Schweizer Fernsehen vor „zweiter digitaler Revolution“

Wer die SF-Programme terrestrisch – also nicht über Satellit oder Kabel – empfängt, braucht allerdings ab Herbst 2007 ein neues Empfangsgerät oder ein etwa 100 bis 150 CHF teures Zusatzgerät. Betroffen sind rund 150’000 Haushaltungen. Häufig seien es die Zweitgeräte im Ferienhaus oder Kinderzimmer, die für den digitalen Empfang nachgerüstet werden müssen. Noch neun Prozent der Haushalte nutzen alleine die terrestrische Verbreitung. Insgesamt sind es allerdings etwa 27% aller TV-Geräte, die die analogen Signale über die Antenne empfangen.


Schrittweise Ablösung des analogen Übertragungsverfahren
Das moderne digitale terrestrische Übertragungsverfahren löst schrittweise das 50 Jahre alte analoge ab. Bereits strahlen fünf Sender die beiden Deutschschweizer Programme sowie die ersten Programme der anderen Sprachregionen mit dem DVB-T-System aus. Laut Deltenre wird dank DVB-T die Empfangsqualität besser und der Empfang auch auf portablen Geräten wie Laptops möglich. Zudem verursachen die Sender weniger Elektrosmog.


Qualitativer Quantensprung mit HDTV ab 2010
Auch die Qualität des TV-Signals über Satellit wird besser. Seit Montag ist gemäss Deltenre SF zwei in DVD-Qualität empfangbar. Dieser Schritt sei im Hinblick auf die Fussball-WM erfolgt. Ab 2007 soll auch SF 1 in der besseren Qualtität ausgestrahlt werden. Der „qualitative Quantensprung“, den das HDTV bringen wird, folgt etwa 2010. Ab 2008 plant SF sporadische Testausstrahlungen in HDTV auf einem speziellen Satelliten-Kanal. So sollen beispielsweise die Spiele der Fussball-EM 2008 oder die olympischen Spiele im neuen Standard gesendet werden, der ein schärferes Bild, mehr Detailreichtum und Plastizität sowie natürlichere und brillantere Farben bringen soll.


Vermehrt Übertragungen im Breitbild-Format
Eine Vorstufe zum HDTV ist das Breitbild. Der Übergang vom herkömmlichen 4:3-Bildformat zum 16:9-Breitbild findet bereits schrittweise statt. Vor allem Sportübertragungen – so auch die komplette Fussball-Weltmeisterschaft – und Spielfilme werden im Kino-Format ausgestrahlt. Informationssendungen folgen in den nächsten Monaten. Heute steht gemäss Deltenre schon in gegen 50 Prozent der Haushalte ein 16:9-Empfänger. Bei den älteren Geräten entstehen bei der Breitbild-Übertragung schwarze Balken.


Verbessert wird nach Angaben der Fernsehdirektorin in den nächsten Jahren auch der Ton zum Bild. Schrittweise eingeführt wird der dreidimensionale „Dolby Digital Sound 5.1“. Dadurch stehe dem „Kinoerlebnis im Wohnzimmer“ nichts mehr im Wege.


Kurz-Tagesschau auf das Handy – Ausbau der Internet-Plattform
Geprüft werden auch weitere Verbreitungsmöglichkeiten von SF- Programmen. Es besteht die Idee einer „Tagesschau in 100 Sekunden“ für UMTS-fähige Mobiltelefone. Das speziell für Handys konzipierte News-Programm würde stündlich aktualisiert. Ähnliche Programme liessen sich auch für Sport und Unterhaltung herstellen. Weiter ausbauen will SF – trotz Kritik von Verlegern – auch das Internetangebot. Der Webauftritt sei ein zusätzlicher Angebotskanal von SF. Sendungen, für die die entsprechenden Rechte vorliegen, sollen möglichst rasch nach der Erstausstrahlung „in publikumsgerechter Übertragungsqualität“ zum Abruf bereit gestellt werden.


Ab 2008 werde SF mit der Multimedia Homeplattform (MHP) und einem neu gestalteten Teletext weitere Zusatzdienste anbieten. Vorgesehen sind Hintergrundinformationen zum Programm, ein elektronischer Programmguide sowie interaktive Programmnutzungs- Möglichkeiten. (awp/mc/pg)

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