Kudelski schreibt weiterhin rote Zahlen

André Kudelski
Kudelski-Konzernchef André Kudelski. (Foto: Kudelski)

Cheseaux-sur-Lausanne – Der Technologiekonzern Kudelski hat 2019 wiederum einen Verlust geschrieben. Einen Strich durch die Rechnung gemacht hat den Westschweizern die Tochter Skidata. Schwarze Zahlen will man nun im Jahr 2020 schreiben.

Im vergangenen Jahr nahm der Verlust der Kudelski-Gruppe aber noch auf 38,6 Millionen US-Dollar nach zuvor gut 20 Millionen zu. Im Fehlbetrag enthalten seien nach wie vor sehr hohe Einmalkosten, die man für die Restrukturierung des Geschäfts aufgewendet habe, teilte Kudelski am Donnerstag mit.

Die auf Zutrittssysteme etwa auf Skipisten, für Parkplätze oder in Sportstadien spezialisierte Tochter Skidata hat mit betrieblichen Problemen zu kämpfen und wird restrukturiert. Dazu veröffentlichte Kudelski kurz vor Weihnachten eine Gewinnwarnung.

Zudem nimmt Kudelski viel Geld in die Hand, um im Geschäft mit Lösungen zum Schutz vor Cyberrisiken und im Bereich „Internet der Dinge“ stärker Fuss zu fassen. Dieser Umbau braucht Zeit, während im Kerngeschäft mit Zugangslösungen für digitales Fernsehen Umsätze wegbrechen.

In diesem Jahr belief sich die Umsatzeinbusse im Digital-TV-Segment auf gut 60 Millionen Dollar. Insgesamt fiel der Gruppenumsatz um knapp 90 auf 827 Millionen Dollar zurück.

Kudelski auf Sparkurs
Kudelski tritt zugleich auf die Kostenbremse und hat im vergangenen Jahr Einsparungen im Umfang von 57 Millionen erreicht. So habe man das Betriebsergebnis um die Kosten für die Restrukturierung bereinigt gegenüber dem Vorjahr um gut fünf auf 81,4 Millionen verbessern können, hiess es weiter.

Mit dem Umsatz und den Angaben zum Reinergebnis hat Kudelski die Markterwartungen verfehlt, dagegen übertraf der Betriebsgewinn die Vorgaben. Die befragten Analysten hatten durchschnittlich (AWP-Konsens) einen Umsatz von 867 Millionen Dollar, einen bereinigten EBITDA von 78,8 Millionen und einen Reinverlust von 30,3 Millionen erwartet.

Trotz anhaltender Schwierigkeiten bezahlt die Kudelski-Gruppe ihren Aktionären wie in den Jahren davor eine Dividende in Höhe von 10 Rappen je Aktie.

Rückkehr in die Gewinnzone
Im laufenden Jahr dürfte der Umsatzschwund im Bereich Digital TV etwas abklingen und im wieder wachsenden Cybersecurity-Geschäft setze man künftig auf höherwertige Produktlinien, blickt die Gruppe nach vorn. Derweil würden die Anstrengungen bei Skidata zu deutlich tieferen Kosten führen.

Diese Fortschritte sollen Kudelski in diesem Jahr zurück in die Gewinnzone führen. Und beim Betriebsergebnis wird ein Wert zwischen 70 und 90 Millionen Dollar erwartet. (awp/mc/ps)

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