Schaden durch Cyberattacke behindert Unternehmen weiter

Schaden durch Cyberattacke behindert Unternehmen weiter

New York – Weltweit agierende Unternehmen haben nach wie vor mit den Folgen des massiven Cyberangriffs von Dienstag zu kämpfen. Beim US-Logistikriesen FedEx war der weltweite Betrieb der Tochter TNT Express gestört. Der finanzielle Schaden könne «erheblich» sein, warnte FedEx am späten Mittwoch. Bei der Reedereigruppe Maersk blieben Terminals in mehreren Häfen lahmgelegt. Der Betrieb anderer wurde der Betrieb durch den Ausfall automatisierter Systeme behindert. Die Maersk-Line-Reederei könne auch keine neuen Aufträge annehmen, weil das entsprechende Portal betroffen sei, sagte Top-Manager Vincent Clerc dem Finanzdienst Bloomberg.

Die Schadsoftware hatte am Dienstag zunächst Dutzende Unternehmen und Behörden in der Ukraine befallen und erfasste dann auch Unternehmen in Europa und den USA. Betroffen waren unter anderem der Nivea-Hersteller Beiersdorf, der US-Pharmakonzern Merck und der französische Glashersteller Saint-Gobain. Nach Vermutungen ukrainischer Behörden und einiger IT-Sicherheitsexperten wurde die Attacke über ein manipuliertes Update einer Buchhaltungssoftware aus der Ukraine gestartet.

Daten gelöscht und nicht verschlüsselt
Am Mittwoch stellten Experten durch eine Analyse des Software-Codes fest, dass sich das Angriffs-Programm nur als Erpressungstrojaner tarnte, aber in Wirklichkeit Daten löschte, statt sie zu verschlüsseln. Bei Erpressungssoftware wird üblicherweise der Inhalt der Festplatte verschlüsselt, um Lösegeld für eine Freischaltung zu verlangen. Die Angreifer von Dienstag scheinen aber nicht am Geldverdienen interessiert gewesen zu sein. Bis Donnerstag gingen bei ihnen nur 45 Zahlungen ein.

Sanitas Troesch ist Opfer der weltweiten Cyber-Attacke
Auch der Schweizer Bad- und Küchenspezialist Sanitas Troesch ist Opfer der weltweiten Cyber-Attacke geworden. Das Unternehmen ist derzeit per E-Mail und über die Telefonzentralen nicht erreichbar, wie es auf seiner Homepage heisst.

Sanitas Troesch publizierte auf seiner Homepage jedoch Telefonnummern, mit welchen die einzelnen Filialen zu erreichen sind. Das Unternehmen prüfe den Vorfall derzeit intensiv und setze alles daran, die Kunden auch auf elektronischem Weg wieder rasch möglichst erreichen zu können, teilte Sanitas Troesch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

Die Firma bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Nordwestschweiz». Sanitas Troesch gehört zum französischen Industriekonzern Saint-Gobain, welcher ebenfalls von der Schadsoftware infiziert wurde. (awp/mc/ps)

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