Internetbasierte Plattformarbeit ist in der Schweiz wenig verbreitet

Internetbasierte Plattformarbeit ist in der Schweiz wenig verbreitet
Internetbasierte Plattformdienstleistung: Uber-Chauffeur mit Fahrgast. (Foto: Uber)

Neuenburg – 2019 gaben 0,4% der Bevölkerung an, in den letzten 12 Monaten internetbasierte Plattformarbeit geleistet zu haben. Dabei wird die dienstleistende Person via eine Internetplattform mit der Kundin oder dem Kunden verbunden und die Bezahlung erfolgt (in der Regel) über die Plattform. Nach Tätigkeitsbereich betrachtet haben 0,1% der Bevölkerung Taxidienste geleistet und 0,3% andere Dienstleistungen (Programmierung, Essenlieferdienste, Reinigungsarbeit, usw.) ausgeführt. Etwas häufiger wurde durch 0,6% der Bevölkerung über Internetplattformen eine Unterkunft vermietet. 0,8% der Bevölkerung haben via eine Internetplattform Waren verkauft, die extra dafür gesammelt, gekauft oder produziert worden sind.

Gemäss den Ergebnissen der schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2019 des Bundesamts für Statistik (BFS) haben gesamthaft 1,6% der 15- bis 89-jährigen Bevölkerung bzw. 116 000 Personen angegeben, innerhalb der 12 Monate vor der Befragung internetbasierte Plattformarbeit geleistet oder via eine Internetplattform ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Haus vermietet oder Waren verkauft zu haben. Männer leisten doppelt so häufig solche Dienstleistungen wie Frauen (2,1% gegenüber 1,2%).

Bei den 30- bis 49-Jährigen ist diese Form des Einkommenserwerbs am stärksten verbreitet (2,2%), gefolgt von den 15- bis 29-Jährigen (1,7%) und den 50- bis 64-Jährigen (1,6%; 65-bis 89-Jährige: 0,7%). 1,8% der 25-jährigen und älteren Personen mit Ausbildung auf Tertiärstufe erzielten ein Einkommen durch internetbasierte Plattformarbeit, online Vermietung einer Unterkunft oder online Warenverkauf (Sekundarstufe I: 0,8%; Sekundarstufe II: 1,7%). Bei den Schweizerinnen und Schweizern beläuft sich der Anteil dieser Dienstleistungen mit 1,7% auf ähnlichem Niveau wie bei den Ausländerinnen und Ausländern (1,5%).

Die Mehrheit der Tätigkeiten wird nur sporadisch ausgeführt
Lediglich 0,2% der Bevölkerung (14,8% der Plattformdienstleistenden) erbringen «regelmässige und umfangreiche» Dienstleistungen über eine Plattform (inklusive Vermietung einer Unterkunft und Warenverkauf), d.h. sie erbringen diese fast jeden Monat und arbeiten dafür mindestens zehn Stunden pro Woche oder verdienen mindestens 10’000 Franken pro Jahr. Weitere 0,2% der Bevölkerung (11,0% der Plattformdienstleistenden) verrichten «regelmässige, aber moderate» Dienstleistungen über eine Plattform, d.h. fast jeden Monat und sie arbeiten dafür zwischen einer und weniger als zehn Stunden pro Woche oder verdienen zwischen 1000 und weniger als 10’000 Franken pro Jahr. Die grosse Mehrheit (74,2%) der Plattformdienstleistenden (1,2% der Bevölkerung) erbringt sporadische oder geringfügige Plattformtätigkeiten (weniger als eine Stunde pro Woche und weniger als 1000 Franken pro Jahr).

Plattformdienstleistung als Zusatzverdienst
Diverse Gründe können dazu führen, dass eine Person Dienstleistungen via Internetplattform oder App erbringt. Als meistgenannter Grund gilt für 51,2% der Plattformdienstleistenden die zusätzliche Verdienstmöglichkeit. 10,3% der Plattformdienstleistenden nennen die zeitliche Flexibilität (tagsüber, nachts, am Wochenende) und 7,7% die örtliche Flexibilität (Arbeit zuhause, unterwegs) als Grund für die Wahl dieser Arbeitsform. Weiter führen 3,4% der Plattformdienstleistenden diese Form bezahlter Dienstleistungen aufgrund der Vereinbarkeit mit Familienaufgaben aus.

Knapp zwei von fünf Plattformdienstleistenden verdienen jährlich weniger als 1000 Franken
Das durchschnittliche jährliche Bruttoerwerbseinkommen aus Plattformdienstleistungen (inklusive Vermietung einer Unterkunft und Warenverkauf) belief sich 2019 auf 5849 Franken pro Person. Aufgeteilt nach Einkommensklassen ist der höchste Anteil bei Einkommen unter 1000 Franken vorzufinden (0,6% der 15- bis 89-jährigen Bevölkerung bzw. 37,7% der Plattformdienstleistenden). 0,3% der Bevölkerung verdienen jährlich via Plattformtätigkeiten zwischen 1001 und 3000 Franken und weitere 0,3% zwischen 3001 und 12 000 Franken. Lediglich 0,1% der Bevölkerung erzielt via Plattformtätigkeiten ein jährliches Bruttoerwerbseinkommen von mehr als 12’000 Franken. (BFS/mc/ps)

BFS

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