Swisscom mit 2,1% weniger Umsatz im Quartal

Carsten Schloter

Swisscom-CEO Carsten Schloter.

Bern – Der Telekomkonzern Swisscom musste im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. Auch die Tochtergesellschaft Fastweb erwirtschaftete weniger Umsatz. Dennoch sieht sich das Unternehmen auf Kurs und blickt weiterhin mit Zuversicht in die Zukunft.

Das Unternehmen hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012 einen um 2,1% tieferen Umsatz von 2’802 Mio CHF erzielt. Der EBITDA fiel um 2,0% auf 1’104 Mio CHF und der EBIT um 3,9% auf 623 Mio CHF. Unter dem Strich resultierte ein um 3,8% tieferer Reingewinn von 456 Mio CHF, wie der Telekomkonzern am Mittwoch mitteilte. Der Reingewinn nach Minderheiten beträgt 453 Mio CHF gegenüber 469 Mio CHF im Vorjahr. Mit den Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von durchschnittlich (AWP-Konsens) 2’772 Mio CHF gerechnet. Der EBITDA war bei 1’083 Mio und der EBIT bei 611 Mio CHF gesehen worden. Der Reingewinn nach Minderheiten wurde auf 436 Mio CHF geschätzt.

Preisdruck in der Schweiz kompensiert
Der Nettoumsatz der italienischen Tochtergesellschaft Fastweb sank in lokaler Währung um 2,8% auf 423 Mio EUR. Dies sei primär auf tiefere Wholesale-Umsätze aus Interkonnektionsdiensten (Hubbing) zurückzuführen. Der Umsatz ohne Hubbing blieb gegenüber dem Vorjahr stabil und betrug 396 Mio EUR. Der Umsatz pro Breitband-Kunde sank wegen dem intensiven Wettbewerb zum Vorjahr um 10%. Die Kundenbasis stieg hingegen um 3,7% bzw. 59’000 auf 1,65 Mio Nutzer.

Minimer Umsatzrückgang in der Schweiz
Beim Umsatz von Swisscom Schweiz ergab sich ein minimer Rückgang von 0,1% auf 2’079 Mio CHF. Gemäss dem Konzern nutzen immer mehr Kunden globale IP-basierte Anwendungen und kommunizieren vermehrt über Social Media-Plattformen anstatt herkömmliche Dienste wie Telefonieren und SMS. Dieser Effekt sei durch den allgemeinen Kundenzuwachs, neuen Bündelangeboten und Tarifen mit integriertem Volumen kompensiert worden. Der Umsatz ohne Fastweb verringerte sich 0,4% auf 2’294 Mio CHF.

Gefragte Bündelangebote 
Ende des ersten Quartals hätten bereits 659’000 Kunden die Bündelangebote genutzt, was einem Zuwachs von 42% entspricht. Bei den TV-Kunden erreichte das Unternehmen ein Plus von knapp 40% auf 655’000 Kunden gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2012 hat der Schweizer Telekommarktführer 47’000 neue TV-Kunden gewonnen. Mehr Kunden verzeichnete Swisscom auch im Schweizer Mobilfunkmarkt, wo ein Plus von 3,8% auf 6,1 Mio Kunden resultierte. Der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde im Monat sank indes um 4,3% auf 44 CHF. Zudem erlitt der Konzern beim SMS-Umsatz einen Rückgang von 28% auf 59 Mio CHF zum Vorjahr, während sich der durchschnittliche Preis pro Megabyte binnen Jahresfrist um 25% reduzierte.

Ausblick bestätigt
Zusammen mit der Publikation des Quartalsabschlusses bekräftigt die Gruppe ihren Ausblick für das Gesamtjahr. So rechnet Swisscom 2012 weiterhin mit einem gegenüber 2011 leicht tieferen Nettoumsatz von 11,4 Mrd CHF. Der EBITDA wird ebenfalls unverändert auf 4,4 Mrd CHF erwartet. Für Fastweb rechnet das Management nach wie vor mit einem stabilen Umsatz von 1,6 Mrd EUR. Bei Erreichen der Ziele für 2012 plant Swisscom weiterhin, der Generalversammlung 2013 erneut eine Dividende von 22 CHF pro Aktie zu beantragen.

Investitionen von 1,7 Mrd CHF in der Schweiz
Ferner geht der Telekomkonzern für das laufenden Geschäftsjahr weiterhin von einem Investitionsvolumen von 2,2 Mrd CHF aus. Davon würden 1,7 Mrd CHF im Schweizer Geschäft investiert, was einer Zunahme von 100 Mio CHF entspräche. In den kommenden Jahren werde mit einem ähnlich hohen Investitionsvolumen gerechnet. Der Konzern verfolgt mittelfristig das Ziel, 30% der Schweizer Wohnungen direkt mit Glasfaser zu erschliessen. (awp/mc/mc/upd/ps)

 

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