Salt macht Kasse mit dem Verkauf von Handyantennenmasten

Pascal Grieder
Salt-CEO Pascal Grieder. (Foto: Salt)

Renens VD/Madrid – Zwei Jahre nach Sunrise macht auch Salt mit dem Verkauf von Handyantennenmasten Kasse. Für 700 Millionen Euro (knapp 800 Millionen Franken) verkauft der drittgrösste Mobilfunker der Schweiz 2’800 Masten an die spanische Cellnex.

Cellnex werde 90 Prozent an der neuen Betreiberfirma besitzen, welche die Salt-Masten in der Schweiz managen werde, teilte die spanische Firma am Dienstag in einem Communiqué mit. Der Deal ist Bestandteil eines Paketverkaufs des Salt-Eigentümers Xavier Niel. Der Telekomunternehmer verkauft nicht nur in der Schweiz Antennenmasten an Cellnex, sondern auch in Frankreich und Italien, wo er den Mobilfunkanbieter Iliad besitzt.

Insgesamt übernimmt Cellnex 10’700 Masten in den drei Ländern und bezahlt dafür 2,7 Milliarden Euro. Salt und Iliad wollen mit dem Geld ihre Schulden senken und die Netze ausbauen, um im harten Wettbewerb in ihren Märkten standhalten zu können, wie sie bekannt gaben.

Miete zahlen
Im Gegenzug müssen Salt und Iliad nun Miete bezahlen. Cellnex rechnet mit 510 Millionen Euro zusätzlichem bereinigten Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) jährlich, wenn der Vertrag voll umgesetzt ist. Die Abmachung beinhaltet auch den Bau von 500 neuen Antennenmasten in der Schweiz durch Cellnex bis 2027, und 3’500 weiteren Masten in Frankreich und Italien.

Der Vertrag habe eine Laufzeit von 20 Jahren mit einer automatischen Verlängerung um 10 Jahre, hiess es weiter. Mit dem Verkauf könne man die 4G- und 5G-Netze schneller ausbauen, weil man mehr Investitionskapazitäten zur Verfügung habe, erklärte Iliad-Chef Thomas Reynaud.

Vorreiter für einen Verkauf von Handyantennenmasten war in der Schweiz Sunrise. Die Nummer zwei hierzulande hatte vor zwei Jahren 2’239 ihrer damals insgesamt 3’600 Mobilfunkmasten für eine halbe Milliarde Franken an ein Konsortium verkauft, das mehrheitlich der Cellnex gehört. Weitere Aktionäre sind der Versicherer Swiss Life (28 Prozent) und die Deutsche Telekom (18 Prozent). Später kamen noch weitere Antennenstandorte hinzu. Insgesamt betreibt Cellnex derzeit hierzulande 2’470 Masten.

In anderen Ländern gibt es den Trend zum Verkauf und Zurückleasen schon seit einigen Jahren. So hatte etwa der französische Mobilfunkanbieter Bouygues mehrere hundert Masten in ländlichen Gebieten ebenfalls an Cellnex veräussert.

Auch die italienische Swisscom-Tochter Fastweb stützt sich bei ihrem 5G-Angebot auf die Spanier. Insgesamt hat Cellnex derzeit gut 36’000 Masten in der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Grossbritannien und den Niederlanden.

Iliad unter Druck
Iliad hatte vor einigen Jahren als neuer Anbieter in Frankreich mit aggressiven Preisen den Markt durcheinandergewirbelt, verliert dort aber mittlerweile Kunden. Seit Anfang 2018 hat die Iliad-Aktie rund die Hälfte an Wert eingebüsst. Seit vergangenem Jahr mischt der Anbieter auch im italienischen Markt mit.

Salt hat 2018 etwas weniger umgesetzt und operativ verdient. Der Umsatz sank um 2,1 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) fiel um 0,8 Prozent auf 468,3 Millionen.

Unter dem Strich verdoppelte sich der Reingewinn beinahe auf 72,2 Millionen Franken. Dies ist massiv gesunkenen Abschreibungen und Amortisationen sowie viel tieferen Finanzkosten zu verdanken. Allerdings war im Vorjahr der Gewinn um fast zwei Drittel abgestürzt.

Bei der Geschäftsgrundlage konnte sich Salt stabilisieren. Zwar nahm die Zahl der Prepaidkunden nach dem vorübergehenden Anstieg im Vorjahr wieder ab. Ihre Zahl schrumpfte um gut 5 Prozent auf 647’000. Dagegen legte Salt bei den lukrativen Abokunden weiter um 1 Prozent auf 1,236 Millionen zu. Die Zahl der Glasfaserkunden gab Salt nicht bekannt.

Die Aktien von Iliad legten in Paris am Dienstag um 6,3 Prozent zu, diejenigen von Cellnex in Madrid um knapp 6,6 Prozent. (awp/mc/ps)

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