Markus Brütsch, CEO Precious Woods, im Interview

Markus Brütsch
Markus Brütsch, CEO und CFO Precious Woods. (Foto: zvg)

Markus Brütsch, CEO Precious Woods. (Foto: zvg)

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Herr Brütsch, nach schwierigen und verlustreichen Krisenjahren ab 2009, dem Wechsel von der Haupt- zur Nebenbörse im 2013, wo steht Precious Woods heute, wie viel Ihrer Arbeit ist Vergangenheitsbewältigung, wie viel Zukunftsgestaltung?

Markus Brütsch: Die Krise begann 2008 als die Refinanzierung der Akquisition von Precious Woods Gabun im Jahr zuvor nicht über die Börse erfolgen konnte und gleichzeitig das unmittelbare Verbot des Rundholzexportes in Kraft trat, das zu weiteren Investitionen führte.

«Precious Woods kann heute mit derselben Mitarbeiterzahl und technischer Ausrüstung mehr und besser produzieren, erwirtschaftet einen guten Cash-Flow und konnte die Finanzschulden reduzieren.» Markus Brütsch, CEO Precious Woods

Precious Woods kann heute mit derselben Mitarbeiterzahl und technischer Ausrüstung mehr und besser produzieren, erwirtschaftet einen guten Cash-Flow und konnte die Finanzschulden reduzieren. Das regionale wie auch das Holding-Management sind gestärkt und stabilisiert. Meine Arbeit von Beginn an kann als zukunftsgerichtete Vergangenheitsbewältigung bezeichnet werden, mit einer erfreulichen Zunahme der Zukunftsgestaltung ab 2015. Es gibt noch einige „Altlasten“ zu bereinigen, aber die sind nicht mehr so dominant, dass sie uns mit Ausrichtung auf die Zukunft stark belasten.

Die aus der bis Ende Juni geplanten Kapitalerhöhung generierten Mittel sollen teilweise zur weiteren Entschuldung dienen. Bis wann soll die Nettoverschuldung, die Ende 2015 noch 33 Millionen Franken betrug, beseitigt sein?

Unser Ziel ist es, die Nettoverschuldung auf ein vernünftiges Niveau zu bringen. Hierbei ist die Zielgrösse ein 2x nachhaltiger EBITDA, was ca. CHF 25 Millionen entspricht. Dann dürften wir auch in der Lage sein, Bankdarlehen zu attraktiven Zinssätzen zur Finanzierung des Working Capitals aufnehmen zu können. Der Cash-Flow, den wir bei einem solchen EBITDA erwirtschaften, wird für die normalen Investitionen, Zinszahlungen und Schuldendienst ausreichen.

Nebst der Erhöhung der Einnahmen dürfte auch die Produktivitätssteigerung ein Thema sein. Welches Potential haben Sie hier, welche Investitionen müssen Sie dafür tätigen?

Nachdem die Sägewerke in Gabun nach dem Verbot des Rundholzexportes im Jahre 2008 aufgebaut und kontinuierlich ausgebaut wurden, gilt es jetzt in Brasilien die Anlagen sowohl in der Waldbewirtschaftung aber auch in der Produktion gestaffelt zu erneuern und dabei gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Es ist beispielsweise sinnvoll, Maschinen für den Strassenbau anzuschaffen, die in weniger als einem Jahr amortisiert sind, weil wir auf die externen Dienstleistungen verzichten können.

«In der Sägerei wollen wir 2 Linien zusammenführen, was bei weniger Personal 30% mehr Leistung und Volumen auf der neuen Linie ermöglicht.»

In der Sägerei wollen wir 2 Linien zusammenführen, was bei weniger Personal 30% mehr Leistung und Volumen auf der neuen Linie ermöglicht. Weiter wollen wir an beiden Standorten in die Produktionstiefe investieren und brauchen deshalb mehr Trocknungskapazitäten und weitere Maschinen für die Veredelung des Schnittholzes. Alle Investitionen haben zum Ziel eine höhere Rentabilität zu erwirtschaften und so den Gesellschaften zu ermöglichen, die laufenden Investitionen selber zu finanzieren.

Der weltweite Marktanteil an FSC (Forest Stewardship Council) -zertifizierten Waldflächen für Tropenhölzern liegt immer noch im einstelligen Prozentbereich. Weshalb gelingt bei der Holzproduktion nicht, was bei der Energie- und Nahrungsmittelproduktion scheinbar besser funktioniert, die Vermarktung von Nachhaltigkeit?

