Stefanie Fritze und Adem Ademi, Co-Geschäftsführer HAIR & SKIN, im Interview

Hair & Skin
Stefanie Fritze und Adem Ademi, Co-Geschäftsfüher HAIR & SKIN. (Foto: zvg)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Frau Fritze, HAIR & SKIN konzentriert sich auf die Behandlung von genetisch bedingtem Haarausfall und damit verbundenen Therapien. Nun ist Haarausfall für viele Betroffene zwar ein Problem, wie verbreitet ist es aber – bei Männern und ebenso bei Frauen?

Stefanie Fritze: Man kann davon ausgehen, dass jeder zweite Mann und jede fünfte Frau im Laufe ihres Lebens von erblich bedingtem Haarausfall betroffen ist. Besonders Frauen setzt das sehr zu.

Teil der Behandlungen sind einerseits Haartransplantationen, andererseits sogenannte PRP-Eigenbluttherapien. Eigenbluttherapien gegen Haarausfall? Wie funktioniert das?

Stefanie Fritze: Basis der Behandlung ist ein körpereigenes Blutkonzentrat, das aus plättchenreichem Plasma (PRP) besteht und therapeutisch wertvolle Stammzellen enthält. Die hocheffektive Therapie mit Eigenblut kurbelt das Haarwachstum an, versorgt die Haarwurzeln mit Nährstoffen und fördert Zellerneuerung und Zellregeneration. Diese Behandlung ist unkompliziert, ambulant durchführbar und aufgrund des körpereigenen Wirkstoffs PRP auch ohne unerwünschte Risiken.

Zusammengefasst heisst das, dass die Haarwurzeln wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden?

Stefanie Fritze: Ja, durch eine PRP Haarwurzelbehandlung kann man den Haarausfall reduzieren. Schütteres, dünnes, brüchiges Haar kann sich im Anschluss an die Therapie wieder dicht, voll und kräftig zeigen. Transplantiertes Haar wächst in Kombination mit der PRP Haarwurzelbehandlung mit grösserer Wahrscheinlichkeit an neuer Stelle ein.

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Adem Ademi: Das kann bei jedem Patienten unterschiedlich sein. Auf Basis unserer Erfahrungen und entsprechend aktueller Studien empfehlen wir initial vier Behandlungen im Abstand von je einem Monat. Nach einem Jahr sollte man die Behandlung dann wiederholen.

«Genetisch bedingter Haarausfall hört ab Mitte/Ende 30 auf. Danach fallen die Haare nicht mehr aus. Bis zu diesem Alter kann man mit der Eigenbluttherapie den Haarausfall stoppen.»

Die genetische Veranlagung lässt sich nicht eliminieren. Fallen die Haare zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder aus?

Adem Ademi: Genetisch bedingter Haarausfall hört ab Mitte/Ende 30 auf. Danach fallen die Haare nicht mehr aus. Bis zu diesem Alter kann man mit der Eigenbluttherapie den Haarausfall stoppen. Darum empfehlen wir Haartransplantationen auch nicht zu einem zu frühen Zeitpunkt durchführen zu lassen.

Für wen eignet sich diese «Platelet Rich Plasma»-Therapie? Funktioniert das nur bei kleineren Flächen wie bei Geheimratsecken oder auch bei Menschen, die seit vielen Jahren eine Glatze haben?

Adem Ademi: Es funktioniert überall dort, wo noch Haare bzw. Haarwurzeln vorhanden sind.

Die Kosten für Eingriffe wie die Behandlung der Tonsur oder der Geheimratsecken sind ab 2900 Franken möglich. Wie rechnen sich diese vergleichsweise tiefen Kosten?

Stefanie Fritze: Es stimmt, dass wir uns preislich von unseren Mitbewerbern abheben. Das liegt daran, dass wir uns auf eine Dienstleistung und die damit verbundenen Therapien konzentrieren. Hohe Kosten für Equipment, viele verschiedene Spezialisten oder grossflächige Räumlichkeiten entfallen, da sich alle Angebote auf die Behandlung von Haarausfall fokussieren.

