Logitech leidet unter sinkenden PC-Verkäufen

Guerrono De Luca

Logitech-VRP und Interins-CEO Guerrono De Luca.

Apples – Nach einem Verlust im ersten Quartal hat sich Logitech wieder etwas aufgefangen. Der Computerzubehör-Hersteller schaffte die Rückkehr in die Gewinnzone, kämpft aber weiter mit den sinkenden Absatzzahlen bei klassischen PCs. Das Unternehmen blickt wenig zuversichtlich in das zweite Halbjahr. Für das Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Juli bis September) weist Logitech einen Reingewinn von 54,9 Mio USD aus, nachdem im Vorquartal ein Minus von 52,1 Mio resultiert hatte. Im ersten Jahresviertel hatten insbesondere Restrukturierungskosten die Rechnung belastet.

Allerdings beinhaltet der Gewinn im Berichtsquartal 31,1 Mio USD, die das Unternehmen nach dem Abschluss einer Prüfung durch die Steuerbehörden nun verbuchen kann. Wie Logitech in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt, nahm der besser vergleichbare Vorsteuergewinn um 1,5 Mio auf 23,8 Mio USD zu.

PC-Markt schwächt sich weiter ab
Das Unternehmen weist für die Berichtsperiode einen Umsatz von 547,7 Mio USD, 7% weniger als im Vorjahr. In Lokalwährungen (LW) betrug das Minus 4%. Der Bruttogewinn sank leicht auf 196,0 Mio von 198,4 Mio USD. Die entsprechende Marge nahm um 2,1 Prozentpunkte auf 35,8% zu. Der EBIT erhöhte sich auf 24,1 (VJ 23,5) Mio USD.

Mit den Zweitquartalszahlen hat Logitech die durchschnittlichen Schätzungen (AWP-Konsens) beim Umsatz deutlich verfehlt, sonst jedoch leicht überschritten.

«Der PC-Markt hat sich im zweiten Quartal im Vorfeld der Markteinführung des Betriebssystems ‹Windows 8› deutlicher als erwartet abgeschwächt», lässt sich Logitech-CEO Guerrino De Luca in der Mitteilung zitieren. Als Belastung habe sich ferner eine allgemeine Marktabschwächung in den Schwellenländern erwiesen.

Einzig Umsätze bei Keyboard & Desktop-Produkten legen zu
Die Retailverkäufe werden für das zweite Quartal mit 476,5 Mio USD ausgewiesen und damit 5% unter dem Niveau des Vorjahres. In der Region EMEA wurde dabei ein Minus in LW von 3% ausgewiesen. Im Amerika-Geschäft wurde ein Rückgang um 6% und in Asien um 7% registriert. Die Zahl der verkauften Produkte verringerte sich um 2% und die durchschnittlichen Verkaufspreise lagen um 3% unter dem Vorjahresniveau. Sequenziell vermochte Logitech jedoch die Preise um 7% anzuheben.

Der OEM-Absatz sank in der Berichtsperiode um deutliche 27% auf 36,7 Mio USD. Dies sei in erster Linie auf geringere Keyboard-Verkäufe und sinkende Preise für Computermäuse zurückzuführen. Im Segment LifeSize sank der Umsatz um 7% auf 34,5 Mio USD.

Die Produktkategorie Keyboard & Desktops zeigte mit einem Umsatzplus von 20% die beste Performance, wie Logitech in den Anmerkungen zu dem Quartalsbericht schreibt. Das Wachstum wurde getrieben von iPad-Tastaturen. Eine rückläufige Entwicklung zeigte sich demgegenüber bei allen anderen Retail-Segmenten.

Allen voran die Verkäufe von Fernbedienungen (Digital Home) brachen infolge der Aufgabe von Google TV um 31% ein. Die Video-Umsätze gingen mit -17% in ähnlich hohem Mass zurück, in der Kategorie Audio sanken die Umsätze um 14%. Der Verkauf von Computermäusen gab um 8% nach; am besten hielt sich das Segment Gaming mit minus 1%.

Aktienrückkauf geht nicht voran
Im Zuge des laufenden Aktienrückkaufs hat Logitech im zurückliegenden Quartal keine weiteren Titel mehr erworben. Noch kann Logitech bei dem 250 Mio USD schweren Programm eigene Aktien für 4 Mio erwerben. Aktuell hält das Unternehmen 17,8% der ausstehenden Anteile; diese sollen von der Generalversammlung im September zur Vernichtung freigegeben werden.

Ausblick wenig zuversichtlich
Logitech blickt wenig zuversichtlich in das zweite Halbjahr und rechnet mit sinkenden Verkaufszahlen. Angesichts der Unsicherheit im PC-Markt werde auch der Betriebsgewinn unter dem Betrag der Vorjahresperiode liegen.

Bis dato hatte das Unternehmen eine verbesserte finanzielle Performance ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2012/13 in Aussicht gestellt. (awp/mc/upd/ps)

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