Orange Schweiz: Mehr Kunden – weniger Umsatz

Thomas Sieber

Orange Schweiz-CEO Thomas Sieber.

Renens – Das Mobilfunkunternehmen Orange Schweiz hat im Geschäftsjahr 2011 vor allem aufgrund tieferer Terminierungsgebühren einen Umsatzrückgang erlitten. Dagegen wuchs der Kundenstamm und dort der Anteil mit Smartphone-Kunden. Orange Schweiz will mit der neuen Besitzerin, der britischen Beteiligungsgesellschaft Apax, die Marktposition verstärken.

Der Umsatz von Orange Schweiz sank in der Berichtsperiode um 3,6% auf 1,25 Mrd CHF, während die Gesamtkundenzahl dank 42’800 Neukunden um 2,7% auf 1,614 Mio wuchs. Der Umsatzrückgang resultiere zur Hauptsache aus den tieferen Mobilterminierungsgebühren und drücke sich in einem um 1,60 CHF tieferen ARPU (Umsatz pro Kunde pro Monat) aus, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Mit einem ARPU von 57,70 CHF weise Orange jedoch weiterhin den höchsten Wert der Schweizer Branche auf.

Ein insgesamt «erfreuliches» Jahr
Das Unternehmen spricht insgesamt von einem «erfreulichen» Jahr 2011. Man sei dabei insbesondere im vierten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und habe mit einer Zunahme des operativen Umsatzes von 4% ein «starkes Ergebnis» erzielt. Das Gesamtergebnis führe auch zu einer besseren Rentabilität mit einer EBITDA-Marge von 24,9% (+2,2 Prozentpunkte gegenüber 2010, um die Entwicklung der Mobilterminierungsgebühren bereinigt).

Mehr Smartphone-Kunden
Die guten Ergebnisse seien Ausdruck des «sehr guten» Kundenmixes, heisst es weiter. Der Anteil der Abokunden konnte Orange von 62% auf 63% leicht steigern, wobei die Smartphone-Durchdringung bei diesen Kunden von 48% auf 62% anstieg. Sechs von zehn Neukunden hätten sich im vergangenen Jahr für ein Smartphone entschieden. Die Zahl der 3G-Kunden wuchs um 87’600 auf rund 730’000, also ein Plus von 14%.

Die wachsende Bedeutung der Smartphones schlage sich auch in der Entwicklung der Datenkommunikation nieder und sei ein wichtiger Ergebnistreiber. Mittlerweile erziele Orange jeden dritten Franken des Netzwerkumsatzes mit Datendiensten. Ein Grund dafür sei das Angebot «Orange Me». 74% der neuen Abokunden hätten sich für Orange Me entschieden.

Gut positioniert
Orange Schweiz habe 2011 den Turnaround geschafft und dabei insbesondere in der zweiten Jahreshälfte sehr erfolgreich gearbeitet, wird CEO Thomas Sieber in der Mitteilung zitiert. Der Kundenstamm, ein gutes Netzwerk und attraktive Angebote bilden gemäss Sieber eine «ausgezeichnete» Basis für die weitere Entwicklung der Gesellschaft. «Wir sind deshalb sehr optimistisch, dass wir zusammen mit unserer neuen Eigentümerin Apax unsere Marktposition in der Schweiz weiter ausbauen können.»

Übernahme durch Apax
Kurz vor Weihnachten 2011 war bekannt geworden, dass France Télécom ihre Mobilfunktochter Orange Schweiz an Apax verkauft. Die britische Beteiligungsgesellschaft, die in diverse Wirtschafssektoren investiert und zu der unter anderem das Modeunternehmen Tommy Hilfiger gehört, zahlt für die Nummer drei auf dem Schweizer Telekommarkt 2,0 Mrd CHF.

Vergangene Woche gab die Wettbewerbskommission (Weko) «Grünes Licht» für die Transaktion. Sie hält die Übernahme für unbedenklich. Der Besitzerwechsel führe zu keinen strukturellen Veränderungen der Marktverhältnisse, begründete die Weko ihren Entscheid. In der Schweiz ist nun noch der Entscheid der Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom) ausstehend. (awp/mc/pg)

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