Accenture Pulse of Change Studie: Schweizer Beschäftigte bei KI im globalen Vergleich an der Spitze
Zürich – Die neue Auflage der Accenture-Studie «Pulse of Change» zeigt: In der Schweiz ist die Zuversicht und der Zugang zu KI deutlich höher als im globalen Durchschnitt. Gleichzeitig befürchtet mehr als die Hälfte der Schweizer Erwerbstätigen, dass der Berufseinstieg für junge Talente durch die Technologie schwieriger wird. Dies unterstreicht die Dringlichkeit für strukturierte Ausbildungsprogramme in Unternehmen.
Schweizer Mitarbeitende gehen im europäischen Vergleich bei der Anwendung von KI mit grossen Schritten voran: Während in grossen europäischen Ländern wie Deutschland (22.5 %), Frankreich (26.7 %) oder Grossbritannien (22.1 %) im Schnitt knapp ein Viertel der Beschäftigten KI-Tools täglich nutzt, liegt dieser Wert in der Schweiz bereits bei 49 % (europäischer Gesamtdurchschnitt: 28.3 %). Die neuesten Ergebnisse der Accenture-Studie «Pulse of Change» (für die in der Schweiz je 100 C-Level-Führungskräfte und 100 Mitarbeitende befragt wurden) zeichnen das Bild einer digitalen Schweiz auf der Überholspur. Doch der steile Aufstieg birgt auch Herausforderungen: Während etablierte Berufsleute so produktiv und zufrieden sind wie nie zuvor, wachsen die Einstiegshürden zum Arbeitsmarkt für die nächste Generation im Rekordtempo zu schliessen.
Schweizer Spitzenwerte im globalen Vergleich: deutlich mehr Zuversicht
Die detaillierten Länderdaten der Studie zeigen eine signifikante Abweichung der Schweiz zum globalen Durchschnitt nach oben. Schweizer Arbeitnehmende sind weitaus positiver gestimmt, nutzen die Technologie aktiver und geniessen einen besseren Rückhalt durch ihre Arbeitgeber:
- Hervorragender Zugang: Schweizer Arbeitgeber stellen ihren Teams in wesentlich grösserem Umfang KI-Tools für die tägliche Arbeit bereit als im globalen Schnitt. Auf die Frage, inwieweit der Arbeitgeber Zugang zu KI-Werkzeugen für die tägliche Arbeit gewährt, geben 88 % der Schweizer Befragten an, vollen oder moderaten Zugriff zu haben (global: 80.1 %).
- Positiverer Blick auf die Technologie: Die konkreten Erfahrungen des letzten Jahres haben die Einstellung der Schweizer Befragten zu KI signifikant positiver verändert als im weltweiten Durchschnitt. Gefragt nach der Veränderung ihrer Einschätzung bezüglich des geschäftlichen Potenzials durch ihre KI-Erfahrungen im vergangenen Jahr, sehen 72 % der Schweizer Befragten ein weitaus grösseres Potenzial für geschäftliche Auswirkungen (global: 59.2 %).
- Erfahrung mit KI-Agenten: Auch bei der Nutzung fortgeschrittener KI-Systeme liegt die Schweiz vorn. Auf die Frage, wie sie ihre Erfahrungen mit sogenannten AI Agents beschreiben würden, geben 60 % der Schweizer Befragten an, bereits regelmässig mit diesen autonomen Systemen zu arbeiten (global: 44 %).
- Massiver Schub für die Jobzufriedenheit: Die Einführung von KI-Tools hat die Arbeitszufriedenheit in der Schweiz aussergewöhnlich stark verbessert. Gefragt nach dem Ausmass, in dem sich die allgemeine Arbeitszufriedenheit seit der Einführung von KI-Werkzeugen verändert hat, berichten in der Schweiz 88 % der Beschäftigten von einer gestiegenen Jobzufriedenheit – im Vergleich zu 71.1 % im globalen Durchschnitt ist dies ein Plus von fast 17 Prozentpunkten.