In der Tat ist nur ein erstaunlich kleiner Anteil an tropischen Waldflächen FSC zertifiziert und dieser Anteil stagniert oder ist sogar eher rückläufig. Einzig bei Aufforstungen wächst die Anzahl zertifizierter Betriebe, weil es Vorschrift ist und ohne diese die Finanzierung nicht möglich wäre.

«Die Endabnehmer müssten vermehrt aufgeklärt werden, dass legales Holz noch lange nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat.»

Der Hauptgrund für diesen Umstand liegt in den hohen Kosten, die aufgewendet werden müssen, um die anspruchsvollen Standards einzuhalten. Die Vorschriften werden ständig verschärft und zwingen zu immer mehr Aufwand. Viele Firmen wählen den einfacheren Weg und gewährleisten lediglich die legale Waldbewirtschaftung. Die Endabnehmer müssten vermehrt aufgeklärt werden, dass legales Holz noch lange nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Hier wäre auch FSC in der Pflicht, Aufklärung und Marketing zu betreiben und so ihre Kunden – die FSC-zertifizierten Betriebe – zu unterstützen. Solange sich der Endabnehmer mit legalem Holz zufrieden gibt, wird sich an dieser Lage nicht viel ändern. Auch aus diesem Grund arbeiten wir zusammen mit Universitäten, erfahrenen NGOs und weiteren Partnern an einem Impact Report, der aufzeigen soll, wo die Vorteile der nachhaltigen Forstwirtschaft gegenüber den anderen Methoden liegen. Dass die Einhaltung der strengen Vorschriften in einem höheren Marktpreis resultiert, wird dann vielleicht auch zunehmend verstanden und akzeptiert.

Weder das FSC noch die unzähligen Reportagen über massive Abholzungen, Vernichtung von Regen- und Tropenwäldern konnten bis anhin die meist illegalen Praktiken verhindern. Was muss geschehen, damit zumindest rudimentäre Gesetze eingehalten werden, wer steht in der Pflicht?

Sprechen wir zuerst von den Ländern, in denen wir tätig sind. In Gabun ist der grösste Teil des Waldes als Konzessionen für verschiedene Marktteilnehmer zugeteilt. Die Strategie „Le Gabon vert“ wurde von der Regierung nicht nur ins Leben gerufen, sondern wird auch überwacht. Mindestens legale Forstwirtschaft ist dort die Regel, aber es gibt neben uns auch noch weitere zertifizierte Betriebe.

«Nicht nur der Einsatz von Satelliten sondern auch jener von Drohnen bewirken, dass die „schwarzen Schafe“ schneller entdeckt werden und öfter auch rechtzeitig eingegriffen werden kann.»

In Brasilien sieht die Lage etwas anders aus, weil dort der Privatbesitz und die konzessionierten Gebiete nur einen kleinen Teil der gesamten Waldfläche ausmachen. Ein riesiges Gebiet zu überwachen bereitet Probleme, hat sich aber mit der Technologieentwicklung stark verbessert. Nicht nur der Einsatz von Satelliten sondern auch jener von Drohnen bewirken, dass die „schwarzen Schafe“ schneller entdeckt werden und öfter auch rechtzeitig eingegriffen werden kann. Dass man jetzt auch der Korruption offen den Kampf angesagt hat, wird die Situation weiter verbessern, auch wenn ein langer Weg vor uns liegt. In erster Linie sind die Regierungen in der Pflicht z.B. durch Regelwerke und deren Überprüfung für Ordnung zu sorgen. Die Abnehmermärkte sind ebenso in der Pflicht, nur zertifizierte Hölzer zu verwenden, was in einigen Ländern bereits der Fall ist. Nur müssen hier die Lieferländer garantieren, dass die ausgestellten Zertifikate auch rechtsgültig sind und extern überwacht werden. Firmen wie Precious Woods übernehmen die Verantwortung für die nachhaltige Bewirtschaftung nach dem zur Zeit höchsten Standard und können beweisen, dass die nachhaltige Bewirtschaftung erfolgreich betrieben werden kann. Wir können so weitere Unternehmen motivieren, diesen Weg einzuschlagen.

Sie bewirtschaften in Brasilien und Gabun eine Fläche von der Grösse des Kantons Bern (rund 600’000 Hektare). Um wie viel könnten Sie die Produktion auf der bestehenden Fläche noch steigern, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden?

