EU-Kommission: Visa-Informationssystem verarbeitet bis heute rund 1 Mio Visumsanträge

Françoise Enaud

Francois Enaud, General Manager der Steria SCA Gruppe.

Zürich – Das Visa-Informationssystem (VIS) wurde von einem internationalen Konsortium unter der Führung von Steria zusammen mit HP entwickelt. Am 11. Oktober 2011 in Betrieb gegangen, arbeitet es seit nunmehr elf Monaten reibungslos. Das System wurde von der Generaldirektion Inneres der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben. Es erlaubt den Schengen-Staaten, Visa-Daten für Kurzaufenthalts- oder Transitvisa auszutauschen, indem sie ihre Konsulate in Ländern, die nicht der EU angehören, sowie alle Aussengrenzenübergangsstellen in der Region an das System anbinden. Das System verarbeitet zurzeit durchschnittlich 4’000 Visumsanträge pro Tag und bringt es an Spitzentagen auf bis zu 11’000 Anträge. Bis heute hat das System rund 1’000’000 Visumsanträge verarbeitet.

Der Schengen-Raum hat sich seit seiner Errichtung im Jahr 1985 auf heute 26 Länder vergrössert. Regelmässig kommen neue Regionen hinzu, wie z. B. in Kürze Liechtenstein. Ziel ist es, eine grosse Region zu schaffen, in der Menschen leben, arbeiten und reisen können. Doch während sich die grosse Mehrheit der Visa-Inhaber an die Regeln hält, kommt es immer wieder auch zu Verstössen. VIS wird einen Beitrag leisten zur Bekämpfung und Verhütung betrügerischen Verhaltens, wie z. B. „Visum-Shopping“ (d. h. das Stellen von weiteren Visumsanträgen bei anderen EU-Staaten, wenn ein erster Antrag abgelehnt wurde), das oft im Zusammenhang mit Menschenhandel und Terrorismus steht. Die gesicherte, konsolidierte Visakontrolle in allen Schengen-Staaten wird die Mitgliedsstaaten in ihrem Engagement für ein sichereres Europa unterstützen.

Umfassende Tests, monatelange Feinabstimmungen
Um sicherzustellen, dass VIS stabil und präzise läuft sowie alle Systeme nahtlos integriert und dabei sowohl die Anforderungen der Europäischen Kommission als auch jene der Mitgliedsstaaten erfüllt, wurden umfassende Tests und monatelange Feinabstimmungen durchgeführt. Im letzten Jahr wurde grünes Licht für die Inbetriebnahme des Systems gegeben. Angesichts der grossen Zahl der Beteiligten und der politischen Interessen werden die Europäische Kommission und die neue Europäische Agentur, die ab Ende 2012 das Management dieses Systems übernehmen wird, das System auch weiterhin sorgsam überwachen.
 
Francois Enaud, General Manager der Steria SCA Gruppe, erklärt: „VIS ist ein grosser Erfolg für die europäische und internationale Zusammenarbeit. Es bedeutet einen grossen Schritt hin zu einer gemeinsamen Nutzung von Informationen und Prozessen im Schengen-Raum und durch die Mitgliedsländer. Zusätzlich belegt es, dass grosse, integrierte IT-Systeme mit zahlreichen Beteiligten zwar eine Herausforderung darstellen, aber doch erfolgreich implementiert und bereitgestellt werden können und so die Möglichkeit eröffnen, dass mehrere Länder von Anfang an reibungslos zusammenwirken. Wir arbeiten bereits für die Regierungen zahlreicher europäischer Länder, doch mit diesem Auftrag konnten wir unsere Fähigkeit unter Beweis stellen, diese bei der effizienten Zusammenarbeit zu unterstützen.“

Hochverfügbare Umgebung
„Das VIS muss allen Mitgliedsstaaten rund um die Uhr Informationen liefern: Ausfälle, selbst für einige Minuten, können wir uns nicht leisten“, erklärte Johan Deschuyffeleer, Senior Vice President Technology Services EMEA von HP. „Die Lösung, die HP in Zusammenarbeit mit Steria entwickelt hat, bietet die geforderte hochverfügbare Umgebung, die mehreren Ländern kritische Services bereitstellt und dazu beiträgt, den sofortigen behördlichen Zugriff auf Informationen zu gewährleisten.“

Bedeutender Beitrag für die innere Sicherheit in ganz Europa
Steria verfügt über eine fundierte Kenntnis des öffentlichen Sektors sowie über eine breite Expertise in den Bereichen Consulting, Systementwicklung  und -integration und Managed Services. Nicht zuletzt aufgrund seiner Rolle im Schengen Programm leistet das Unternehmen einen bedeutenden Beitrag für die innere Sicherheit in ganz Europa. Steria hat bereits das Eurodac-Projekt für die Europäische Kommission implementiert, das die Bearbeitung von Asylanträgen mittels der biometrischen Verarbeitung von Fingerabdrücken in 16 EU-Ländern verbessert, und arbeitet auch mit anderen internationalen Organisationen wie der NATO und EUROCONTROL zusammen. Zentrale und lokale Behörden in über zehn europäischen Ländern kooperieren bereits mit Steria. Zu ihnen zählen das Ministère de l’Economie et des Finances in Frankreich, die Generalitat Valenciana in Spanien, das britische Minstry of Defence sowie das Bundeskriminalamt, die Polizei in Niedersachsen oder die Berliner Feuerwehr. (Steria/mc)

Über Steria
Steria bietet Business-Services, die unter Einsatz modernster Informationstechnologien Unternehmen wie Behörden ein effizienteres und profitableres Arbeiten ermöglichen. Steria verbindet die tiefgehende Kenntnis der Geschäftsmodelle seiner Kunden mit einer umfassenden Expertise in IT und Business Process Outsourcing. So gelingt es Steria, den Herausforderungen seiner Kunden mit innovativen Lösungen zu begegnen. Durch seinen kooperativen Beratungsstil arbeitet Steria eng und partnerschaftlich mit seinen Kunden zusammen, begleitet sie bei ihren Transformationsprozessen und stellt so sicher, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. 20’000 Steria-Mitarbeiter in 16 Ländern stehen hinter den Systemen, Services und Prozessen, die Tag für Tag die Welt in Gang halten und berühren dabei das Leben von Millionen Menschen weltweit.
1969 gegründet, unterhält Steria heute Standorte in Europa, Indien, Nordafrika und Südostasien. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Jahr 2011 1,75 Milliarden Euro. 21 % (*) des Kapitals sind im Besitz der Steria-Mitarbeiter. Die Gruppe mit Hauptsitz in Paris ist an der Euronext, Paris gelistet. (*): inklusive des Employees Shares Trust in Grossbritannien

Über Steria Schweiz AG:
Die Steria Schweiz AG vereinigt Expertise in den Bereichen Consulting, Systemintegration sowie IT-Outsourcing und konzentriert sich auf die Wirtschaftssektoren Öffentliche Verwaltung, Finanzwirtschaft und Industrie. Das Unternehmen ist in der Schweiz mit 160 Mitarbeitern vertreten.

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