Yahoo kämpft unter Marissa Mayer mit Werbeschwund

Marissa Mayer
Marissa Mayer, zurückgetretene Yahoo-Chefin.

Yahoo-Konzernchefin Marissa Mayer.

Sunnyvale – Der Internetkonzern Yahoo hat zu Jahresbeginn weiteren Boden an die Rivalen Google und Facebook verloren. Vor allem die Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen schrumpfen unter der Führung von Firmenchefin Marissa Mayer. Dabei war dieses Geschäftsfeld bislang das Steckenpferd von Yahoo. Dass der Gewinn dennoch stieg, liegt an harten Einsparungen und einträglichen Beteiligungen wie am chinesischen Internetkonzern Alibaba.

Yahoo verdiente im ersten Quartal unterm Strich 390 Millionen Dollar und damit 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Kehrseite der Medaille: Jeder fünfte Mitarbeiter musste zwischenzeitlich gehen. Ende März arbeiteten noch 11 300 Menschen im Unternehmen. Mayer hatte kurz nach ihrem Amtsantritt Mitte vergangenen Jahres einen Firmenumbau angestossen.

Anleger sind enttäuscht
«Ich bin zufrieden mit Yahoos Leistung im ersten Quartal», erklärte Mayer am Dienstag nach US-Börsenschluss. Die Anleger waren weniger angetan von dem eingeschlagenen Kurs. Sie störten sich an dem schwachen Geschäft mit der Werbung. Alleine die Einnahmen aus den grafischen Anzeigen gingen um 11 Prozent zurück, wodurch der konzernweite Umsatz um 7 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar schrumpfte. Nachbörslich gab die Yahoo-Aktie um 4 Prozent nach.

Mayer baut Yahoo um
Der Verwaltungsrat hatte die Vorzeigemanagerin Mayer Mitte 2012 vom Rivalen Google abgeworben. Sie will Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen. Dazu versammelte sie ein neues Führungsteam um sich, schloss unrentable Bereiche wie in Südkorea und will mit neuen Diensten und Inhalten die Nutzer wieder an Yahoo binden. Sie will Yahoo auch stärker international ausrichten. Hauptrivalen sind dabei Google und Facebook, die beide einen starken Stand im Werbegeschäft haben.

Mayer hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Schlagzeilen gemacht: Zuerst beorderte sie die vielen von zu Hause aus arbeitenden Beschäftigten ins Büro zurück. Allzu viele Mitarbeiter sollen das Privileg ausgenutzt haben, um an eigenen Projekten zu arbeiten. Dann kaufte sie dem britischen Teenager Nick D’Aloisio für einen Millionenbetrag seine iPhone-App Summly ab, die Zusammenfassungen von Nachrichten anzeigt. Die Technik soll nun in Yahoo-Produkte einfliessen. (awp/mc/pg)

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