Bottomline Technologies: Zahlungsverkehr und Open Banking – Der Alltag in Asien ist die Zukunft Europas

Bottomline Technologies: Zahlungsverkehr und Open Banking – Der Alltag in Asien ist die Zukunft Europas

Bottomline Technologies: Zahlungsverkehr und Open Banking – Der Alltag in Asien ist die Zukunft Europas
Mobile Payment (Bild von TeroVesalainen auf Pixabay)

London – Der asiatisch-pazifische Raum (APAC) spielt eine Schlüsselrolle bei der laufenden Digitalisierung der Finanzindustrie – besonders, wenn es um Zahlungsmöglichkeiten für Retailkunden geht.

von Marcus Hughes, Head of Strategic Business Development, Bottomline Technologies

Aus europäischer Sicht wird die Grösse und Diversität des asiatisch-pazifischen Raums häufig unterschätzt. Die Region ist riesig, beheimatet Dutzende von sozial, politisch und kulturell stark unterschiedlichen Ländern und über 60% der Weltbevölkerung. Der asiatisch-pazifische Raum ist ausserdem die Region, in welcher der bargeldlose Zahlungsverkehr mit über 30% pro Jahr schneller wächst als irgendwo sonst auf der Welt.

Alipay und WeChat schlagen Paypal
Das Ausmass, das Tempo und die Art, wie sich das Wirtschaftswachstum im asiatisch-pazifischen Raum niederschlägt, ist in der Tat beeindruckend. Chinas zwei Giganten des mobilen Zahlungsverkehrs, Alipay und WeChat Pay, haben die Kredit- und Debitkarten überholt und die westlichen Rivalen in Bezug auf Integration von Ökosystemen, Technologie, Benutzerfreundlichkeit, Anzahl der Nutzer und Verbreitungsgrad weit hinter sich gelassen. Um ihre Grösse und Bedeutung zu konkretisieren: Beide Unternehmen wickeln bereits jetzt in einem einzigen Monat mehr Zahlungen ab als PayPal in einem ganzen Jahr. Beide Unternehmen sind ausserdem dabei, ihre Benutzernetzwerke schnell in andere Teile des asiatisch-pazifischen Raums und darüber hinaus zu expandieren.

Indiens intelligenter Einsatz von Technologie
Neben dem digitalen Zahlungsverkehr nimmt APAC auch eine führende Rolle im Open Banking Bereich ein. Tatsächlich sollte jeder, der sich fragt, wie der zukünftige Erfolg von Open Banking-Initiativen in Europa und den Vereinigten Staaten aussehen könnte, studieren, wo Indien heute steht. Indiens Universal Payment Interface (UPI) ist ein Echtzeit-Zahlungssystem, das von der National Payments Corporation of India entwickelt wurde und bereits von 140 indischen Banken in Zusammenarbeit mit der Fintech-Community angeboten wird. Der Schlüssel für die rasche Einführung des UPI ist der weitreichende Einsatz biometrischer Verfahren zur Authentifizierung von Identität und Transaktionen wodurch reibungslose, und auch sichere, Überweisungen von Bank zu Bank leichter gewährleistet werden können. Es fällt auf, dass dieser Erfolg in Indien ohne die Notwendigkeit einer Regulierung, sondern einfach durch den intelligenten Einsatz von Technologie und Marktkräften erreicht wurde. Andere Länder täten vielleicht gut daran, Indiens Vorreiterrolle bei der Biometrie für die digitale ID zu analysieren.

Globale Standards vor Europa
Ein weiterer wichtiger Trend im asiatisch-pazifischen Raum ist die Annäherung von bisher lokalen und nationalen regulatorischen Rahmenbedingungen an globale Standards. Zum Beispiel haben China und Indien bereits den internationalen Nachrichtenstandard ISO 20022 übernommen. ISO 20022 ist datenreicher als ältere Zahlungsformate und erleichtert daher die Einhaltung der Geldwäschereigesetze und den Zahlungsabgleich. Es ist interessant, dass die früher führenden Regionen der Welt, wie Europa und Nordamerika, gerade erst mal dabei sind, ISO 20022 für ihre inländischen und grenzüberschreitenden Zahlungssysteme zu übernehmen. Diese Migration wird in den nächsten fünf Jahren eine wichtige globale Initiative spielen, um die Mehrheit der Zahlungssysteme weltweit auf einen gemeinsamen Standard zu bringen, was enorme Effizienzgewinne mit sich bringt.

Inspiration in Grossbritannien
Im asiatisch-pazifischen Raum werden zudem innovative Programme eingeführt, die weitgehend auf britischen Standards und Vorschriften basieren, wenn auch mit einer gewissen Anpassung an die lokalen Bedürfnisse. Besonders weit fortgeschritten sind hier Australien und Hongkong mit ihren Open Banking- und Overlay-Dienstleistungen. Dicht dahinter folgen Japan und Südkorea, die gerade dabei sind, neue Vorschriften zur Anwendung von Open Banking-Grundlagen zu erarbeiten. Singapurs Regulierungsbehörden fördern hingegen den «organischen Übergang» zu offenen Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs), ziehen es aber vor, in diesem Stadium keine neuen Regeln zu schaffen.

Fruchtbares Umfeld für Neobanken
Diese Verlagerung hin zu einem offenen Bankwesen im asiatisch-pazifischen Raum sowie die weit verbreitete Einführung von Echtzeit-Zahlungssystemen in Gebieten wie Singapur, Hongkong und Australien treiben das Entstehen einer aufregenden Generation von Neobanken voran, die ihr gesamtes Dienstleistungspaket ohne Filialen anbieten. Dadurch entsteht ein Umfeld wie in den letzten Jahren in Grossbritannien, wo so genannte «Challenger Banks» mit starkem Fokus auf Benutzererfahrung (User Experience) und Datenanalyse innovative Angebote für stark segmentierte Zielgruppen entwickelt haben. Dieser wachsende Trend ist ein guter Hinweis auf die Art und Weise, wie viele Länder auf der ganzen Welt die Entwicklungen auf dem britischen Zahlungsverkehrsmarkt genau beobachten und ähnliche Modelle für ihre eigene Art der digitalen Transformation übernehmen.

Erfahrungsvorsprung bei Bottomline
Unbestreitbar werden Open Banking und APIs weltweit immer mehr Verbreitung finden. Da Grossbritannien als erstes Land ein regulatorisches Umfeld für offenes Bankwesen geschaffen hat und vor mehr als 10 Jahren ein Pionier auf dem Gebiet des Echtzeit-Zahlungsverkehrs war, erweisen sich das Fachwissen und die Erfahrung von Bottomline bei dieser Reise zur Digitalisierung nicht nur in Grossbritannien, sondern auch in anderen Regionen als unschätzbar wertvoll. Das sieht nicht nur das Team von Bottomline so. Um herauszufinden, wie andere Branchenexperten die Zukunft der globalen Zahlungsverkehrs- und Bankenbranche einschätzen, empfiehlt sich ein Blick in das von Bottomline herausgegebene eBook «Global Payments and Banking 2020: Experts Weigh-in on What’s Next» (Bottomline/mc/hfu)


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