an die Kosten denken, geht die Innovationskraft verloren. Wenn wir immer nur an die Innovation denken und uns die Kosten aus dem Ruder laufen, sind wir irgendwann nicht mehr kompetitiv.

Der andere Punkt ist, dass der Dialog in der Community, zwischen Avaloq, Partner und Kunden oder zwischen den Kunden untereinander am Leben erhalten wird und so offene und zielgerichtete Diskussionen stattfinden, wie dies heute der Fall ist. Das ist bereichernd für alle, daraus entstehen Innovationen, kommen Ideen, entwickeln sich neue Geschäftsmodelle, gibt es Business für alle.

Was bringt die nächste Zukunft noch an Innovationen?

Francisco Fernandez, Avaloq: Eines unserer ganz wichtigen strategischen Ziele ist es, unser Schwergewicht in den nächsten fünf Jahren an die Front zu verlagern. In den vergangenen zehn Jahren haben wir die Operations einer Bank revolutioniert, jetzt geht es darum, die Interaktion zwischen der Bank und ihrem Kunden und die Beratungs- und Verkaufsprozesse der Bank zu revolutionieren – auch wieder unter Einsatz der neusten Technologie und der neusten Konzepte, seien dies neue Web-Technologien, Social Media Kanäle, Apps und vieles mehr. Wir wollen die Technologien in diesen hochinteraktiven Prozessen nutzen.

Kurt Mäder, LLB: Wir sehen diese Technologien nicht als unser Kerngeschäft, aber wir spüren natürlich, dass die angesprochenen Bereiche für viele unserer Kunden immer wichtiger werden. Wenn wir in den kommenden Jahren in diesem Bereich gute und innovative Schritte zu setzen vermögen, können diese Impulse unsere IT und auch unseren Provider befruchten.

Über Avaloq:
Mit über 580 Mitarbeitenden ist die Avaloq Gruppe schweizweit Marktführer in der Entwicklung von Bankensoftware. Über 65 Banken weltweit vertrauen auf das Avaloq Banking System. Nach dem erfolgreichen Start der Niederlassungen in Luxemburg und Singapur expandiert Avaloq weiter. Das Schweizer Unternehmen entwickelt und vertreibt seit über einem Jahrzehnt das Avaloq Banking System, dem führende Finanzdienstleister im Private-, Retail- und Universal Banking weltweit an internationalen Finanzplätzen vertrauen. Durch ein Spezialistennetzwerk aus erstklassigen Implementations-, Software-, Service- und Technologiepartnern bietet die Avaloq ihren Kunden eine umfassende All-In-One-Lösung – eine modulare, innovative und integrierte Standardsoftware für die Finanzbranche. Die Avaloq wird von Management und Mitarbeitenden gehalten.

Über die LLB:
Die Liechtensteinische Landesbank AG wurde am 5. Dezember 1861 gegründet und ist das traditionsreichste Finanzinstitut im Fürstentum Liechtenstein. Im Jahr 1993 wurde die Liechtensteinische Landesbank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Seither ist sie an der SIX Swiss Exchange kotiert (Symbol: LLB). Im Währungsraum Schweiz / Liechtenstein gehört die LLB mit einem Kundenvermögen von 49.6 Milliarden Schweizer Franken zu den bedeutendsten Vermögensverwaltungsinstituten.

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