SAP überrascht mit sehr starkem vierten Quartal

Jim Hagemann Snabe
Jim Hagemann Snabe

SAP-Co-CEO Jim Hagemann Snabe.

Walldorf – Die jüngsten Milliardenzukäufe sowie der Fokus auf Vertrieb und Vermarktung haben Europas grösstem Softwarehersteller SAP im vierten Quartal das beste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens beschert. Sowohl mit klassischer Unternehmenssoftware als auch mit den zugekauften Sparten Analyse und Software für mobile Geräte lief das Geschäft hervorragend, wie der im Dax notierte Konzern am Freitag mitteilte.

Mit dem Nachfrageschub konnten sich die Walldorfer dem negativen Auftragstrend entgegenstemmen, der die Konkurrenz, besonders aber Oracle erwischt hatte. Dank des starken Schlussquartals liess SAP auch die eigenen Jahresziele weit hinter sich. An der Börse zog die Aktie stark an und drehte in die Gewinnzone mit plus 3,33 Prozent bei 42,83 Euro. Damit eroberte der Titel als einer von nur zwei Werten mit einem Kursanstieg unangefochten die Dax-Spitze. Dieser lag zur selben zeit 1,48 Prozent im Minus.

SAP stemmt sich Negativtrend der Branche entgegen
Oracle hatte kurz vor Weihnachten enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt und diese mit der weltweiten Zurückhaltung angesichts der Sorge um die Weltwirtschaft begründet. Der US-Konzern war besonders vom Auftragseinbruch in der Finanzbranche und der öffentlichen Hand getroffen worden. In diesen beiden Kundengruppen ist SAP weniger stark vertreten und bekommt deren klamme Lage in härteren Zeiten daher nicht so schmerzhaft zu spüren. Auch die Software AG hatte ein sehr schwaches viertes Quartal verzeichnet.

Im Schlussquartal, in dem Unternehmen traditionell ihre IT-Budgets ausschöpfen, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal von 4,06 auf 4,5 Milliarden Euro (Prognose: 4,34 Mrd). Der operative Gewinn legte von 1,62 auf 1,78 Milliarden Euro zu und übertraf die Markterwartung deutlich. Dank des starken vierten Quartals übertrafen die Walldorfer auch ihre Jahresziele.

SAP übertrifft Jahresziele

Der währungsbereinigte Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen stieg 2011 um 17 Prozent. SAP hatte zuletzt das obere Ende der Spanne von 10 bis 14 Prozent angepeilt. Auch mit der Datenbanksoftware Hana, von der sich SAP in den kommenden Jahren viel verspricht, beschleunigte sich der Umsatz und kam 2011 auf mehr als 160 Millionen Euro. Operativ verdiente SAP währungsbereinigt 4,78 Milliarden Euro. Hier lag das Ziel am oberen Ende der Spanne von 4,45 bis 4,65 Milliarden Euro. Die vollständige Jahresbilanz und den Ausblick auf das neue Geschäftsjahr wird SAP am 25. Januar vorlegen. (awp/mc/upd/ps)

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