PRP-Treatments können aber auch zur Behandlung von Falten oder Aknenarben durchgeführt werden. Da dies mit denselben Spezialisten und Geräten durchgeführt wird, besteht auch hier eine grosse Effizienz. Hinzu kommen ein hoher Digitalisierungsgrad und effiziente Prozesse. Das alles ermöglicht es uns, unsere Kosten tief zu halten und diese Einsparungen direkt an unsere Patienten weiter zu geben.

«Es stimmt, dass wir uns preislich von unseren Mitbewerbern abheben. Das liegt daran, dass wir uns auf eine Dienstleistung und die damit verbundenen Therapien konzentrieren.»

Die Eigenblutbehandlungen bietet HAIR & SKIN auch für Gesichtsbehandlungen an. Wie präsentiert sich das Angebot im Bereich «Vampir Liftting»?

Stefanie Fritze: Der Begriff Vampir-Lifting ist ein Modewort und wird häufig synonym für eine PRP Behandlung verwendet. Das rührt daher, dass dem Patienten vor der Behandlung ca. 20 Milliliter Eigenblut entnommen werden. Hieraus werden die Thrombozyten, also die Blutplättchen, mithilfe einer speziellen Zentrifuge isoliert. Das so gewonnene Plasma ist reich an Blutplättchen, regenerierenden Proteinen und Wachstumsfaktoren. Wieder in die Haut eingebracht stimuliert es die hauteigene Regeneration und regt die Kollagenproduktion an. Besonders für Patientinnen und Patienten, die eine natürliche Behandlungsmethode suchen, ist dieses Treatment optimal, denn es verzichtet komplett auf künstliche Stoffe.

Ist Corona bei diesen Behandlungen mit grosser Nähe kein Problem?

Adem Ademi: Selbstverständlich steht der Schutz unserer Patientinnen und Patienten sowie unserer Mitarbeitenden an oberster Stelle. In unseren Kliniken befolgen wir auch in Zeiten ohne Pandemie sämtliche Hygienevorschriften. Wir desinfizieren Instrumente, Geräte und Oberflächen entsprechend und tragen Mund- und Nasenmasken während einer Behandlung. Neu ist lediglich, dass nun auch in der Beratung oder am Empfang permanent Maskenpflicht gilt. Aber das sind wir uns ja mittlerweile aus allen erdenklichen Lebenssituationen gewöhnt.

Das Startup HAIR & SKIN will Personen mit genetisch bedingtem Haarausfall vor Ort helfen. Erst im Frühling letzten Jahres gegründet, haben Sie nach einer Klinik am Zürcher Limmatquai und in der Winterthurer Altstadt in Luzern bereits den dritten Standort eröffnet. Wie sehen die die weiteren Ausbaupläne aus?

Adem Ademi: Die Nachfrage ist sehr hoch. Im März eröffnen wir einen vierten Standort in St. Gallen an der Multergasse 36. Bis Ende 2021 sollen schweizweit sechs weitere Standorte folgen.

«Die Innenstädte verändern sich, der Detailhandel verlagert sich zunehmend ins Internet. Es braucht neue Konzepte, die die Innenstädte weiterhin interessant machen. Hier setzt die Idee des «Medical Retail» an.»

Die Standorte sind zentral gelegen, das Interieur sehr modern gewählt. Welche Philosophie zeigt sich darin?

Stefanie Fritze: Die Innenstädte verändern sich, der Detailhandel verlagert sich zunehmend ins Internet. Es braucht neue Konzepte, die die Innenstädte weiterhin interessant machen. Hier setzt die Idee des «Medical Retail» an. Unsere Behandlungen finden nicht in kahlen Spitälern statt. Wir empfangen unsere Patienten in modernen, eleganten Kliniken, die eher an eine stilvolle Wohnung erinnern. Alle Standorte liegen an zentralen Passantenlagen, optimal erreichbar per ÖV oder mit dem Auto. Nicht zuletzt dadurch erreichen wir mehr Aufmerksamkeit und tragen dazu bei, das Thema Haarausfall salonfähig zu machen.

Besten Dank für das Interview.

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