Das Erntevolumen lag 2015 innerhalb unserer rund 1,2 Millionen Hektaren Bewirtschaftungsfläche bei rund 335‘000m3 Rundholz. In Gabun arbeiten wir in einem 25-Jahres- und in Brasilien in einem 35-Jahreszyklus – dies bedeutet, dass wir erst nach dieser Zeitspanne wieder in das bewirtschaftete Gebiet zurückkehren.. Unsere durchschnittliche Erntemenge beträgt rund 10m3/ha/Jahr und könnte auf ca. 15m3/ha/Jahr ohne Gefährdung der Nachhaltigkeit theoretisch gesteigert werden. Dies würde aber bedeuten, dass die Gebiete optimal zugänglich wären, wir zusätzliche am Markt wenig bekannte Holzarten ernten und weiter in die Bewirtschaftung und die Produktion investieren. Selbstverständlich arbeiten wir daran, aber gleichzeitig prüfen wir auch die Möglichkeit, weitere Konzessionsgebiete zu erwerben, um die Leistung und den Umsatz steigern zu können.

Mit den nachhaltig erwirtschafteten Tropenhölzern haben sie bezüglich Menge und Qualität ein absolutes Premiumprodukt. Wie passt das zusammen mit der Verarbeitung, die sie aus politischen Gründen vor Ort vornehmen müssen? Wie weit kann der Qualitätsanspruch in den lokalen Fabriken umgesetzt werden?

Zuerst muss ich festhalten, dass die Landesregierungen ein legitimes Interesse haben, möglichst viel Wertschöpfung ihrer Rohstoffe im eigenen Land zu belassen, um die Beschäftigung ihrer Einwohner zu ermöglichen. Die Ausbildung der Mitarbeiter wird aber mangels Berufsbildungssystem und Ressourcen den einzelnen Betrieben übertragen. So können wir beispielsweise in Gabun nicht nur lokale Mitarbeiter beschäftigen, sondern müssen besonders anspruchsvolle Aufgaben ausländischen Kräften übertragen. In Brasilien sind zu 100% lokale Mitarbeiter beschäftigt, da der dortige Ausbildungsstand höher ist.

«Investitionen sind schnell getätigt, aber die Rekrutierung und die Ausbildung brauchen Zeit.»

Der Stand heute ist, dass wir in Gabun sowohl luft- wie auch ofengetrocknetes Schnittholz und hoch qualitatives Furnier herstellen. Im Amazons kann das Schnittholz noch eine Stufe weiterverarbeitet, d.h. gehobelt und profiliert werden. Wie schon erwähnt, wollen wir an beiden Standorten eine höhere Wertschöpfung und damit Mehrbeschäftigung erreichen. Nebst den notwendigen Investitionen ist hier der Aus- und Weiterbildung sowie der Kontrolle der Mitarbeiter grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Investitionen sind schnell getätigt, aber die Rekrutierung und die Ausbildung brauchen Zeit. Unsere Arbeitsorte befinden sich fernab einer grösseren Stadt und zieht meist nicht die bestausgebildetsten Leute an. Hier sind gutes Training und Begleitung gefragt, was wir gewährleisten können.

Vermehrt setzen Banken und Fonds auch auf Druck ihrer Kunden auf nachhaltige Anlagen. Wie weit kann Precious Woods von diesem Trend profitieren, was müssen Sie tun, damit das Unternehmen zu einer attraktiven Anlageoption wird?

Als Grundvoraussetzung gilt sicherlich, positive Nettoresultate zu generieren, wobei die Renditeerwartungen in nachhaltige Anlagen etwas tiefer als bei anderen Industrien liegen. Unser Ziel ist es sowohl organisch wie auch akquisitorisch zu wachsen, unser Geschäftsmodell auf weitere Länder/Gebiete auszudehnen und somit auch mehr Regenwald zu schützen. Die positive Entwicklung unserer Zahlen zeigt, dass wir nicht nur ökologisch und sozial sondern auch ökonomisch erfolgreich arbeiten können und somit wirklich nachhaltig sind.

Das Wachstum werden wir so angehen, dass wir es auch bewältigen können – d.h. eher vorsichtig denn zu schnell. Dies wird den Risikoaspekt etwas minimieren, jedoch nicht das schnelle Wachstum zeigen, welches sich Investoren vielleicht wünschen. Trotzdem betrachte ich Precious Woods heute als eine gute Anlageoption, die gleichzeitig auch den Schutz grösserer Waldgebiete und ihrer Biodiversität und wichtige Klimaschutzfunktion garantiert. Das Renditeziel sehen wir in der Grössenordnung von denjenigen der Pensionskassen.