Hohe Arbeitsplatzsicherheit, aber wachsende Sorgen um den Nachwuchs
Diese positiven Erfahrungen spiegeln sich auch in der allgemeinen Wahrnehmung der Schweizer Beschäftigten wider. Mittlerweile fühlen sich fast zwei Drittel (65 %) der Schweizer Arbeitnehmenden an ihrem Arbeitsplatz sicher – ein markanter Anstieg um 21 Prozentpunkte gegenüber der «Pulse of Change» Befragung vom Januar 2026. Damit liegt die Schweiz leicht über dem europäischen Vergleichswert von 62 %. Zudem berichten die Beschäftigten von überwiegend positiven Erfahrungen mit der Technologie: 77 % geben an, dass KI-Tools ihre Gesamtproduktivität gesteigert haben, und 68 % erfreuen sich seit der Einführung einer generell höheren Arbeitszufriedenheit.
Gleichzeitig offenbart die Studie jedoch eine wachsende Sorge um die nächste Generation im Berufsleben. Rund die Hälfte der Schweizer Befragten (52 %) stimmt der Aussage zu, dass es für Berufseinsteiger aufgrund von KI schwieriger wird, überhaupt einen Arbeitsplatz zu finden.
Noch deutlicher wird diese Sorge bei der spezifischen Frage nach der Arbeitsplatzstabilität für junge Talente: Gefragt nach ihrer Zustimmung zur Aussage, ob es für Berufseinsteiger aufgrund von Automatisierung und KI immer schwieriger wird, eine stabile oder sichere Stelle zu finden, antworten 54 % der Schweizerinnen und Schweizer mit «Ja».
Dringender Handlungsbedarf für Unternehmen und Graduate-Programme
«Die Daten verdeutlichen eine paradoxe Situation in der Schweiz», erklärt Marco Huwiler, Country Managing Director bei Accenture Schweiz. «Auf der einen Seite erleben wir eine enorme Zuversicht, eine hohe KI-Nutzung und eine gestiegene Produktivität bei den bereits etablierten Mitarbeitenden. Auf der anderen Seite wächst die berechtigte Sorge, dass Einstiegshürden für die nächste Generation durch die fortschreitende Automatisierung massiv erhöht werden. Das ist ein Alarmsignal.»
Für Schweizer Unternehmen leitet sich daraus eine klare Priorität ab: «Wir müssen jetzt handeln, um den Anschluss für junge Talente nicht zu verlieren. Unternehmen dürfen nicht erwarten, dass sich die Belegschaft, oder eben Berufseinsteiger, rein in Eigenregie weiterbildet. Es braucht eine gezielte Dringlichkeit bei der Entwicklung strukturierter, moderner Ausbildungsprogramme. Einstiegspositionen in Schweizer Unternehmen müssen so konzipiert sein, dass sie junge Absolventinnen und Absolventen gezielt befähigen, von Tag eins an effektiv und sicher mit KI zu arbeiten, anstatt durch sie ersetzt zu werden. Nur so sichern wir langfristig die Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft», so Huwiler weiter.
Um genau diesem «AI Adoption Paradox» entgegenzuwirken und das Potenzial der KI-nativen Generation zu nutzen, lancierte Accenture Schweiz früher im Jahr sein 24-wöchiges Graduate-Programm. Mit dieser Initiative bilden sich Top-Absolventen gezielt als Katalysatoren für den Unternehmenswandel weiter und eignen sich erforderliche KI-Tools und Praxiserfahrung an, um die Lücke zwischen strategischer KI-Ambition und erfolgreicher Umsetzung in der Schweizer Wirtschaft zu schliessen. (Accenture/mc/ps)
Über die Studie «Pulse of Change»
Für die aktuelle Ausgabe der Accenture-Studie «Pulse of Change» wurden im Zeitraum von April bis Juni 2026 insgesamt 980 C-Level-Führungskräfte sowie 980 Mitarbeitende aus 19 Branchen in Europa befragt. In der Schweiz wurden hierfür repräsentativ 100 C-Level-Führungskräfte und 100 Mitarbeitende ohne Führungsfunktion befragt. Die Studie untersucht mehrmals jährlich den Zustand des Geschäftsumfelds, den Grad der Vorbereitung auf Veränderungen sowie die Auswirkungen neuer Technologien wie KI und Generativer KI auf die Belegschaft.