Mobilezone erzielt 2018 erneut Rekordergebnis

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(Foto: Mobilezone)

Rotkreuz – Trotz lahmender iPhone-Verkäufe hat der Handyanbieter Mobilezone im vergangenen Jahr erneut ein Rekordergebnis geschafft. Umsatz und Gewinn erreichten die höchsten Werte in der Firmengeschichte. Eine Fortsetzung der Rekordjagd ist ungewiss. 2019 soll der Gewinn in etwa das Niveau von 2018 erreichen.

Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um 2 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) legte um 4,8 Prozent auf 52,5 Millionen Franken zu. Dies sei bereits die siebte Steigerung des EBIT hintereinander, sagte Konzernchef Markus Bernhard am Freitag vor Medien und Analysten in Zürich.

Unter dem Strich erzielte Mobilezone einen Reingewinn von 39,5 Millionen Franken. Das sind 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies sei die grösste Steigerung in der Firmengeschichte, sagte Bernhard. Allerdings war im Vorjahr der Reingewinn wegen einer einmaligen Steuerbelastung in der Schweiz eingeknickt.

Rekorde auf allen Ebenen
Insgesamt hat Mobilezone 2018 auf allen Ebenen neue Rekordergebnisse aufgestellt. Dennoch konnte der Konzern mit einem EBIT von 52,5 Millionen Franken das eigene Ziel von 55 bis 60 Millionen Franken nicht ganz erreichen, das er vor einem Jahr angekündigt hatte.

„Wir waren bis November noch relativ zuversichtlich, dass wir das packen werden“, sagte Bernhard. Die Monate November und Dezember seien aber enttäuschend gewesen. Schuld seien die wenig innovativen neuen iPhones, die Apple bereits im September lanciert habe, sagte Bernhard: „Dann kam aber nichts mehr.“

Dagegen habe Apple ein Jahr zuvor gleich zwei iPhones auf den Markt gebracht: Zunächst im September das iPhone 8 und im November dann das iPhone X, das eine grosse Nachfrage erlebt und die Leute in die Läden gelockt habe. 2018 seien dagegen im November und Dezember die Besucherzahlen in den Shops abgeflaut. Die gedämpfte Nachfrage bei den iPhones habe 2 bis 3 Millionen Franken Betriebsgewinn gekostet, sagte Bernhard.

Handelssparte verdient mehr
Das Gewinnplus ist der Sparte Handel zu verdanken, die den Betriebsgewinn um 17 Prozent auf 43,3 Millionen Franken verbesserte. Das Segment Handel beinhaltet die Aktivitäten in den Schweizer Läden, das Online-Geschäft, das Firmenkundengeschäft und die Aktivitäten in Deutschland.

Sowohl beim EBIT als auch beim Umsatz erwies sich vor allem die Übernahme des deutschen Telekomabo-Vermittlers TPHCom als Wachstumstreiber. Allein zum EBIT steuerte die neue Tochter 11,5 Millionen Franken bei. Der Umsatz stieg allerdings nur leicht um 1,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken, da der Grosshandel Federn lassen musste.

Die Intensität des Wettbewerbes im Online-Geschäft in Deutschland habe wie erwartet nochmals zugenommen, schrieb Mobilezone. Zudem hatte der Konzern im 2017 wegen des günstigen Euro-Kurses viele iPhones über die deutsche Tochter an die Swisscom und in geringerem Ausmass auch an Sunrise verkauft. Denn beide Schweizer Telekomkonzerne hätten lieber in Deutschland eingekauft, weil ihnen der der Euro-Kurs besser geschmeckt habe, als den teureren Franken-Preis für die iPhones bei Apple zu bezahlen, sagte der neue Vize-Konzernchef Murat Ayhan.

Diese Verkäufe seien 2018 wegen Vertragsänderungen weggefallen, da Swisscom und Sunrise nun wieder direkt bei Apple einkaufen würden. Das habe für einen Umsatzrückgang von rund 100 Millionen Franken im Grosshandel gesorgt, sagte Bernhard.

Verkäufe in Läden laufen rund
Dagegen konnte Mobilezone in den Schweizer Filialen mehr absetzen und den Umsatz mit Dienstleistungen wie Datentransfer, Einrichten von Smartphones oder Garantieverlängerungen steigern. Seit September würden auch wieder Salt-Abos verkauft, die Mobilezone vor zwei Jahren rausgeworfen hatte.

Insgesamt hat Mobilezone 5 Läden in der Romandie geschlossen und besitzt schweizweit noch 119 eigene Shops. Bis Ende Jahr sollen es noch rund 115 Läden sein, sagte Bernhard.

Im Service-Segment kletterte der Umsatz um 4,6 Prozent auf 96,3 Millionen Franken. Der EBIT schrumpfte dagegen von 12,1 Millionen auf 8,4 Millionen Franken. Das Segment beinhaltet die Mobilfunk- und Festnetzangebote von Talktalk sowie das Handyreparaturgeschäft in der Schweiz und in Österreich.

Der Start ins 2019 war solide. Bis März sei der Geschäftsgang auf Vorjahresniveau. „Wir gehen davon aus, dass wir auch im laufenden Geschäftsjahr auf Stufe EBIT und Konzerngewinn ein Ergebnis erzielen werden, das mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr vergleichbar ist“, sagte Bernhard. Mobilezone erwartet einen EBIT von 50 bis 55 Millionen Franken. Die Dividende soll unverändert auf 60 Rappen pro Aktie bleiben. (awp/mc/pg)

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