Logitech nimmt im zweiten Quartal Fahrt auf

Bracken Darrell

Logitech-CEO Bracken Darrell.

Apples – Der Computerzubehör-Hersteller Logitech hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2015/16 (per Ende September) mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr und ist für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft optimistisch. An den Zielen für das Gesamtjahr hält das Management fest.

Logitech startet mit viel Schwung ins wichtigste Quartal des Jahres. «Ich bin begeistert über unser Momentum», sagte CEO Bracken Darrell am Donnerstag an einer Telefonkonferenz. Davon liessen sich die Investoren anstecken: An der Börse legte der Aktienkurs des schweizerisch-amerikanischen Unternehmens zu. Aktuell (15.30 Uhr) beträgt das Plus 5,6%.

Das gute Momentum zeigt sich allerdings erst bei genauem Hinsehen: Der Gesamt-Umsatz in den Monaten Juli bis September stieg nur um 2% auf 539,9 Mio USD. In Lokalwährungen (LW) hätte das Plus jedoch 8% und dabei im Kerngeschäft (Retail) sogar 12% betragen. «Wir erzielten im Bereich Retail unser bestes Wachstum seit fast fünf Jahren», sagte Darrell. Alle Regionen hätten dazu beigetragen.

Wachstumsprodukte legen zu
Dabei stieg der Umsatz mit den als Wachstumskategorien definierten Produkten um satte 35% (+45% in LW) und steuert nun gut ein Drittel zum Gesamtumsatz bei. Als Wachstumsprodukte hat Logitech mobile Lautsprecher, Tastaturen und Hüllen für Tablets, Zubehör für PC-Gaming sowie mobile Videokonferenzsysteme definiert.

Innerhalb dieser Kategorie stiessen die Lautsprecher (+66%) auf die stärkste Nachfrage, während der Absatz von Tablets-Zubehör (-34%) harzte. Das Unternehmen ist allerdings «vorsichtig optimistisch», mit einem neuen Produkt die Trendwende bei den Tablets zu schaffen.

Nach wie vor ist der Absatz von PC-Mäusen und -Tastaturen matchentscheidend. Die entsprechenden Umsätze waren zwar in USD zwar leicht rückläufig, nahmen jedoch in Lokalwährungen zu. «Wir konnten in einem schrumpfenden Markt organisch zulegen», sagte Darrell. «Das ist nur möglich, weil wir immer wieder äusserst innovative Produkte auf den Markt bringen.» Ein Beispiel dafür sei die ergonomisch neuartige Computermaus MX Master, die kürzlich lanciert wurde.

Deutlich rückläufig war der Absatz in den Bereichen OEM (-22%), der veräussert werden soll, sowie im Segment Video Conferencing (-25%), das derzeit restrukturiert wird.

Tiefere Gewinnzahlen
Die Bruttomarge nahm zwar um 420 Basispunkte auf 34,6% ab. Dies sei allerdings primär eine Folge des Währungseffekts, hiess es dazu. Ein Teil der Einbusse sei mit Preiserhöhungen wettgemacht worden. Für das Gesamtjahr peilt das Management eine Marge von 35% an, wie CFO Vincent Pilette sagte.

Der Betriebsgewinn EBIT nahm im zweiten Quartal auf 25,7 von 42,1 Mio USD ab. Und unter dem Strich verdiente Logitech mit 18,1 Mio USD ebenfalls deutlich weniger als im Vorjahr (36,1 Mio). Hauptgrund dafür waren Restrukturierungskosten von knapp 9 Mio USD. Derzeit werde das Segment Video Conferencing vom restlichen Geschäft getrennt, um mehr Flexibilität zu erhalten. Ob die Sparte nun zum Verkauf steht, wollte der CEO allerdings nicht sagen.

Laut der Mitteilung ist das Management ausserdem zuversichtlich, den geplanten Ausstieg aus dem OEM-Geschäft bis Ende Jahr abzuschliessen. Dabei geht es um Produkte, die andere Hersteller mit ihren eigenen Produkten zusammen verkaufen.

Umsatzprognosen übertroffen
Für das Geschäftsjahr 2015/16 bekräftigt das Management das Umsatzziel, wonach im Retailgeschäft zu konstanten Währungen ein Wachstum von 7% sowie ein EBIT (non-GAAP) von 150 Mio USD angepeilt wird. In den ersten beiden Quartal des Jahres wurde ein non-GAAP-EBIT von 73,2 Mio USD erzielt.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Logitech die Schätzungen der Analysten beim Umsatz markant übertroffen. Die Experten lobten in ihren Kommentaren aber auch die erfolgreiche Kostenkontrolle des Unternehmens. Und die Guidance wurde zum Teil als konservativ bezeichnet. (awp/mc/upd/ps)

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