Als Folge der letzten Klimakonferenz liegt der Fokus bei vielen Fonds jedoch einseitig ‚nur‘ auf der Aufforstung, weil dies speziell thematisiert wurde. Die nachhaltige Forstwirtschaft wird dabei ausgeschlossen, obwohl hier der zentrale Punkt der Erhaltung der Biodiversität liegt. Somit müssen wir weiter hart um Anteile in diesem Bereich kämpfen.

Sie sind seit Juli 2014 CEO von Precious Woods. Was waren in dieser Zeit Ihre wichtigsten Entscheidungen, welche nächsten bedeutenden Projekte stehen an?

Es sind nicht einzelne wichtige Entscheidungen, die die Verbesserungen bewirkten, vielmehr waren es sehr viele kleinere. Das Feld war offen, die Herausforderungen vielfältig und Unterstützung war auf allen Gebieten gefragt. Eine Entscheidung, die sicher auch Signalwirkung nach Innen zeigte, war, die sehr hohen Beratungsdienstleistungen umgehend zu beenden und auf Eigenleistung zu setzen.

«Wir arbeiten auch an einem Projekt „Nicht-Holzprodukte“ d.h. zusätzlicher Wertschöpfung mit Rohstoffen aus dem Wald, die nicht mit unserer bisherigen Tätigkeit in Zusammenhang steht.»

Als bedeutend für die Zukunft stehen das organische Wachstum, die kontinuierliche Profitabilitässteigerung und die weitere Entschuldung an. Wir arbeiten auch an einem Projekt „Nicht-Holzprodukte“ d.h. zusätzlicher Wertschöpfung mit Rohstoffen aus dem Wald, die nicht mit unserer bisherigen Tätigkeit in Zusammenhang steht. Darüber hinaus haben wir Einzelprojekte wie ein Energiewerk in Gabun, um die Verwendung der anfallenden Biomasse zu lösen. Die aktuelle Kapitalerhöhung wird Ende Juni 2016 abgeschlossen sein und die Fremdverschuldung auf ein vernünftiges Niveau bringen.

Wie wir schon informierten, befinden wir uns gegenwärtig in einer Due Diligence einer ähnlich positionierten Firma, die zu uns passen würde. Dies würde bedeuten in nächster Zukunft, deren Integration in unsere Gruppe erfolgreich sicherzustellen.

Im Oktober des letzten Jahres sahen Sie ein grosses Wachstumspotential in Asien und dem nahen Osten. Wie weit sind diese Hoffnungen erfüllt worden, in welchen Märkten soll in nächster Zukunft das grösste Wachstum generiert werden?

Das stimmt und die erreichte Umsatzsteigerung in Asien hat dies auch bestätigt. Wurden 2014 noch rund 75% der Umsätze in Europa erreicht, sank dieser Anteil zu Gunsten von Asien auf 60%. Der rückläufige Import speziell in China hat den Prozess etwas verlangsamt. Gegenwärtig sehen wir dort wieder steigenden Bedarf.

Aber auch in Europa (vornehmlich Benelux), wo sich die Bauindustrie am Erholen ist, sehen wir Wachstumschancen. Weitere Staaten erlassen nun strengere Importvorschriften für tropisches Holz, was uns in die Hände spielen wird, da nicht nur legales sondern zertifiziertes Holz vorgeschrieben wird. Bis dies soweit ist, werden wir die heutigen Märkte noch stärker bearbeiten

Verschiedene Verbände und Wirtschaftsorganisationen sehen nach der massiven Bremsspur durch die Aufgabe der festen Franken-Untergrenze langsam wieder Zeichen der Erholung. Eine Einschätzung, die Sie teilen und was würde das für Ihr Geschäft bedeuten?

Unsere dominanten Währungen sind der EUR, BRL, USD und CHF. In Gabun fallen die Kosten in CFA an, der an den EUR gebunden ist. Verkäufe sind mehrheitlich auch in EUR, ein kleinerer Teil in USD. In Brasilien entstehen die Kosten in BRL, die Umsätze werden in EUR und USD realisiert. Die Holdingkosten sowie ein Grossteil der Schulden sind in CHF in den Büchern. Da die Präsentationswährung der USD ist, hängen wir mehr von der Relation zum USD ab.

Sie haben nach dem Wechsel an die Nebenbörse im 2013 jetzt Erfahrung mit beiden Börsenplätzen. Unter welchen Voraussetzungen würden Sie eine Rückkehr an die Hauptbörse als sinnvoll erachten?

