Cisco: Neue Splunk-Studie verdeutlicht Kosten ungeplanter Downtime
Wallisellen – Cisco hat die neueste Splunk-Studie «Die versteckten Kosten von Ausfallzeiten» veröffentlicht. Die Untersuchung beziffert die Gesamtkosten ungeplanter Downtime für die Global-2000-Unternehmen auf 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr – ein Anstieg um 50 Prozent in nur zwei Jahren. In EMEA kosten ungeplante Ausfälle ein Unternehmen im Durchschnitt 354 Mio. US-Dollar pro Jahr.
Die in Zusammenarbeit mit Oxford Economics durchgeführte Studie des Cisco-Unternehmens Splunk zeigt, dass die finanziellen Folgen eines Ausfalls unmittelbar, schwerwiegend und potenziell andauernd sind. Ungeplante Downtime ist zu einer systemischen Unternehmenskrise geworden und zu einer Gefahr für Umsatz, Marke und Börsenwert – allein die Umsatzverluste eines Unternehmens liegen in der EMEA-Region bei 87 Mio. und weltweit bei 95 Mio. Das ist fast doppelt so viel wie noch 2024.
«Ausfallzeiten wird es immer geben. Doch längere Unterbrechungen sind vermeidbar», sagt Kamal Hathi, Senior Vice President und General Manager beim Cisco-Unternehmen Splunk. «Die resilienten Unternehmen sind nicht diejenigen mit den meisten Tools oder den ehrgeizigsten KI-Plänen. Es sind diejenigen, die ihre Technologie auf die geschäftlichen Ergebnisse ausrichten, ihren Beschäftigten den richtigen Kontext liefern und Systeme entwickeln, die unter Druck belastbar bleiben, ohne zu versagen.»
Die wirtschaftlichen Folgen von Ausfallzeiten
Die Technologieverantwortlichen bezeichnen die Folgen von Ausfallzeiten zunehmend als schwerwiegender. Darüber hinaus löst ein Ausfall eine ganze Kettenreaktion versteckter Kosten aus:
- Finanzielle Einbussen und Wertverlust: Die durchschnittlichen Downtime-Kosten haben mittlerweile 15‘000 US-Dollar pro Minute erreicht.
- Kundenabwanderung: 81 Prozent der Technologieverantwortlichen weltweit (EMEA: 85 %) nennen den Verlust von Kunden als Folge von Ausfallzeiten, wobei 47 Prozent (EMEA: 53 %) eingestehen müssen, dass es oft oder sehr oft Kunden sind, die Ausfälle zuerst bemerken.
- Steigende Ransomware-Kosten: Die Lösegeldzahlungen haben sich seit 2024 fast verdreifacht und belaufen sich auf durchschnittlich 40 Millionen US-Dollar – damit sind sie eine der grössten direkten finanziellen Belastungen.
- Teure Compliance-Verstösse: Die von Aufsichtsbehörden verhängten Bussgelder summieren sich mittlerweile auf durchschnittlich 51 Millionen US-Dollar pro Unternehmen – 57 Prozent der Technologieverantwortlichen weltweit (EMEA: 56 %) bezeichnen diese Kosten als sehr disruptiv oder untragbar disruptiv.
- Operativer Aufwand: Ganze 89 Prozent der Technologieverantwortlichen geben an, dass zur Fehlerbehebung hoher Personalaufwand erforderlich ist (EMEA: 86%). Fast alle (90 % weltweit, 88 % in EMEA) berichten von einem gesteigerten Bedarf an Kunden-Support. Ähnlich sieht es bei Finanzen (76 %) und Marketing (74 %) aus.
- Markenreputation: Fast 20 Prozent der Marketing-Fachleute sagen, dass es nach einem Incident ein ganzes Quartal dauert, bis sich die Marke wieder erholt hat.
