Michael Tanner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Leihkasse Stammheim AG, im Interview

Michael Tanner
Michael Tanner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Leihkasse Stammheim AG. (Foto: zvg)

von Bob Buchheit

Moneycab.com: Herr Tanner, die Leihkasse Stammheim kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2020 zurückblicken. Im Berichtsjahr wurde ein kräftiges Wachstum der Bilanzsumme von 11.3 % auf CHF 484.7 Mio. verzeichnet. Daher empfehlen mehrere der Nebenwertespezialisten Ihre Aktie zum Kauf. Fühlen Sie sich geehrt?

Michael Tanner: Selbstverständlich freut es uns, wenn wir als kleines Institut wahrgenommen werden. Das Geschäftsjahr 2020 konnten wir trotz Pandemie erfolgreich und im Rahmen unserer strategischen Planung gestalten. Das Wachstum war ausserordentlich und wurde unter Wahrung der umsichtigen und auf Nachhaltigkeit ausgelegten Risiko- und Geschäftspolitik erzielt. Wir sehen den Zuwachs des Geschäftsvolumens als grossen Vertrauensbeweis für unser Tun und Handeln.

«Das Wachstum war ausserordentlich und wurde unter Wahrung der umsichtigen und auf Nachhaltigkeit ausgelegten Risiko- und Geschäftspolitik erzielt.»
Michael Tanner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Leihkasse Stammheim AG

Das Kundengeschäft konnte signifikant ausgebaut wurde. Liegts am schönen Weinland?

In der Tat ist das Zürcher Weinland sehr schön! Die Tradition unserer Bank reicht weit in die Vergangenheit zurück. Im Gründungsjahr 1863 durften wir als erste Bank im Zürcher Weinland die Türen öffnen. Wir sind in unserer Kernregion stark verankert und sind über die Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen. Unser Ziel ist es, mit unseren Kundinnen und Kunden eine nachhaltige, partnerschaftliche Beziehung aufzubauen. Dies setzt eine auf Kontinuität ausgerichtete Personalpolitik, aber auch die stetige Weiterbildung und Entwicklung unserer Mitarbeitenden voraus. Darin sehen wir den Schlüssel zum Erfolg. Geschwindigkeit ist für uns zudem ein wesentlicher Faktor. Durch die einfache Organisation können Entscheide zeitnah getroffen werden. Das erachten wir zunehmend als Wettbewerbsvorteil, um für unsere Kundinnen und Kunden zeitnah eine individuelle Lösung auf ihre Bedürfnisse zu finden.

Der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erreichte ein sattes Plus von einem Viertel. Was war der Haupttreiber?

Insbesondere das Anlagegeschäft entwickelte sich im vergangenen Jahr sehr positiv. Die Erträge konnten trotz unveränderter Gebühren signifikant gesteigert werden. Durch die aktive Interaktion mit unseren Kundinnen und Kunden konnte dieses sehr gute Ergebnis erzielt werden.

Da der Geschäftsaufwand nur um ein gutes Prozent zunahm, blieb auch die Cost/Income-Ratio knapp über 50% Prozent. Visieren Sie schon mal unter 50 an?

Wir sind effizient unterwegs. Die Cost/Income-Ratio ist mit 51.3 % für eine kleine Bank vergleichsweise tief. Vor dem Hintergrund eines unveränderten Marktzinsniveaus ist jedoch in den nächsten Jahren keine signifikante Steigerung des Zinserfolgs und somit der Geschäftserträge zu erwarten. Zudem investieren wir derzeit in diverse Digitalisierungsprojekte. Das führt naturgemäss zu höheren Kosten. In Anbetracht dieser Ausgangslage sehen wir die Cost/Income-Ratio nicht nachhaltig unter 50 %.

«Die Cost/Income-Ratio wird nicht nachhaltig unter 50% fallen.»

Die Leihkasse rät, im gegenwärtigen Umfeld die Risiken zu minimieren. Was heisst das für die Aktienquote?

Wir erwarten im Laufe der nächsten Monate eher ein schwieriges Börsenumfeld und halten die Aktienquote deshalb neutral. Wir empfehlen, bei guter Aktienperformance gewisse Gewinnmitnahmen zu realisieren. Bei Neuanlagen sind wir in der aktuellen Situation tendenziell zurückhaltend.

Und wie sieht es bei den Obligationen aus?

Aufgrund der negativen Obligationenrenditen wird diese Quote kaum ausgeschöpft. Deshalb wird die Cash-Quote beziehungsweise Alternative Anlagen mit Fokus auf Edelmetalle seit Jahren übergewichtet.

Mit dem Neubau an der Hauptstrasse 12 in Oberstammheim wird auf einer Fläche von rund 550 Quadratmetern eine zeitgemässe Kundenzone mit modernen Besprechungszimmern sowie ansprechenden Büroräumlichkeiten für die Mitarbeitenden entstehen. Im Dachgeschoss sind drei attraktive Wohnungen geplant, die nach Fertigstellung vermietet werden. Ist das Bauvorhaben im Plan oder gar schon etwas vermietet?

Das Bauvorhaben ist im Plan. Wir freuen uns, die neue Bank im Jahr 2022 beziehen und unsere Kundschaft in einem neuen Gewand begrüssen zu dürfen. Die neue, prozessorientiere Kundenzone sowie die zeitgemässen Besprechungsräume eröffnen uns in der Beratung und Beratungsunterstützung neue Möglichkeiten. Wir setzen aber bewusst auch weiterhin auf traditionelle Dienstleistungen wie zum Beispiel den Cash-Service. Im Dachgeschoss entstehen drei Wohnungen, die vermietet werden. Aktuell haben wir noch keine Bestrebungen bezüglich Vermietung unternommen. Das erfolgt zu gegebener Zeit.

Was werden am Ende die Gesamtbaukosten sein?

Inklusive Erwerb der Liegenschaft betragen sie rund CHF 8 Millionen Franken. Mit diesem Investitionsprojekt lösen wir ein beachtliches Auftragsvolumen für das regionale und lokale Gewerbe aus.

 


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