Eine Rückkehr zur Hauptbörse ist aus meiner Sicht dann relevant, wenn wir nachhaltige Profitabilität erreicht haben und unser Geschäft massiv vergrössern können oder konnten. Unterstellen wir, dass die zurzeit geprüfte Akquisition abgeschlossen werden kann, so würde die Finanzierung über eine Kapitalerhöhung erfolgen müssen, die voraussichtlich grösstenteils von neuen Aktionären käme. Nach erfolgter erfolgreicher Integration wäre ein Re-Listing sinnvoll, um weitere Geldmittel für weitere Projekte zu erhalten und die Handelbarkeit unserer Aktien zu verbessern.

«Ein Re-Listing würde insbesondere die Möglichkeit bieten, an Fonds zu gelangen, die nur in kotierte Unternehmen investieren dürfen.»

Wir sprechen also nicht von einer kurzfristigen Planung, sondern von einem Zeitraum von 2-4 Jahren. Ein Re-Listing würde insbesondere die Möglichkeit bieten, an Fonds zu gelangen, die nur in kotierte Unternehmen investieren dürfen. Wir sind zudem der Meinung, dass die Thematik, die Precious Woods behandelt, auch weiterhin bei einem wachsenden Publikum auf Interesse stösst.

Zum Schluss des Interviews haben Sie noch zwei Wünsche frei, wie sehen die aus?

Als erstes wünsche ich mir, dass der nachhaltigen Forstwirtschaft in den Tropen einen höheren Stellenwert beigemessen wird. Es ist hinreichend bewiesen, dass der nachhaltig bearbeitete Tropenwald gegenüber einem reinen Schutzwald eine höhere Biodiversität aufweist, das Wildern massiv reduziert, die lokale Bevölkerung mehr Lebensqualität durch Einnahmen aus der Bearbeitung erreicht und das Wachstum des Waldes grösser ist. Wenn dieses Verständnis wächst, wird das Tropenholz auch bei uns wieder salonfähig – und dies führt nahtlos zu meinem zweiten Wunsch, dass die Importstaaten ausschliesslich zertifiziertes Tropenholz zulassen würden und nicht nur legales Holz vorschreiben. Damit stiegen der Marktanteil und die Marktchancen für seriös zertifizierte Produkte in kurzer Zeit an, weil andere Unternehmen motiviert würden, ihren Betrieb umzustellen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Prämien für den Zusatzaufwand grösstenteils vom Markt getragen und die Möglichkeiten, ein nicht berechtigtes Zertifikat zu erhalten, verhindert werden.

Zur Person:
Markus Brütsch, geboren 1960, ist Vater zweier erwachsener Kinder. Im Juli 2014 wurde er zusätzlich zu seiner Funktion als CFO, die er  seit Beginn des Jahres innehatte, auch  zum CEO der Precious Woods Gruppe gewählt. Markus Brütsch hat eine reichhaltige Erfahrung in der Führung von Klein- und Mittelunternehmen. Er bringt ein ausgewiesenes Wissen im Finanzbereich, in M+A und Kapitalmarkttransaktionen mit und hat eine kaufmännische Berufslehre mit anschliessender Weiterbildung zum Controller und IT-Analytiker abgeschlossen.

Zum Unternehmen:
Precious Woods ist eines der weltweit grösseren Unternehmen in der nachhaltigen Bewirtschaftung von tropischen Regenwäldern und nimmt dabei in vielen Bereichen eine Pionierrolle ein. Im unternehmerischen Fokus stehen die Herstellung und der Verkauf von FSC-zertifizierten Halbfertigprodukten aus Tropenhölzern. Durch eine 40% Beteiligung an einem Biomasse Kraftwerk in Brasilien verkauft Precious Woods zusätzlich Emissionszertifikate aus der Verwertung der Holzabfälle aus der Produktion. Ziel aller Aktivitäten ist ein hoher Kundennutzen, während gleichzeitig die Abholzung der Tropenwälder verhindert wird. Der wirtschaftliche Erfolg ist wiederum die Voraussetzung für die sozialen und ökologisch nachhaltigen Aktivitäten zum langfristigen Erhalt der Tropenwälder. Die Precious Woods Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz beschäftigte im Jahr 2014 in Brasilien, Gabun, den Niederlanden und der Schweiz durchschnittlich 1200 Mitarbeitende. Die Aktien der Precious Woods Holding AG wurden seit dem 18.03.2002 bis 09.08.2013 an der SIX Swiss Exchange in Zürich kotiert. Seit dem 12. August 2013 werden die Aktien über die OTC- ZKB-Plattform gehandelt.

Kurs bei der ZKB-Nebenbörse eKMU-X

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