Ausfallzeiten als Security-Faktor
Etwa ein Drittel (36 % weltweit, 39 % in EMEA) der Sicherheitsverantwortlichen räumt ein, dass Ausfälle zunächst oft oder sehr oft fälschlicherweise als IT-Probleme eingestuft werden. Das kann Angreifern einen entscheidenden Vorsprung verschaffen. Erschwert wird die Problemklärung durch den Mangel an gemeinsamem Kontext. So sagen nur 38 Prozent der Technologieverantwortlichen weltweit (bzw. 41 % in EMEA), dass sie die Ursache eines Ausfalls immer ausfindig machen. Grundlegende Cyberhygiene sowie die Modernisierung veralteter, nicht mehr patchbarer Infrastrukturen bleiben entscheidend zur Vermeidung ungeplanter Ausfälle.
Wann KI zur Resilienz beiträgt
Um die Incident-Triage und die Ursachenanalyse zu optimieren, setzen Unternehmen verstärkt auf KI. Die jährlichen Ausgaben für KI-Tools zur Vermeidung und Behebung von Ausfällen liegen durchschnittlich bei 24,5 Millionen US-Dollar. Mit zunehmendem Reifegrad dieser Technologien entwickelt sich die Branche hin zu einer Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten, wobei die KI die Fachleute unterstützt und unter menschlicher Aufsicht steht. Dieser Ansatz arbeitet mit Maschinendaten, also mit Logs, Metriken und Traces, sodass die Teams KI-Aktionen überwachen, Probleme frühzeitig erkennen und Korrekturen vornehmen können, bevor kleinere Fehler zu kompletten Ausfällen eskalieren.
Trotz der Vorteile bringt der Übergang zu autonomen Systemen auch Herausforderungen mit sich. Zwar sagen 56 Prozent der Befragten (EMEA: 59 %), dass KI das Ausfallrisiko insgesamt verringert hat, doch müssen alle der befragten Technologieverantwortlichen (weltweit und in EMEA) einräumen, dass ihr Unternehmen bereits Ausfälle erlebt hat, die in irgendeiner Weise mit KI zu tun hatten. 68 Prozent der Technologieverantwortlichen weltweit (71 % in EMEA) befürchten, dass sich ihre KI-Agenten unvorhersehbar verhalten könnten. Dies unterstreicht, dass für echte digitale Resilienz eine solide Governance und menschliche Kontrolle notwendig sind.
Echte Resilienz aufbauen
Technologieverantwortliche erkennen zunehmend, wie wichtig es ist, die gesamte Kette der Abhängigkeiten zu visualisieren. Tatsächlich geben 98 Prozent der weltweit Befragten mit den niedrigsten Ausfallkosten an (bzw. 85 % aller Befragten in EMEA), dass durchgängige Transparenz für die Reduzierung der Ausfallzeiten sehr oder äusserst wichtig ist. Dennoch bleibt vollständige Transparenz über alle IT-Bereiche hinweg eher selten, weshalb Unternehmen ihre Investitionsstrategien neu ausrichten und auf proaktive, datengestützte Fundamente stellen:
- Observability hat Priorität: Rund drei Viertel der Führungskräfte aus ITOps und Engineering (72 % weltweit, 74 % in EMEA) nennen durchgängige Observability als ihre oberste Investitionspriorität zum Aufbau von Infrastruktur-Resilienz – noch vor den üblichen Hardware- und Rechenzentrum-Upgrades.
- Automatisierung zur Minimierung von menschlichem Versagen: 66 Prozent der ITOps- und Engineering-Verantwortlichen weltweit (bzw. 67 % in EMEA) investieren bevorzugt in Automatisierung.
- Gezielte KI-Investitionen: Die Unternehmen konzentrieren ihre KI-Budgets auf Bereiche mit hoher Wirkung. 85 Prozent priorisieren KI-gestützte Sicherheitsautomatisierung. Weltweit investieren 65 Prozent in KI-gestützte Observability (in EMEA 69 %), um tiefere Echtzeit-Einblicke in ihre digitalen Ökosysteme zu gewinnen.
(Cisco/mc/hfu)