Swico: Adrian Müller übernimmt das Präsidium des Verbandes der Digitalisierer

Swico: Adrian Müller übernimmt das Präsidium des Verbandes der Digitalisierer
Swico-Präsident Adrian Müller. (Foto: Thomas Entzeroth)

Zürich – Die 33. ordentliche Generalversammlung war geprägt von der Wiedersehensfreude im «echten» Leben, vom Wechsel an der Spitze des Verbandes und einem inspirierenden Referat von Balthasar Staehelin, Director of Digital Transformation and Data beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz IKRK.

Nach zwei Jahren Generalversammlung auf Distanz trafen sich 145 Teilnehmende in den vertrauten und von vielen seit längerem vermissten Räumen des Kaufleuten.

Judith Bellaiche, Geschäftsführerin von Swico, fasste als Einführung das vergangene Geschäftsjahr kurz zusammen und zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Swico Community: «Swico ist es gelungen, in wichtigen Bereichen die Themenführerschaft zu übernehmen. Durch hohe Dossiersicherheit und Präsenz im Bundeshaus sowie bei den Behörden haben wir es dabei geschafft, die Stossrichtung vorzugeben.»

Mit einer lockeren Podiumsrunde verabschiedete Judith Bellaiche anschliessend die scheidenden Vorstandsmitglieder, allen voran natürlich Andreas Knöpfli: Er, der seit 18 Jahren im Vorstand mitwirkte, 14 Jahre davon als Präsident, hat massgeblich dazu beigetragen, Swico als ICT Wirtschaftsverband zu positionieren: Er holte aktive Führungskräfte aus IT-Firmen in den Vorstand, stärkte den Verband durch mehrere Fusionen und förderte das politische Issue Management durch den Ausbau und die Professionalisierung der Public Affairs. Die beiden langjährigen Kollegen, welche den Vorstand ebenfalls verlassen, wagten noch einen kurzen Blick in die Kristallkugel. Markus Gröninger, bekannt für seine pointierten Aussagen, resümierte: «Globale Skaleneffekte werden dazu führen, dass es gewisse Rollen in der Schweiz nicht mehr geben wird. Die ICT-Unternehmen werden sich anpassen müssen – oder untergehen.» Und Stefan Metzger, der neu Digitalswitzerland leitet, meinte launig: «Die ICT-Branche wird nie so monolithisch auftreten wie der Bauernverband. Aber dezentral und kollaborativ können die Verbände vieles bewirken – gerade auch bei der politischen Zusammenarbeit.»

Alle Traktanden einstimmig genehmigt
Gewohnt speditiv ging der statutarische Teil der Generalversammlung über die Bühne. Einstimmig wurden Jahresbericht und Jahresrechnung genehmigt, Décharge erteilt, Budget und Mitgliederbeiträge freigegeben und der Vorstand in globo gewählt. Mit Applaus wählte die Versammlung anschliessend den bisherigen Vize-Präsidenten, Adrian Müller, zum neuen Präsidenten. Dieser freut sich auf die neue Aufgabe:

«Unter der Führung von Andreas Knöpfli hat sich Swico zu einer starken, herstellerunabhängigen Interessensvertretung der IT-Anbieter in der Schweiz entwickelt. Das soll so bleiben. Ich freue mich über das enorme Vertrauen und darauf, diese Arbeit gemeinsam mit dem neuen Vorstand und dem Team der Geschäftsstelle, um Swico Geschäftsführerin Judith Bellaiche, fortzuführen.»

Fast etwas andächtig wurde es bei der Keynote Speach von Balthasar Staehelin vom IKRK, unter dem Titel «Die Bedeutung der Digitalisierung für kriegsbetroffene Menschen».

Die Mission des IKRK sei es, die zivilen und militärischen Opfer bewaffneter Konflikte und innerstaatlicher Gewalt auf streng neutrale und unparteiische Weise zu schützen und zu unterstützen, leitete er sein Referat ein. Um das zu erreichen, sei das IKRK im Dialog mit Waffenträgern, Behörden und der Zivilgesellschaft – zunehmend aber auch mit Technologiefirmen aus dem Bereich ICT. Themen wie Konnektivität, Effizienzsteigerung, Erreichbarkeit an unzugänglichen Orten, Digital Payment oder der Einrichtung eines Digital Vault, wo Flüchtlinge wichtige Dokumente sicher hinterlegen können, skizzierte er dem interessierten Publikum ebenso wie Probleme rund um Hacking und Cybersecurity.

Do no digital harm
Bei allen Aktivitäten steht die Sicherheit der Schutzbedürftigen und das Vertrauen aller Parteien im Vordergrund. «Vertrauen kommt zu Fuss, aber verschwindet auf dem Pferderücken», zitierte Balthasar Staehelin ein englisches Sprichwort. Und mahnte: «Viel wird heute über den Schutz der Privatsphäre diskutiert. Bei unserer Arbeit aber kann es im Umgang mit Daten um Leben und Tod gehen.»

Sein Referat bot den Zuhörenden genügend Stoff für anregende Diskussionen beim anschliessenden Apéro Riche. Wobei Networking und Wiedersehensfreude bei den Teilnehmenden ebenfalls hoch im Kurs waren.

Andreas Knöpfli, der seinen Abschied von Swico im offiziellen Teil kurz und knapp mit «Aus die Maus» kommentiert hatte, zeigt sich zufrieden nach seiner letzten Amtshandlung:

«Die Swico Community lebt – und Adrian Müller, Judith Bellaiche sowie das Team der Geschäftsleitung werden dafür sorgen, dass diese in Politik und Öffentlichkeit weiter an Gewicht gewinnt, zum Wohle der ICT-Branche.» (Swico/mc/ps)

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