Sunrise-Eigner CVC in Gesprächen mit Orange-Bieter

Orange

Zürich – Der Sunrise-Eigner CVC Capital Partners (CVC) versucht sich im bevorstehenden Verkauf von Orange in eine günstige Position zu bringen. Gemäss einem Artikel der «Financial Times» von Freitag steht CVC in Gesprächen mit dem Private-Equity-Haus Providence Equity, das am Bieterwettbewerb um Orange – einem Tochterunternehmen von France Télécom – partizipiert. Würde die US-Beteiligungsgesellschaft die Zusage erhalten, sei eine Fusion von Sunrise mit Orange das Ziel.

Nach den Quellen des Blattes hat CVC auch das Bankenkonsortium – das für die Finanzierung des Sunrise-Verkaufs der dänischen TDC zuständig war – angehalten, Providence bei der Orange-Versteigerung zu unterstützen. Bis am 12. Dezember haben die Interessenten an Orange Zeit, ihre Offerten an France Télécom einzureichen. Unter den Interessenten sind laut «Wall Street Journal» unter anderem Apax Partners, EQT, Liberty Global, Orascom Telecom Holding, Goldman Sachs Private Equity und das französische Telekomunternehmen Iliad.

Fusion am Veto der Weko gescheitert
Die britische Private-Equity-Firma wollte im vergangenen Jahr Sunrise mit Orange fusionieren, scheiterte aber an der Einsprache der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko). Der Zusammenschluss der Nummer zwei und drei im Schweizer Telekommarkt hätte nach der Beurteilung der Weko zusammen mit Swisscom eine kollektiv marktbeherrschende Stellung im Mobilfunkmarkt ergeben. Orange wollte die Zeitungsberichte nicht kommentieren. Das Unternehmen verweist auf die Aussagen vom Mutterhaus France Télécom von September, dass CVC die Verkaufsdokumentationen über Orange nicht ausgehändigt wurden. Sunrise war bis zum Berichtszeitpunkt für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Orange «wenig attraktiv»
Aktienanalyst Michael Inauen von der Zürcher Kantonalbank räumt dem angeblichen Vorhaben von CVC wenig Chancen ein: «Mit Blick auf die letztjährige Weko-Entscheidung ist ein Zusammenschluss von Sunrise und Orange unwahrscheinlich.» Er rechnet mit einer Übernahme durch eine Drittfirma. Inauen hält es indes für plausibel, dass der Käufer von Orange aus dem Beteiligungssektor kommt – nicht zuletzt weil er Orange als «wenig attraktiv» für grössere Telekomkonzerne einstuft. «Wer Orange kauft, muss mit viel Investitionsbedarf rechnen.» Vor allem im Netzbereich sei wegen des neuen Funkstandards LTE und fehlender Netzabdeckung viel Kapital notwendig. Auch im Digital-TV-Angebot stehe Orange unter Zugzwang. (awp/mc/ps)

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