Crealogix peilt nach Verlust im H1 weitere Kostenverbesserungen an

Oliver Weber
Crealogix-CEO Oliver Weber. (Foto: zvg)

Zürich – Der Software- und IT-Dienstleister Crealogix hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres 2021/22 wegen der Umstellung zum Software-as-a-Service-Anbieter (SaaS) und wegen höherer Investitionen einen deutlichen Verlust geschrieben. Im zweiten Halbjahr will das Unternehmen die Kosten weiter senken.

Der Verlust in dem per Ende Dezember 2021 abgeschlossen Halbjahr belief sich vor Goodwill-Abschreibung auf 7,7 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte ein Fehlbetrag von 2,7 Millionen resultiert, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Crealogix habe zuletzt die Investitionen in die Produkteentwicklung deutlich erhöht: Insgesamt seien 30 Prozent des Umsatzes investiert worden, betonte das Unternehmen in der Mitteilung. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 18 Prozent gewesen.

Umsatz rückläufig
Crealogix hatte bereits Ende Januar provisorische Geschäftszahlen für das erste Semester veröffentlicht. Demnach war der Umsatz in den ersten sechs Monaten um knapp 14 Prozent rückläufig und erreichte noch 45,4 Millionen Franken. Die «wiederkehrenden Umsätze» lagen bei 25,4 Millionen Franken, was einem Anteil von 56 Prozent am Gesamtumsatz entsprach. Der SaaS-Umsatz machte 32 Prozent aus.

Die hohen Entwicklungsausgaben belasteten auch das Betriebsergebnis (EBITDA), das – wie ebenfalls schon im Januar bekanntgegeben – bei -3,8 Millionen lag. Zusätzliche Sparmassnahmen hätten die hohen Ausgaben nicht vollständig kompensieren können. Zudem hätten die die anhaltenden Reisebeschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie die Neukundenakquisition in allen Regionen erschwert.

Kosten gesenkt
Dank der hohen Produktinvestitionen habe Crealogix neue Kundenlösungen wie das Funding Portal bei den Förderbanken in Deutschland erfolgreich in Betrieb nehmen können. Das Unternehmen verantwortet bei fünf Förderbanken zusätzlich das Hosting und den Betrieb. Weitere Institute sollen in den kommenden Monaten dazukommen. Zudem habe Crealogix den Kundenstamm im Nahen Osten erfolgreich erweitert, bestehende Kunden in der Schweiz hätten ihre Lösungen erweitert.

Gleichzeitig habe das Unternehmen dank einer optimierten Kostenstruktur, der Konsolidierung des Produktportfolios und dem Aufbau von Nearshore-Zentren die Kosten gesenkt und den Personalbestand reduziert. Im zweiten Halbjahr werde Crealogix weiterhin an der Kostenbasis arbeiten, um die Profitabilität fortlaufend zu steigern, heisst es in der Mitteilung.

Stärkeres zweites Halbjahr
Insgesamt erwartet Crealogix im zweiten Semester seines Geschäftsjahres einen höheren Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr. Die zweite Jahreshälfte sei generell umsatzstärker und die getätigten Zusatzinvestitionen in das Produktportfolio liefen aus, heisst es.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 erwartet Crealogix dann eine «substanziell verbesserte EBITDA-Marge», vorausgesetzt, dass die geopolitische Situation sich nicht weiter verschlechtert. Mittelfristig strebt das Unternehmen durch den Wandel zum Saas-Anbieter eine EBITDA-Marge im zweistelligen Bereich an. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.